Samstag, April 14, 2012

Lust auf neues Denken - Neues Denken statt neues Geld

Vielleicht haben sie schon etwas von der gemeinnützigen GmbH gehört, welche in der Leipziger Arena eine Veranstaltung „Lust auf neues Geld“ organisiert. So gut die Denkansätze auch sein mögen, eröffnen sich mir zwei wesentliche Fragen. Warum macht man eine derartige Veranstaltung in der Arena zu einem Kartenpreis von 48 € bzw. 25 € ermäßigt und was sind die Beweggründe der Veranstalter. Per Zufall kenne ich den Geschäftsführer der gemeinnützigen GmbH. Ich gebe gerne zu, dass ich etwas voreingenommen sein könnte, weil Herr Henke mir damals als OVB Vertriebsleiter die heute nicht so glückliche Variante der mittels Kapitallebensversicherung getilgten Immobilienfinanzierung verkauft hat. Ich werde den Eindruck nicht los, dass es hier nicht um unser Wohl geht . Wenn ich etwas verändern will, erreiche ich das mit Veranstaltungen, die 48 € Eintritt kosten? Bei all den interessanten Vorträgen, die ich mir im Internet und auf YouTube angesehen habe, geht es auch um den Verkauf einer Zeitschrift, Buch oder CD. Am Ende geht es doch fast immer um Eigeninteressen. So enden die Interessenvertreter der Bürgerbewegungen nach dem Gang in die Politik als gut abgesichertes Sprachrohr von Worthülsen. „Neues Geld“ ist ein guter Gedanke, aber in der Form, wie es Steffen Henke in seinem Vortrag und der Fragerunde erläutert, wirkt es auf mich nicht überzeugend . „Neues Geld“ schafft kein neues Denken und ohne ein Umdenken können Einzellösungen nicht funktionieren, es sei denn, wir bauen wieder eine Mauer um Deutschland. Dass jemand, der von Finanzdienstleistungen lebt, das Geldsystem erhalten will, ist nachvollziehbar. Dass er aber glaubt, mit Abschaffung des Zinses blieben die Preise stabil, ist naiv. Bei Äpfel und Birnen weiß Herr Henke das, denn er trägt vor, dass, wenn man einer Hälfte 10 Äpfel gibt und der anderen 1 Birne, wird nicht 1 zu 1 getauscht. Nicht nur das Geld befindet sich in Privathand, sondern der größte Teil an Land und Boden, die Rohstoffe und das Wissen in Form von Patenten. Damit bleiben wir weiter abhängig. Ich erinnere mich noch sehr gut daran, dass Herr Henke vor vielen Jahren begann, sich in einem Verein gegen die Pflichtmitgliedschaft in der IHK zu engagieren und wegen der hohen Steuern die Staatsquote senken wollte. Die Pflichtmitgliedschaft gibt es noch, denn letztendlich geht es in all den Vereinen nur um Beziehungen und damit um Kohle, Kohle und nochmals Kohle. Wenn jemand etwas verändern will und nicht nur sich selbst helfen, gründet er keinen Verein und verkauft sein Wissen, sondern er macht es kostenlos zugänglich, um eine breite Masse zu erreichen. Wenn die Friedensbewegung der DDR damals auf dem Ring Eintritt erhoben hätte, gebe es die DDR noch. Wer etwas verändern will, teilt sein Wissen kostenlos im Internet und nicht in Büchern. Außerdem dürfte eine Demonstration nicht nur glaubwürdiger sein, sondern auch wirkungsvoller, als die Leute in der Arena zu bespaßen. Spendenaufrufe am kalten Büfett haben noch nie etwas verändert. Was mir auffällt, ist ein starkes zunehmen von kritischen Äußerungen und gleichzeitig eine radikale Vereinfachung in der Sprache. Während ich vor Jahren noch regelmäßig das Wörterbuch bemühen musste, um den hochtrabenden Beiträgen zu folgen, erklärt man inzwischen veranschaulicht mit Äpfeln und Birnen, natürlich aus ökologischem Anbau. Bevor sie sich freuen, dass es jemanden gibt, der ihnen aus dem Herzen spricht, muss man darüber nachdenken wem es nützen kann. Die meisten Zusammenhänge erkennen wir leider zu spät, oder noch viel schlimmer: nie. So gerne ich vor allem den Vorträgen von Andreas Popp zuhöre, es werden Lösungen angeboten, die für mich nicht schlüssig erscheinen und in einer globalisierten Welt nicht funktionieren werden. Die Lösung erscheint mir kein neues Geld, sondern neues Denken. Wir müssen unseren Kindern beibringen, dass unsere Welt endlich ist und wir sorgsam damit umgehen müssen . Die Verschwender unserer Lebensgrundlage müssen nicht beneidet, sondern verachtet werden. Mehr Veränderung bedarf es gar nicht. Damit wir das alle weltweit verstehen, bedarf es in einer globalen Welt, einer gemeinsamen Sprache, die keinen bevorzugt. Esperanto hat sich aber aus verständlichen Gründen nicht durchgesetzt. Wenn sich alle Menschen verstehen, wird es viel schwerer, uns gegeneinander auszuspielen. Ein System ohne Schranken kann man nicht lokal reformieren. Das geht nur weltweit. Solange es gelingt, Vorurteile und Hass unter den Menschen zu schüren, wird es kein System geben, mit dem wir in Frieden und Gleichberechtigung leben. Wir behandeln immer nur die Symptome, aber nicht die Krankheit. Wohl wissend, dass ich es nie erleben werde, kann ich doch wenigstens davon träumen, dass wir eines Tages ohne Geld auskommen werden. Die Einführung des zinsfreien Geldes kommt einfach zu spät, denn das Kapital braucht den Zins nicht mehr, denn es besitzt fast unsere ganzen Lebensgrundlagen. Damit bestimmen wenige Menschen über unseren „Wohlstand“ und das Geld ist kein Tauschmittel, sondern die Besitzurkunde über menschliche Arbeitskraft. Es gibt Menschen, die sich offenbar dafür einsetzen, dass sich unsere Situation verbessert. Da sie viel „intelligenter“ als wir sind, vertrauen wir auf sie und stellen eigene Bemühungen zurück. Der selbstlose Mensch ist aber die Ausnahme und nicht die Regel. Wenn es um Geld geht, traut man sich heute nicht einmal in der eigenen Familie über den Weg. Wir misstrauen Menschen, die uns nahe stehen und sogar uns selbst und liefern uns denen aus, die unser Vertrauen nicht verdienen. Dabei ist es so einfach, selbst aktiv zu werden. Die einfachen Mittel: Petitionen, Briefe an Politiker und die Wahl werden zu wenig genutzt. Die Demonstration ist ein Anzeichen für wachsende Unzufriedenheit und der erste Indikator für politisches Unvermögen. Danach kommt das letzte Mittel, der Aufruhr. Der Umgang mit der Protestbewegung macht mir angst, denn er führt letztendlich zu Aufruhr. Wir alle sehen , wenn eine Demonstration niedergeknüppelt wird. Was wir aber nicht sehen, ist, wenn „V-Leute“ die Protestbewegung unterwandern, spalten und für ihre Zwecke nutzen .

Sonntag, April 01, 2012

Deutscher Bundestag: Europäischer Stabilitätsmechanismus und Fiskalpakt - Rede Gregor Gysi

http://www.bundestag.de/Mediathek/index.jsp?isLinkCallPlenar=1&action=search&contentArea=details&ids=1627815&instance=m187&categorie=Plenarsitzung&destination=search&mask=search

ESM - der Weg in den „Finanz“Faschismus.

Obwohl ich politisch links stehe, war ich schon immer gegen ein NPD Verbot. Ich bin der Ansicht, dass eine Demokratie sich auch mit Meinungen auseinandersetzen muss, die nur von Randgruppen vertreten wird. Ausgerechnet die NPD, welche als verfassungsfeindlich gilt, vergleicht den ESM Vertrag mit dem Ermächtigungsgesetz von 1933 und warnt vor dem Ende der Demokratie. Vor was die NPD da warnt, ist nichts anderes als der Weg in den „Finanz"Faschismus. Allerdings darf man die Beweggründe für diese Warnung nicht außer Acht lassen.


Merkmale-dirinfo.de


Der Faschismus duldet keine andere Weltanschauung neben sich. Getreu dem
Führerprinzip haben sich alle seinen Regeln, die vom Führer sozusagen verkörpert werden, in ihrem Denken und Handeln zu unterwerfen. Das Führerprinzip ist mit allen Mitteln durchzusetzen. Gewalt gilt dabei als absolut legitim. Als ebenso legitim gilt die gewaltsame Machtergreifung, denn der "natürliche" Anspruch auf die Macht besteht aus der Sicht des Faschisten ohnehin. Diese Macht ist demnach dauerhaft zu sichern. Meinungsfreiheit, demokratische Strukturen, eine funktionierende Opposition oder gar freie Wahlen sind daher in solchen Systemen nicht denkbar. Um dem Gedanken der Gleichheit im Volke gerecht zu werden, duldet der Faschismus keine Interessenvertretungen einzelner Gruppen wie beispielsweise Gewerkschaften oder Frauenbewegungen. Die offizielle Partei gilt als einzige Interessenvertretung aller. Die eigene Nation bzw. das eigene Volk steht an erster Stelle. JedeEntwicklung, auch im Ausland, wird ausschließlich danach bewertet, obsie den Bedürfnissen der eigenen Nation dient. Tut sie das nicht, kann dies ein ausreichender Grund für einen Angriff sein.Unterfüttert wird diese Denkweise mit einem Rassismus, der das eigene Volk als höherwertig und überlegen gegenüber anderen Völkern betrachtet. Deshalb soll eine Stärkung und Vergrößerung dieses Volkes zu einer Verbesserung der Welt führen. Der Rassismus, oftmals verbunden mit Antisemitismus, entfaltete sich bisher nur im nationalsozialistischen Deutschland in vollem Umfang, allerdings ist jedes faschistische Regime dafür anfällig. Zur Reinerhaltung des Volkes erfolgt eine Auslese, in deren Rahmen alsminderwertig geltende Gruppen herabgesetzt oder "aussortiert" werden. Dies kann sich auf Behinderte oder Homosexuelle beziehen, aber auch aufAnhänger unliebsamer Weltanschauungen oder Immigranten und deren Nachkommen.

Auf youtube stehen Redebeiträge der NPD vor dem Sächsischen Landtag zu ESM. Im Normalfall hört man die nicht an. Wenn es aber um eine grundlegende, unwiderrufliche Entscheidung geht, ist jede Meinung für ein Gesamtbild wichtig. Die Medien vernachlässigen das Thema nicht fahrlässig sondern vorsätzlich. Wer nicht einseitig informiert werden will, muss selbst suchen. Schauen sie sich doch einmal die 172. Plenarsitzung zum ESM an. Dann sehen sie, was herauskommt, wenn die Wahlplakate, die sie wählen, sprechen Es gibt vieles, was wir bereits verschlafen haben. Deshalb gibt es in Europa mit dem Lisabonvertrag wieder die Todesstrafe, obwohl die Mehrheit dies sicher ablehnen würde. Über die Ursachen des Arabischen Frühlings will ich nicht anfangen zu debattieren. Die Menschen werden aber nicht die Freiheiten bekommen, für die sie auf die Straßen gingen. Was sie bekommen ist die Weltherrschaft des Finanzkapitalismus. Unternehmen, Staaten, Bürger ohne die Möglichkeit der Gegenwehr. Die letzten Möglichkeiten zur demokratischen Gegenwehr werden wir allem Anschein nach verschlafen. Vor 10 Jahren war ich mir noch sicher, wann es wieder etwas ähnliches wie Sozialismus auf deutschem Boden geben wird. Inzwischen habe ich Bedenken, ob staatliche Einzellösungen, welcher Art auch immer, überhaupt eine Chance gegen das Finanzkapital haben. Das Finanzkapital beseitigt im Moment jegliche Art von Selbstverwaltungen und bündelt die Staaten mit Hilfe des IWF, der Weltbank und des ESM zu größeren, kreditabhängigen Verwaltungseinheiten. Was dann passieren wird, ist die Anpassung an den niedrigsten Standard, wie wir es jetzt in der EU erleben, nur weltweit. Was sich durchsetzt, ist der niedrigste Standard, mit dem das meiste verdient wird. Die Schere zwischen fleißig und reich wird so immer mehr auseinander gehen bis es Aufstände gibt . Sollten die Medien uns einmal nicht den richtigen Schuldigen vermitteln können, so dass sich die Aufstände gegen die Demokratie des Geldes richten, kann die Todesstrafe zur Niederschlagung der Aufstände angewandt werden. Solange sich die Empörung gegen Ossis, Harz IV Empfänger, Griechen usw. richtet, ist die Anwendung der Todesstrafe nicht zu befürchten. Denn wenn wir beginnen uns gegenseitig die Schädel einzuschlagen, verdienen die Kapitalbesitzer kräftig dazu. Mit dem ESM erteilen wir ihnen unwiderruflich Einzugsermächtigung für unser Konto und halten so ein völlig überspanntes System am Leben, das schon zusammenbrechen würde, wenn wir elektronische Zahlungen einstellten und nur mit Bargeld bezahlten. Die Menschen wollen keine Alternativen, weil bei ihnen Angst geschürt wird etwas zu verlieren. Unsere Konten sind aber schon lange leer, wir haben es nur noch nicht gemerkt, denn elektronische Speicher sind noch geduldiger als Papier.


Deutscher Bundestag: 172 Plenarsitzung zum ESM und Fiskalpakt

ttp://www.bundestag.de/Mediathek/index.jsp?isLinkCallPlenar=1&action=search&contentArea=details&ids=1627073&instance=m187&categorie=Plenarsitzung&destination=search&mask=search


ESM + LISSABON Vertrag & TODESSTRAFE = DIKTATUR in EUROPA

http://www.youtube.com/watch?v=29eTRNSYekQ


Nichtbeistands-Klausel

http://de.wikipedia.org/wiki/Nichtbeistands-Klausel

Rede von Sahra Wagenknecht : Mediathek des Deutschen Bundestages

http://www.bundestag.de/Mediathek/index.jsp?isLinkCallPlenar=1&action=search&contentArea=details&ids=1527586&instance=m187&categorie=Plenarsitzung&destination=search&mask=search


"Vom organisierten Geld regiert zu werden,
ist genauso schlimm wie vom organisierten Verbrechen regiert zu
werden"

Samstag, März 24, 2012

Vertrauen schenken

Die Medien sind voll des Lobes für Joachim Gaucks Antrittsrede. Sprachlich mag sie auch durchaus gelungen sein, aber mich erinnert es eher an eine Predigt als an eine Grundsatzrede. Vieles von dem Gesagten gefällt sofort.“Wir lassen uns unsere Demokratie nicht wegnehmen.“ „Wir lassen unser Land nicht im Stich.“ „Die Völker ziehen in Richtung Freiheit.“ Auch wenn unser Bundespräsident viele wärmende Worte findet, möchte ich mein Vertrauen nicht verschenken. Herr Gauck kann es sich verdienen. Nichts ist gefährlicher als blindes Vertrauen. Selbst das Selbstvertrauen, das zweifelsohne sehr wichtig ist, darf nicht grenzenlos sein. Wenn Herr Gauck von der Wende und von Mut spricht, macht er das aus einem anderen Gesichtspunkt wie ich. Wir haben die Wende ohne Blutvergießen geschafft, weil wir das freie Denken nicht verlernt hatten. In der DDR wollte man das freie Denken unterdrücken, was nicht einmal ansatzweise gelang. Heute wird es uns aberzogen und das mit wachsendem Erfolg. In den Zeitungen wurden, im Zusammenhang mit den Streiks im öffentlichen Dienst, die Gehälter von Müllmännern usw. veröffentlicht. Die Reaktion auf der Baustelle war Neid und Missgunst, dass die, welche schon mehr verdienen als jeder Bauarbeiter, noch mehr haben wollen. Nicht einer kam auf die Idee, dass das Gehalt in Ordnung ist, aber man selber zu wenig verdient. Wir haben das freie Denken fast verlernt. Die Medien bestimmen unsere Gedanken . Auf wie viele Fragen die Antwort mehr Europa sein kann, sei einmal dahingestellt. Ein demokratisches Europa kann man nur schaffen, wenn man die Bürger dazu fragt. Diesen Punkt habe ich wahrscheinlich bei Herrn Gauck überhört. Aber sonst eine sehr versöhnliche Rede, die aber eine auseinander driftende Gesellschaft keinen Millimeter zusammenführt.

Mittwoch, März 07, 2012

Alternativlos!

http://alternativlos.org/22/


In der Sendung geht es um Korruption und Manipulation in der Politik,
wie sich Politik und PR annähern, und wie sich die Politik der Weltbank
und des Weltwährungsfonds (IMF) gegenüber afrikanischen Ländern und die
Poltik Deutschlands gegenüber Griechenland und Frankreich ähneln.

Montag, Februar 27, 2012

Bundespräsident: "Gauck ist die falsche Person" — Der Freitag

 http://www.freitag.de/politik/1208-gauck-ist-die-falsche-person 

Erhellendes zum Gauck’schen Verständnis von “Freiheit“ | Lars Schall
http://www.larsschall.com/2012/02/21/erhellendes-zum-gauckschen-verstandnis-von-%E2%80%9Cfreiheit%E2%80%9C/


Kein Beleg für technische Manipulation des Gauck-Votings | MDR.DE
http://www.mdr.de/nachrichten/voting146.html


Ich vermute einmal, dass es in den nächsten Wochen einen sprunghaften Anstieg von Skandalen durch Enthüllungsjournalismus geben wird. Die aktuellen Umgestaltungsprozesse in der Europäischen Union und der Welt können nicht völlig verheimlicht werden. Deshalb werden wir mit ausreichend Aufregung versorgt, damit wir uns nicht die falschen Gedanken machen.Unser letzter Bundespräsident ging mit sehr viel Aufsehen. In anderen Ländern gab es ähnliche Fälle, wie Dominique Strauss-Kahn und Silvio Berlusconi. Die Presse gewinnt aber nicht an Glaubwürdigkeit, nur weil sie sich am Steinigen von Politikern beteiligt. Es gibt immer zwei Seiten, einer der Gefälligkeiten annimmt und einen der sie gibt. Eine glaubwürdige Presse verfolgt den Schmierstoff des Systems bis zu seiner Quelle und nicht nur bis zum ersten Leck. Davon sind wir meilenweit entfernt. Was wir denken sollen, wird uns schon lange von den Medien vorgegeben. Ich habe mir ein paar Vorträge von Joachim Gauck auf youtube angesehen. Man muss, um jemanden richtig einschätzen zu können, nicht nur lesen, was er gesagt hat, sondern ihn dabei auch sehen. Ich kann mich mit seiner Lebenswirklichkeit nicht identifizieren und das, obwohl ich sie fast eins zu eins erlebt habe, nur eine Generation später. Die Eitelkeit Joachim Gaucks ist für mich fast unerträglich. Vor diesem Mann muss man sich vorsehen. Der neue Bundespräsident ist ein Kuckucksei, von dem man nicht weiß, wer ihn uns ins Nest gelegt hat. Der „Markt“ schuf den Bundespräsidenten als sein Ebenbild. Vielleicht schuf er ihn auch als weiteres Ablenkungsmanöver, denn Frankreich hat den ESM Vertrag schon ratifiziert. Es kann jetzt ganz schnell gehen. Gauck nennt sich einen Demokratielehrer und spricht viel von Verantwortung. Wenn die „demokratischen Volksvertreter“ bei ihm gelernt haben, würde das einiges erklären.










Sonntag, Februar 19, 2012

Der Rücktritt des Bundespräsidenten und die vierte Macht

Ich möchte mein Bedauern über den Rücktritt von Christian Wulff ausdrücken. Ich hatte gehofft, dass unser Bundespräsident im Amt bleibt und seine Unterschrift unter dem ESM Vertrag verweigert. Dass Christian Wulff nach seinem Rücktritt ausgerechnet von dem Mann vertreten wird, der gesagt hat „ Diejenigen, die entscheiden, sind nicht gewählt und diejenigen, die gewählt werden, haben nichts zu entscheiden“, entbehrt nicht einer gewissen Komik. Ich frage mich, wie wir in diesen Zustand gekommen sind, in dem wir uns befinden. Joachim Gauck, der als neuer Bundespräsident gehandelt wird, bezeichnet Leute, die sich über Alternativen Gedanken machen, als „erfahrungsresistent und denkfaul“- „unsäglich albern“. Die Presse begann sich, schon vor dem Rücktritt von Christian Wulff, für Gauck zu formieren. Die LVZ nennt Joachim Gauck den deutschen Stephan Hessel. Ich halte den Mann nicht für fähig, ein kurzes auf den Punkt gebrachtes Werk wie „Empört Euch“ zu schreiben. Dazu fehlt ihm die kritische Grundhaltung. Gauck sieht in dem herrschenden Zustand das ideale System und sondert nur Sprechblasen freier Märkte ab. Dass die von ihm hochgelobte Freiheit, welche auch er durch seine üppigen Bezüge genießen kann, Millionen Menschen auf niedrigstem Niveau gerade einmal überleben lässt, beschäftigt ihn nicht. Joachim Gauck hat ein Heftchen geschrieben, das am Tag des Rücktritts von Christian Wulff in die Buchhandlungen gekommen ist. Es ist doppelt so dick und doppelt so teuer wie „Empört Euch“. Das macht ihn aber nicht zu einem Stephan Hessel. Stephan Hessel sieht die Demokratie und die Freiheit der Presse in Frage gestellt. Dass der Meinungsjournalismus nach seinem größten Erfolg den möglichen Nachfolger des Bundespräsidenten mit Stephan Hessel vergleicht, sollte zu denken geben. Die Medien bezeichnen Joachim Gauck als Bürgerrechtler. Bevor man die positive Wortwahl verinnerlicht, sollte man sich fragen, welche Rechte der Bürger Joachim Gauck durchgesetzt hat. Der Erfolg der „freien Presse“ beim Rücktritt unseres Bundespräsidenten ist in Wahrheit Ohnmacht der Politik und Rechtlosigkeit der Wähler.


ACTA - Die totale Internetzensur - Wissenswertes über ACTA - YouTube

http://www.youtube.com/watch?v=ErTNEh1z75o&feature=fvwrel

Schäuble unzensiert - zur Souveränität der BRD - Bundesrepublik Deutschland - YouTube

http://www.youtube.com/watch?v=iKd4lpNR3os&feature=related

Die vergessenen Warnungen von Kennedy und Eisenhower 1961 - YouTube

http://www.youtube.com/watch?v=Vt0w8Dyg8uE&feature=related

Sonntag, Februar 12, 2012

Über Geheimlogen und Think Tanks (1/6) - YouTube

http://www.youtube.com/watch?v=njYFcOMcq7w

Gibt es eine Lösung für die „Wirtschaftskrise“ ?


Wenn man erst einmal anfängt zu suchen, finden sich im Internet unzählige interessante Lösungsansätze. Die meisten befassen sich mit alternativen Geldsystemen. Einiges von den Vorträgen scheint gut durchdacht. Wir hören zum Beispiel, dass das Geldsystem zu den Menschen passen muss. Sind wir unterschiedlich und wenn ja, worin? Der Spanier legt sich mittags hin und der Deutsche nimmt eine Herztablette und arbeitet durch. Sind das Unterschiede, die ein Geldsystem beachten muss? Wenn dem so wäre, könnte man das Problem mit einem Geldsystem, das die Leistungsfähigkeit der Wirtschaft beachtet, lösen. Ich kann nur nicht so richtig daran glauben, denn wir sind letztendlich alle gierig, nur die Ausprägung ist unterschiedlich. Ich denke, die Lösung des Problems ist einfacher als man denkt. Unser Leben wird durch das ständige Streben nach Anerkennung bestimmt. Die größte Anerkennung gewinnt man durch maximalen Wohlstand. Im normalen Alltag bleibt diese Anerkennung den meisten Menschen verwehrt. Die einzige verbleibende Möglichkeit für einfache Menschen, gesellschaftliche Anerkennung zu erfahren, ist der Krieg. Nur der Krieg macht aus dem überflüssigen, unerwünschten Teil der Bevölkerung Patrioten. Stellen wir uns einmal vor, die Ressourcen der Erde sind begrenzt und enden am Tag X. Wäre es da nicht patriotische Pflicht, so sparsam wie nur irgend möglich mit den Ressourcen unserer Erde umzugehen? Müsste nicht der Mensch am angesehensten in der Gesellschaft sein, der Ressourcen einspart? Sparsamkeit mit Ressourcen schließt Produktivität und Erfindungsgeist nicht aus . Sparsamkeit ist nicht der Weg zurück in die Steinzeit sondern Fortschritt. Der Krieg ist die größte Vernichtung von Ressourcen und keine patriotische Pflicht, sondern ein Verbrechen an der Menschheit, den es nur wegen der Gier einzelner gibt. Wir sollten die Besitzer von Flugzeugen, Jachten, Nobelkarossen, Luxusimmobilien, Ländereien usw. nicht mehr bewundern sondern verachten, weil sie die Lebensgrundlage unserer Nachkommen verschwenden. Unser Leben würde sich sofort zum Besseren verändern, und das ohne Gewalt. Es macht aber keinen Sinn, über das alles zu diskutieren, bevor man unser System nicht verstanden hat. Wenn sie das Geldsystem verstehen wollen, googlen sie - Fabian der Goldschmied -. Inhalt:
Was ist Geld?
Wie entstanden Banknoten, Schecks usw.
Der grundlegende Fehler im System
Warum überall Geld fehlt
Warum die Bürokratie immer weiter ausufert
Warum die Belastungen für die Bürger laufend anwachsen
Warum es zu Kriegen kommt
Warum das Bargeld schrittweise abgeschafft wird
Die Ursache der Globalisierung
Das unentdeckte Geheimnis des Banken- und Geldwesens

http://www.youtube.com/watch?v=_h0ozLvUTb0


15.02.2011 Arte: Kaufen für die Müllhalde – ein Bericht auf Arte über geplante Obsoleszenz (Veralterung) von Produkten. Hier erfahren sie, wie zB. ein Drucker mit dem Einbau eines Betriebsstundenzählers unbrauchbar gemacht wird.

http://www.youtube.com/watch?v=tI798T2tRrQ


Zum Schluss habe ich ihnen zwei Zitate bekannter Persönlichkeiten herausgesucht, die zum Thema passen. Bekannt werden Zitate nur, wenn sie aussprechen, was wir im innersten fühlen. Wir und die Zeit sind es, die ein Zitat zur Weisheit machen. Die Prominenten sind nicht schlauer wie wir, sie werden nur als einzige überliefert. Würden Zitate nicht nach gesellschaftlichen Bedürfnissen gefiltert, was bliebe dann von der Weisheit. Wir brauchen keine fremden Weisheiten, sondern alle Informationen, um endlich frei zu denken.



„Würden die Menschen das Geldsystem verstehen, hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh.“

Henry Ford


„Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier.“

Mahatma Gandhi



         

Dienstag, Januar 31, 2012

Kommt der Crash CLUB2 ORF - YouTube

http://www.youtube.com/watch?v=x0sWpjEMBIA

2 Stunden Bewegung im Kreis. Eine gesellschaftliche Alternative wird
nicht einmal angesprochen.

Sonntag, Januar 29, 2012

nach-denken

Wer schon einmal auf meiner Seite gelesen hat, weiß, dass ich zu den Leuten gehöre, die sich Gedanken machen. Leider bin ich erst vor ein paar Tagen im Internet auf die Wissensmanufaktur gestoßen . Dabei habe ich eine für mich neue Erkenntnisse gewonnen. Die Federal Reserve ist keine „Notenbank“, sondern privates Gelddruckrecht. Ich habe einiges über das Geldsystem gelesen und auch erkannt, dass es Fehler hat. Mir ist durchaus bewusst, dass der Gewinn des einen die Schulden des anderen sein müssen. Wenn man mit dieser Erkenntnis am europäischen Gedanken festhält, steht man einer gemeinsamen Staatsanleihe offen gegenüber. Natürlich beginnen sofort Diskussionen über die Kosten für den deutschen Steuerzahler. Nun bin ich der Meinung, dass es ein friedliches Europa nur geben kann, wenn der „Wohlstand“ gleichmäßig verteilt wird. Leider denkt man zuerst über das nach, was man verlieren könnte und nicht an das, was gewonnen werden kann. Und so geht es in all den Diskussionen in der „Schuldenkrise“ um die Belastung für den Steuerzahler. Unsere Politiker treten für die Interessen des Steuerzahlers ein und in Griechenland veröffentlicht man „die Liste der Schande“. Ich bin kein Rechtswissenschaftler und kann auch nur bedingt den Ausführungen prominenter Staatsrechtler folgen. Ich verstehe die rechtlichen Grundlagen der Verträge der EU nicht mehr. Was mich erschreckt hat, ist, wie unterschiedlich alleine die Frage des Demonstrationsrechtes im Fall von Stuttgart 21 bewertet wurde. Als Ergebnis der ständigen Lügen, geht man über kurz oder lang in eine Oppositionshaltung. So spaltet sich die Bevölkerung in zwei Lager. Die einen folgen der Mehrheit und die anderen gehen in Opposition. Wenn sie einen Geniestreich landen wollen, versuchen sie nicht, dem Bürger etwas einzureden, sondern sie sorgen dafür, dass er es selbst will. In der Politik bedeutet das, sie schicken die Opposition auf ihren Weg. Da das noch zu unsicher ist, sorgen sie dafür, dass der Weg im Kreis geht. Im Fall Griechenlands ist es völlig egal, ob das Land Pleite geht oder nicht. Die Banken verdienen in jedem Fall. Warum dann die Aufregung??? Was ich bis jetzt auch nicht wusste, ist, dass John F. Kennedy kurzzeitig den Federal Reserve Act aufhob und wieder Staatsgeld einführte. Geben wir uns einmal Verschwörungstheorien hin und sehen darin den Grund für die Ermordung. Was würde das für Europa und den Euro als Konkurrenz zur amerikanischen Leitwährung bedeuten??? Der Gedanke ist so abenteuerlich, dass ich darüber noch etwas nachdenken muss. Warum Facebook bei seinem Börsengang einen hohen Wert erzielt, weiß ich aber schon. Ein Unternehmen, mit dem man Einfluss auf Millionen von Menschen gewinnt und sogar Regierungen stürzen kann, ist mit Geld gar nicht zu bezahlen. Und dann nennt man das Ding sogar noch soziales Netzwerk. Unter diesem Gesichtspunkt sollte man über das Löschen der Facebookseite von Hape Kerkeling einmal nachdenken. John F. Kennedy würde in heutiger Zeit möglicherweise nicht erschossen werden, sondern einfach nur „gewulfft“.

Freitag, Januar 27, 2012

Hetzkampagne gegen Christian Wulff Hintergrund -ESM Vertrag

Wenn sie immer noch zu denen gehören, die der medialen Hetze gegen
unseren Bundespräsidenten folgen, sehen sie sich diese beiden Videos an.

Andreas Popp - Danistakratie ! Auszug ! Die Herrschaft des Wuchers
[Wissensmanufaktur]

http://www.youtube.com/watch?v=7Y9RGzFGwXM

Hetzkampagne gegen Christian Wulff Hintergrund -ESM Vertrag

http://www.youtube.com/watch?v=xJdrEL9HhF4


Wenn sie dann noch glauben, dass es eine freie Presse gibt, die die Gesamtheit der „öffentlichen Meinung darstellt", sollte man ihnen das Wahlrecht aberkennen. Die Presse gehört dem Kapital und wer für den Bundespräsidenten Partei ergreift, wird gelöscht. Ich bin der festen Überzeugung, dass die Demonstration gegen den Bundespräsidenten mit „Mietdemonstranten" inszeniert wurde. Eine derartige Meinung wird aber in den Kommentaren fast aller Zeitungen gelöscht. Können sie ausschließen, dass wir einen Bundespräsidenten haben, der so viel Gewissen und Rückgrat besitzt, uns vor dem größten Fehler der Geschichte zu bewahren?? Nein, das können sie nicht, weil sie überhaupt keine Ahnung haben. Sie sind zu faul, sich alternativ zu informieren und verlieren den Blick für das Wichtige. Wir diskutieren lieber über „Hundebisse aus aller Welt", weil uns das so vorgegeben wird. Fangen sie endlich an, selbst zu denken, sonst haben wir bald die nächste Generation, die den Faschismus nicht hat kommen sehen.

Sonntag, Januar 22, 2012

Treibjagd oder Pressefreiheit ???

Am Freitag den 13.1. titelten fast alle Zeitungen, dass ¾ der Bevölkerung das Ansehen des Bundespräsidenten für dauerhaft beschädigt halten. Im Text erfährt man dann, dass 50 % für einen Verbleib Wulffs im Amt sind und nur 44% für einen Rücktritt stimmen. Wie oft haben wir es erlebt, dass nach deutlichen Verlusten und ausgesprochen knappen Wahlergebnissen ein eindeutiger Wählerauftrag herbeigeredet wurde. Bei einem Wahlergebnis, mit einem Abstand von 6%, titelt man aber mit einem auf Dauer beschädigten Ansehen. Ist das noch freie Meinungsäußerung oder Politik und Meinungsmache? In welcher Affäre redeten so viele Beteiligte so freimütig mit der Presse? Wann wurden schon einmal in so kurzer Zeit so viele Verfehlungen recherchiert? Welche Möglichkeiten hat denn eine „freie Presse“ bei ihren Recherchen gegen die sonst geschlossene Mauer des Schweigens? Es ist schon eine Weile her, als über Peter Hartz die VW Affäre zusammen schlug. 6 Jahre später erscheint auf ARD ein sehr wohlwollender Bericht über Peter Hartz, in dem Christian Wulff anscheinend nur eine Nebenrolle spielt.


 Auf der Suche nach Peter Hartz – YouTube http://www.youtube.com/watch?v=sv6bjbzxDB4 

Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass hier der Grundstein für neues Ungemach gelegt worden ist. Der ganze Bericht ist auf jeden Fall ein Paradebeispiel, wie man durch reine Wortwahl auf einmal Peter Hartz positiv darstellt. Das gleiche hätte man mit Christian Wulff tun können und damit titeln: „Breite Mehrheit der Bevölkerung für Wulffs Verbleiben im Amt“. Eine Demokratie gibt es nur mit Pressefreiheit und Pressefreiheit gibt es nur ohne Medienkonzerne. Die Zerschlagung der Medienkonzerne erscheint mir heute genauso utopisch wie damals das Ende der DDR. Wenn die Einrichtung einer Beschwerdestelle über Zensur im Petitionsausschuss kein Gehör findet und der Bürger im Umgang mit den Medien nicht kritischer wird, wird es einen unabhängigen Politiker nicht mehr geben. Gregor Gysi sagt, dass Christian Wulff nicht mehr die geforderte Souveränität für das Amt besitzt und sich abhängig gemacht hat.Gysi sieht die Gefahr, dass Wulff, durch die Abhängigkeit von Angela Merkel, seine überparteiliche Unabhängigkeit verloren hat und die Regierung bei offenkundig grundgesetzwidrigen Gesetzen nicht kritisieren kann. Was Gysi vergisst, ist, dass Angela Merkel ein inniges Verhältnis zu Springer und Bertelsmann pflegt. Ein Bundespräsident, der den Mut hat, sich gegen die Medien zu behaupten, hat seine Unabhängigkeit nicht verloren sondern er gewinnt sie erst. Dabei fallen ihm ausgerechnet die in den Rücken, welche selbst ein Interesse haben müssten, die Macht der Medien zu beschränken. Wenn die Presse schon über geschenkte Bobbycars berichten muss und die Staatsanwaltschaft trotz alledem keinen ausreichenden Anfangsverdacht für die Einleitung von Ermittlungen sieht, spricht das doch für unseren Bundespräsidenten. Das bis jetzt bekannt gewordene ist doch noch vergleichsweise harmlos zu dem Sumpf, in dem manch andere Politiker stehen. Kurt Biedenkopf wird heute noch wegen seiner „Verdienste“ als König Kurt bezeichnet, dabei steht der Mann mehr als hüfttief im Sumpf. Bedauerlicherweise gibt es kaum Journalisten, die auch kritische Fragen stellen. Daran wird sich auch nichts ändern, wenn Journalisten für das Stellen von Fragen zum „Sachsensumpf“ zu Geldstrafen verurteilt werden. Wir haben keine Freie Presse und keine unabhängigen Politiker. Einen Heiligen kann man unter Politikern nicht erwarten, aber möglicherweise einen, dessen Gewissen Grenzen kennt. Bevor man dem medialen Großaufgebot folgt, sollte man nachdenken, ob dies nicht der Fall sein könnte und Christian Wulff nicht die Starbesetzung ist, aber vielleicht der kleinere Schaden.

Sonntag, Januar 08, 2012

Demo gegen Bundespräsidenten mit Mietdemonstranten ???

Es ist heute nicht leicht, Menschen für eine aktive Mitgestaltung zu gewinnen . Die Parteien verlieren ihre Mitglieder, die Wahlbeteiligung sinkt immer weiter und Demonstranten bekommt man nur noch mit großem Organisationsaufwand auf die Straße. Die Ansicht, dass einzelne nichts verändern können, hat sich festgesetzt. Wenn es heute noch Demonstrationen gibt, an denen mehrere hundert Menschen teilnehmen, haben mehrere Organisationen dazu aufgerufen. Die Demonstration gegen Bundespräsidenten Wulff soll über Facebook aus dem Volk organisiert worden sein. Was üblicherweise über Facebook organisiert wird, sind Partys und „flashmobs“, zu denen eher junge Menschen kommen, welche hauptsächlich das Internet nutzen. Die Demonstration vor dem Schloss Bellevue stand unter dem Motto „Wulff den Schuh zeigen“. Fast jeder der Demonstranten hatte auch einen Schuh mitgebracht oder schwenkte ein Plakat. Die Ausstattung der Demonstranten, vom Holzbein mit Schuh, über Megafon, bis zum A3 Farbhochglanzdruck und der Querschnitt durch alle Bevölkerungsschichten, war beeindruckend. Besonders bemerkenswert ist, wie viele ältere Menschen über Facebook vernetzt sind. Mich würde interessieren, ob es einen Journalisten gibt, der unter den Teilnehmern nach Mietdemonstranten gesucht hat. Es gibt zahlreiche Artikel über Mietdemonstranten, in denen auf die Firma „erento“ hingewiesen wird. Auf der Internetpräsenz ist aber im Moment nicht ein einziger zu finden. In dieser Gesellschaft ist alles käuflich und die Meinungsfreiheit eines Demonstranten kostet laut Internet 30 -145 €. Wenn hier nur ein gekaufter Demonstrant Schuhe geschwenkt hat, ist dies ein viel größerer Skandal.

Samstag, Januar 07, 2012

Kampagne gegen Bundespräsidenten Wulff

Die Berichterstattung über unseren Bundespräsidenten hat nichts mehr mit kritischer Berichterstattung zu tun, sondern ist eine Treibjagd.
Ich finde es bemerkenswert, wie in unserer Gesellschaft, in der sonst doch eher die kollektive Vergesslichkeit herrscht, sich sogar Freunde unseres Bundespräsidenten genau erinnern und ausgiebig mit der Presse reden. In wie viele Fällen von Spendenaffären, Amtsmissbrauch, Korruption, Steuerhinterziehung usw. usw. war dies nicht der Fall. Hat die Presse Helmut Kohl zerrissen, als er sich weigerte, in der Parteispendenaffäre die Namen der Spender zu nennen? Ich habe nichts gelesen, wo man auf Grund von Zweifeln zur Zurückhaltung aufruft. Selbst nach der Stellungsnahme des Bundespräsidenten und der anschließenden Bekanntgabe von Teilen des Wortlautes der Mailboxnachricht hat niemand Zweifel, sondern man deutet den Wortlaut zu Ungunsten von Herrn Wulff. Wenn man nicht nur mit ja oder nein antwortet, beginnt schon der Spielraum für Interpretation . Man kann, wenn man will, die gesamte Erklärung auch positiv bewerten. Der Bundespräsident spricht zu Beginn des Interviews von einer breiten Unterstützung aus der Bevölkerung, angesichts der medialen Vorverurteilung ist dies allerdings unwahrscheinlich. Selbst die Nachdenkseiten, welche eher kritisch berichten, greifen den Bundespräsidenten an und werfen ihm sogar vor, dass er „dem Springer-Verlag und der Bild Zeitung die Gelegenheit bot , sich als Vorkämpfer für die Pressefreiheit aufzuspielen und so tun konnte, als würde sie auch vor konservativen Politikern nicht klein bei geben. Dabei war die wohlfeile Kampagne gegen Wulff nur eine Machtdemonstration dafür, wie die Medien und die Öffentlichkeit mobilisiert werden können, wenn die Politik nicht nach der Pfeife von Springer tanzt.“ Die Nachdenkseiten sind der Meinung, dass die Kampagne gegen Wulff eine Machtdemonstration der Presse ist, stellt aber nicht die Frage, wozu diese Machtdemonstration dient.
In dem Film „Wag the Dog“ wird als Ablenkung von einer Krise wegen sexueller Belästigung vor den Präsidentschaftswahlen ein Krieg gegen Albanien erfunden und von Amerikas Topp-Produzenten gefilmt und zusammengeschnitten. Der Wahrheitsgehalt dieses Films spielt keine Rolle, Fakt ist, Politik ist nicht ehrlich, sonder wird mit Lügen, Halbwahrheiten und Ablenkung betrieben. Ich bin mir sicher, dass es bald wie für Theodor von Gutenberg auch für Christian Wulff eine breite Unterstützung in der Bevölkerung geben wird. Eine Ablenkung funktioniert am besten, wenn man die Bevölkerung in zwei Lager spaltet. So lange wir uns beschimpfen und darüber streiten, ob ein Verteidigungsminister oder Bundespräsident gehen soll oder ein Bahnhof unter die Erde gelegt wird, stellt niemand wichtigere Fragen. Es ist erschreckend, was die Medien aus uns machen. Das Interview unseres Bundespräsidenten war perfekt inszeniert und nur ein wohlwollender Artikel und wir haben einen Bundespräsidenten der Herzen. Ist ein Bundespräsident, der ganz offensichtlich von dem Wohlwollen der Presse abhängig ist, in der Lage, seine Aufgaben wahrzunehmen, zu denen unter anderem das Unterzeichnen und Prüfen von Gesetzen gehören? Ich wünsche mir nichts mehr als einen Bundespräsidenten, der mit den Medien „Krieg“ führt und ihre Macht zerschlägt. Dass Christian Wulff jetzt auch noch wegen seiner Rolle als früheres Aufsichtsratsmitglied von Volkswagen unter Beschuss gerät, finde ich nachdenkenswert. Eine Drohung in Höhe von 1,8 Milliarden, wann hat es das schon einmal gegeben?




Sonntag, Januar 01, 2012

Revolutionäres Drohnen-Gesetz: Die Angst vor dem deutschen Überwachungsstaat - Nachrichten Politik - Deutschland - WELT ONLINE

http://www.welt.de/politik/deutschland/article13791413/Die-Angst-vor-dem-deutschen-Ueberwachungsstaat.html?wtmc=google.editorspick&google_editors_picks=true

Wehrdienst und Gewissen

Der „Dienst fürs Vaterland“ wird seit sehr langer Zeit als etwas ehrenhaftes dargestellt. Zu Beginn eines Krieges waren die Schlachtfelder voller Freiwilliger, die in den Heldentod rannten. Dieser „Dienst fürs Vaterland“ wird dann mit Denkmälern geehrt. Was hier geehrt wird, ist aber nichts als blinder Gehorsam, der klaren Befehlsstrukturen folgt . Da dieser Verlust an Menschlichkeit nicht von alleine entsteht, wird er durch das Heldentum gefördert. Dass es ausgenommen dumm ist, dieser Ideologie zu folgen, sehen sie daran, dass nach einem Wechsel der Machthaber aus Kriegshelden Verbrecher werden und aus Vaterlandverrätern Helden. Die Frage ist, was ist das Richtige, auf welche Seite stellt man sich. Egoistische Menschen stellen sich auf die Seite, auf der sie am meisten profitieren können. Sie sind gefragt, denn sie sind berechenbar und stellen die Führungsspitzen jeder Gesellschaft. Einem Soldaten der DDR konnte man noch vermitteln, dass er an der Grenze die Freiheit schützt. Bei einem Soldaten am Hindukusch ist dies schon durch die geografische Lage etwas schwieriger. Der Wehrpflichtige wird hier zur Gefahr, denn man weiß nicht, ob er seinem Einsatzbefehl folgen wird oder ihn in Frage stellt. Ein Berufssoldat stellt seinen Lebensunterhalt viel später in Frage. Hier sehe ich den wahren Grund, warum Berufsarmeen einer Wehrpflicht vorgezogen werden. Ein Offizier der NVA galt nicht ganz zu unrecht als Machthalter des Systems. Nach der Wende gab es zahlreiche Mauerschützen Prozesse, in denen auch normale Wehrdienstleistende zur Verantwortung gezogen werden sollten, die nur Befehle befolgt hatten. Diesen Leuten wurde auch vorgehalten, sie hätten den Einsatz an der Grenze verweigern oder zu mindest den Schießbefehl nicht befolgen können. Dem kann ich mich nur anschließen. Das bedauerliche ist nur, dass wir ein paar Grenzsoldaten ihren Dienst vorwerfen, während heute eine ganze Armee freiwillig am Hindukusch unsere „Freiheit“ verteidigt und dabei Menschen tötet. Wenn die Soldaten unter Posttraumatischen Belastungsstörungen leiden, muss man sich anhören, es fehlt an Rückhalt aus der Bevölkerung. Wer etwas Verstand besitzt und über das Berufsbild des Soldaten nachdenkt, der geht nicht zur Armee . Wer es trotzdem macht, der wird für Geld vom Menschen zum Weichziel, für das es eine festgeschriebene Entschädigung gibt. Das ist es, was man für seinen Dienst bei der Armee erwarten kann, über den Rest entscheiden die Geschichtsbücher. Das bedauerliche ist, dass wir heute schon so schlau wie die Geschichtsbücher sein könnten. Wir lassen uns aber von Existenzangst und Feindbildern blenden. Der „kalte Krieg“ ist seit 20 Jahren vorbei, die Rüstungshaushalte aber immer noch gigantisch. Es gibt sicher Soldaten, die der Meinung sind, in einer „Friedensarmee“ zu dienen. Das ist ein Widerspruch in sich. In einer Armee, die auf den Einsatz im Ausland umgerüstet wird und es gleichzeitig Bestrebungen gibt, diese im Inland einzusetzen, würde ich keinen Dienst mehr antreten. Wer ein Auto im Straßenverkehr lenkt, von dem wird erwartet, dass er sich der Gefahren, die damit verbunden sind, bewusst ist.
Das gleiche gilt für den Dienst in der Armee. Man muss prüfen, ob Glatteis herrscht, bevor man sich ans Steuer setzt. Vor 20 Jahren hatten wir noch kalten Krieg, inzwischen ist es eiskalt.
Soll die einzige Erkenntnis, die wir aus dem 2. Weltkrieg gezogen haben, sein, einen Krieg als bewaffneten Konflikt zu benennen. Es gibt keine edlen Ziele für das Töten und es gibt keine Macht, die unser Gewissen von der Schuld befreien kann. Es gibt nur die Gier, die das Gewissen verdrängt.











Sonntag, Dezember 11, 2011

Klimagipfel

Auch wenn es weniger bekannt ist, sind nicht alle Wissenschaftler, was die Klimaerwärmung angeht, der gleichen Meinung. Ob sich mit ein paar in die Landschaft geworfenen Messpunkten eine Klimaerwärmung belegen oder widerlegen lässt, sei einmal dahingestellt. Den wissenschaftlichen Gehalt können sowieso die meisten von uns nicht erfassen. Als erstes ist von Bedeutung, wer Studien über die Klimaerwärmung ausführt und wer dafür bezahlt . Als zweites, wer verbreitet diese Studien und als drittes, wer profitiert davon. Das sind Punkte, die wir begreifen können, aber nicht darüber nachdenken. Natürlich möchte man gerne glauben, dass sich Politiker der Industriestaaten Gedanken um unser Fortbestehen machen . Kann man aber einem Politiker glauben, der sich keine Sorgen um die Vergiftung unseres Planeten in der Gegenwart macht, dass er besorgt darüber ist, was in der Zukunft möglicherweise passiert? Überlegen sie, wie starrsinnig Politiker bei der Festsetzung von Grenzwerten für Umweltgifte sind. Da fehlen regelmäßig wissenschaftliche Beweise für eine Schädlichkeit auf Mensch und Natur. Wie oft haben wir erlebt, dass Grenzwerte beim überschreiten einfach angehoben wurden. Warum ziehen wir ernsthaft in Erwägung, dass beim Kampf gegen eine Erderwärmung edle Ziele vorhanden sein könnten. Als einer der Gründe für den „Kampf“ gegen die Erderwärmung wird ein dadurch verbundener Anstieg des Hungers in der Dritten Welt angegeben. Keiner von uns wird sich diesem edlen Ziel verschließen oder nach einem wissenschaftlichen Beweis fragen . Die Frage ist doch, warum gibt es denn Hunger überhaupt noch, obwohl wir in der Lage sind, ihn zu beseitigen. Es gibt viele edle Ziele, die wir heute verwirklichen könnten. Was uns daran hindert ist einzig und alleine der Profit. Der einzige Grund für das Betreiben des Klimaschutzes ist der Profit, denn es ist kein nobles Ziel, sondern ein Wirtschaftszweig. Wer verdient am Emissionshandel ? Wer ist Marktführer in Klimatechnik ? Wer treibt den Klimaschutz voran ? Und als letztes, wer bezahlt wieder dafür ?

Organspende bleibt von Praxisgebühr befreit


Wenn man einmal in Ruhe nachdenken würde, gibt es keinen Grund, die Praxisgebühr zu ändern. Die Krankenkassen haben einen Überschuss, was will man denn mehr. Warum sollen denn die Arztbesuche zurückgehen? Hängt das nicht von dem Gesundheitszustand der Bevölkerung ab und ist der vielleicht viel besser geworden? Die einen sind krank, weil sie zu viel arbeiten müssen, die anderen sind krank, weil sie nicht arbeiten können. Die Lebenserwartung von Harz IV Empfängern und Aufstockern sinkt bereits. Wir haben jetzt schon eine Zweiklassenmedizin und jetzt will man das noch verschärfen? Die meisten trauen sich gar nicht mehr zum Arzt aus Angst, ihre Arbeit zu verlieren. Was will man dann mit der Erhöhung der Praxisgebühr bewirken. Gesunden, besser verdienenden ist die Gebühr egal, außerdem sind die sowieso meist in der privaten Krankenversicherung. Die Geringverdiener gehen aus Zeitmangel und Angst, ihre Arbeit zu verlieren, selten zum Arzt . Die einzigen, auf die eine Praxisgebühr einen Effekt haben kann, sind Harz IV Empfänger und Rentner. Ein Harz IV Empfänger geht nicht aus langer Weile zum Arzt . Die sind wirklich krank und das nicht zuletzt, weil sie als Fußabtreter der Gesellschaft herhalten müssen. Bei den Rentnern gibt es ähnliche Effekte . Viele werden krank, weil sie plötzlich nicht mehr gebraucht werden und oft mit dem Eintritt ins Rentenalter ihre sozialen Kontakte verlieren. Wahrscheinlich sind die Rentner die einzige Gruppe, bei der man Arztbesuche vermeiden könnte, weil hier manchmal der Arztbesuch als Ersatz für soziale Kontakte genutzt wird. Wenn dies ein Problem ist, schafft man das nicht mit einer Erhöhung der Praxisgebühr aus der Welt. Unser Sozialsystem ist ein Hypochonder. Es redet sich ein krank zu sein, ist es aber nicht, denn die Ausgaben sind im Verhältnis zum BIP unwesentlich gestiegen. Kosten senken bedeutet auch Lebenserwartung senken. Natürlich betrifft das nicht alle. Wohlstand ist nach wie vor lebensverlängernd und sozialverträgliches Ableben sichert Wohlstand. Wenn etwas reformiert werden muss, dann die soziale Kälte dieser Gesellschaft und nicht die Praxisgebühr. In den Kommentaren zu den Artikeln der großen Zeitungen gibt es auch viel Zustimmung für eine Praxisgebühr bei jedem Arztbesuch. Das liegt daran, dass sich die Mittelschicht nach unten abgrenzen will und sich damit für Oberschicht hält. Leider beschleunigt sie damit ihren Niedergang. Von der gesamten Politik profitieren nur die Reichen und es genügt eben nicht, wenn man sich dazugehörig fühlt. Aus Angst, etwas zu verlieren, das man gar nicht hat, büßt man Lebensqualität ein, die man noch besitzt. Der Arztbesuch als wirtschaftliche Überlegung ist Verlust an Lebensqualität. Unser Sozialsystem hat noch große Reserven, denn es zahlen noch lange nicht alle ein. All jene, die jetzt aufschreien, sollten endlich begreifen, dass ihre Besitzstandswahrungen nur dem Erhalt einer Oberschicht dienen, der sie nie angehören werden. Der Kampf um den Aufstieg in die Oberschicht ist ein Selbstbetrug.

Freitag, Dezember 09, 2011

Sozialpolitik im Schnellkochtopf

2009 hat der Gesetzgeber eine Krankenversicherungspflicht eingeführt. Der Grund dafür war, dass die Zahl von nicht versicherten Personen stark zugenommen hatte. Viele davon galten als Selbständige. Zwei Jahre später berichtet die Presse von Verlusten bei den Privatversicherern, wegen hoher Beitragsausstände. Der Grund: die Versicherungen können ihren Mitgliedern nicht mehr kündigen. Einen lächerlichen Tag später berichten die Medien von einem BGH Urteil, wonach der Kündigungsschutz einschränkend ausgelegt werden muss. Bei schweren Vertragsverletzungen sei eine außerordentliche Kündigung weiterhin zulässig. Da hat die Lösung des Problems für die Privatversicherer nicht lange auf sich warten lassen. Das Handwerksblatt berichtet in seiner letzten Ausgabe: Viele Selbstständige mit geringem Einkommen:
„Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel: Zirka 270.000 Selbstständige mussten im Jahr 2010 mit 500 Euro netto im Monat (inkl. Transferleistungen) über die Runden kommen. Rund 950.000 Personen hatten ein monatliches Nettoeinkommen unter 1.100 Euro. Besonders betroffen sind Solo-Selbstständigen, weiblichen Selbstständigen oder Selbstständigen in der Kreativwirtschaft.“ An der
Festsetzung der Mindest- Beitragsbemessungsgrenze für freiwillige Mitglieder ändert das allerdings nichts. Das Zahlen von Krankenkassenbeiträgen auf das wirkliche Einkommen ist weiterhin nicht möglich. Vor ca. 5 Jahren begründete der Petitionsausschuss dies damit, dass es keinen Sinn macht, sich für ein niedrigeres Einkommen als die Beitragsbemessungsgrenze selbständig zu machen. Zu gut deutsch, wer weniger hat, rechnet sich arm. Dass Aufschwung, stagnierende Umsätze, sinkende Investitionen, Fachkräftemangel und sinkende Reallöhne nicht zusammenpassen, interessiert weder Politik noch Presse. Der Versicherungswirtschaft schiebt man seit Jahren mit dem in Frage stellen der Sozialversicherung und der Förderung der privaten Altersvorsorge die Kohle schubkarrenweise in den Rachen. Angeblich wird unser Sozialsystem zu teuer. Der Anteil der Sozialausgaben am BIP ist aber kaum angestiegen. Dass die Geringverdiener dabei angearscht werden, interessiert niemanden. Aber wehe die privaten Krankenkassen haben Einbusen durch die Armenschweine, die vom System ausgeblutet werden. Der Arbeitsmarkt kocht vor sich hin, aber im „Schnellkochtopf“. Da brodelt nichts, aber eines Tages fliegt der Deckel weg. In der „Küche“ hilft kein Lüften mehr, da muss renoviert werden.

Mittwoch, Dezember 07, 2011

Ein Piraten der Pläne für die Zukunft macht wird zur Landratte

Nachdem, was man so liest, ging es bei dem Parteitag der Piraten recht turbulent zu. Stellenweise ist von einer drohenden Spaltung die Rede. Der Grund: eine Position zum Grundeinkommen zu finden. Meine Meinung, was mit Parteien passiert, die durch Erfolg Mitgliederzulauf bekommen, will ich hier nicht wiederholen. Ich möchte aber einmal einen anderen Gedanken aufwerfen. In jeder größeren Partei entstehen früher oder später unterschiedliche Meinungen. Man redet dann vom rechten und linken Flügel usw. Jeder „Flügel“, oder meist sogar jeder Politiker, hält seine Meinung für die einzig richtige. So werden Erneuerungsprozesse blockiert. Nicht der Doktor-Titel und großes Wissen zeichnen einen guten Politiker aus, sondern der Zweifel. Zweifel ist Fortschritt. Unsere Politiker sind so von sich eingenommen, dass sie den Zweifel an ihrer Meinung nicht mehr zulassen. Wenn man bedenkt, dass es kein vollkommenes Wissen geben kann, gibt es demzufolge keine endgültige Wahrheit. Wenn unsere Politiker auf ihren Standpunkten beharren, ohne einen Zweifel daran zu haben, sind sie auch nur „ewig Gestrige“. Als die Piraten antraten, hatten sie noch Zweifel. Wie lange wird es noch dauern, dass es nur noch verhärtete Standpunkte gibt ? Damit löste sich wieder einmal die Hoffnung nach Veränderung in Wohlgefallen auf.

Freitag, Dezember 02, 2011

4 - Jiddu Krishnamurti - Rede - Deutsch - Die Konditionierung durchbrechen. - YouTube

http://www.youtube.com/watch?v=PPfqWDljsSY


Vor kurzem haben wir uns auf Grund des Verhaltens der Fische in unserem
Aquarium über klassische Konditionierung unterhalten. Dazu gibt es
zahlreiche Tierversuche. Aber in wie weit gilt das auch für den
Menschen? Auf meiner Suche, ob es wissenschaftliche Untersuchungen mit
Menschen gibt, bin ich auf diesen Beitrag auf youTube gestoßen.
Zusammenfassen kann man ihn nicht und kommentieren wäre falsch, aber
jeder sollte sich einmal die nötige Zeit dafür nehmen.

Wer denkt hat Zweifel

Wenn ich mir die Berichterstattungen der letzten Zeit über die rechtsextreme Szene so ansehe, habe ich Zweifel, ob hier alles mit rechten Dingen zugeht. Ich will die Möglichkeit gar nicht bestreiten, und sicher könnte man sogar die Wahrscheinlichkeit errechnen, aber die Möglichkeit einer Inszenierung scheint mir mindestens genauso groß. Selbst im Falle einer Inszenierung besteht die Möglichkeit, dass dies in einer Art vorauseilendem Gehorsam passierte und nicht von oben gelenkt wurde. Wie sollte nun aber ein Richter über ein Parteiverbotsverfahren entscheiden, ohne eine jahrelange Untersuchung? Eine Verbindung zu einem NPD Funktionär besteht möglicherweise, die zum Verfassungsschutz ganz sicher. Welche neuen Fakten sind damit geschaffen? Ich denke keine. Das Problem der V- Leute besteht nach wie vor. Mit rechtsstaatlichen Mitteln ist ein Parteiverbotsverfahren nicht möglich. Deshalb wird die rechte Szene jetzt in der Presse zur Bedrohung aufgerüstet. Über 800 Waffenfunde wird berichtet, darunter 15 Handfeuerwaffen. Ob die obligatorische schwere Armbrust, die in den Medien vorgeführt wird, unter Handfeuerwaffen zählt oder schon als eines der 8 Kriegsgeräte gewertet wird, weiß ich nicht. Aber eines weiß ich ganz sicher, hier wird aufgebauscht, denn das meiste der Waffenfunde finden sie genau so auf einem durchschnittlichen Schulhof oder in Handtaschen schwäbischer Hausfrauen. Es kann sein, dass der Verfassungsschutz durch Zufall Augenzeuge eines Mordes wird. Es kann sein, dass man nichts von V- Leuten wusste. Aber glauben sie auch, dass Feinbilder von alleine entstehen? Man kann vieles gesetzlich regeln und vieles sollte oder muss man sogar gesetzlich regeln. Die Meinungsfreiheit gehört aber nicht dazu. Ein Parteiverbotsverfahren ist eine heikle Sache und man darf auf keinen Fall zulassen, dass der gesetzliche Rahmen dafür aus einem Reflex geändert wird. Keiner kann wissen, ob es beim Verbot einer Partei bleibt oder ob andere folgen. Selbst eine Inszenierung durch die verbotene Partei selbst ist möglich. Man gründet sich neu und hat ein Mittel gegen den politischen Gegner. Politik ist das schmutzigste Geschäft, da darf man keine Möglichkeit außer acht lassen. Die Zeiten, dass man sich hinter Unwissenheit verstecken kann, sind eigentlich vorbei. Die Verbrennungsöfen der Konzentrationslager stanken zum Himmel, aber niemand wusste etwas. Irgendwie hat sich daran nichts geändert.

Dienstag, November 22, 2011

Hinter jedem „Feindbild“ verbirgt sich letztendlich ein Betrug

Es ist wieder einmal soweit . Wir werden mit Berichten über ein „rechtsradikales Mördertrio“ überflutet. Die ersten spontanen Demonstrationen gegen rechte Gewalt ließen nicht auf sich warten. Mann hört den Ruf nach Aufklärung und härterem Durchgreifen. Es ist die Rede von Ermittlungsfehlern und Schlamperei, auch die Frage nach der Funktionsfähigkeit der Behörden wird gestellt. Unsere Kanzlerin stellt die Frage, warum wir es nicht schaffen, eine bestimmte Art von Hass, eine bestimmte Art von Ausgrenzung, aus den Köpfen bestimmter Menschen herauszubekommen. Die Antwort ist ganz einfach. Die Politik braucht nur aufzuhören, mit immer neuen Feindbildern, von ihren Fehlern abzulenken. Ich bin die Debatten um Kampfhunde, islamische Terroristen, Hartz IV Empfänger, Pleitegriechen und Rechts- oder Linksextremisten leid. Kein Hund und auch kein Mensch ist von Natur aus schlecht, entweder er ist krank oder wird falsch geführt. Ich glaube nicht, dass es ganz richtig ist, von einem Versagen des Verfassungsschutzes zu sprechen. Der hat genauso gut funktioniert wie jetzt die Presse. Wenn wir uns jetzt noch freuen, wenn unsere Freiheiten beschnitten werden und gerne dafür bezahlen, war die Aktion eher ein voller Erfolg. Ein „rechtsradikales Mördertrio“ ist kein Grund für ein Parteiverbotsverfahren. In einer Demokratie verbietet man keine Partei, sondern wählt sie nicht. Die Feindbilder dienen zu nichts anderem, als der stetigen Beschneidung der Demokratie. Für mich völlig unverständlich ist, dass die Linke, welche selbst vom Verfassungsschutz beobachtet wird, die Schwächung der Demokratie mit anfeuert. Wenn wir nicht wollen, dass eines Tages Parteien, die nicht auf Linie der „Märkte“ liegen, verboten werden, müssen wir andere Meinungen aushalten, auch wenn sie falsch sind. Die Frage ist, wie groß das Problem rechter Gewalt ohne mediales Aufbauschen und die Unterstützung des Verfassungsschutzes überhaupt wäre. Da sogar die Möglichkeit besteht, dass V-Leute Sprengstoff besorgt haben, sollten die V-Leute endlich abgezogen werden, denn sie sorgen nicht für Aufklärung sondern für Verschleierung. Und jetzt noch einmal zu der Frage, wie bekommt man den Hass aus den Köpfen? Einfach abwählen, so lange es noch geht. Dass die Politik im Interesse der „Märkte“ regiert, wissen wir und es ist im Interesse der Märkte, dass wir zerstritten sind und Angst vor Alternativen haben. Um es ganz deutlich zu sagen, ich halte rechtes Gedankengut nicht für eine Alternative . Allerdings frage ich mich, wie ein „rechtsradikales Mördertrio“ über einen beachtlichen Zeitraum sein Unwesen treiben konnte, ohne entdeckt zu werden. In der Presse werden Rechte so dargestellt, dass sie zu dumm sind, sich die Schuhe zu zubinden und deshalb Stiefel tragen. Da gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten, entweder die Rechten sind intelligent oder sie waren so dumm, sich vom Verfassungsschutz missbrauchen zu lassen. Darüber sollte man einmal in Ruhe nachdenken, bevor man sich dazu hinreisen lässt, ein Verbotsverfahren zu fordern. Es gibt zahlreiche Prominente, die von ihrem Engagement gegen rechts stark profitieren. Ich hoffe, dass diese auch ihre Stimme erheben, wenn sie feststellen, dass sie zur Abschaffung der Demokratie missbraucht wurden. Eine Einschränkung der Demonstrationsfreiheit ist genauso gefährlich wie Parteiverbotsverfahren. Es kann sich eines Tages gegen einen selbst wenden. Da mit Sicherheit Vorschläge für Gesetzesänderungen kommen werden, sollte man diese nicht einseitig betrachten. Wahrscheinlich gäbe es die NPD ohne die breite mediale „Werbung“ und den „Bestandsschutz“ durch die V-Leute des Verfassungsschutzes gar nicht mehr.

Dienstag, November 15, 2011

Georg Schramm, Frankfurt a.M. 12.11.2011_teil1 - YouTube

http://www.youtube.com/watch?v=vjxUfyCSEEE&feature=related

http://www.youtube.com/watch?v=Wd555rheqrI&feature=related

Ein guter Beitrag trotz „Schönheitsfehlern". Jemand, der zwischen Wut
und Zorn unterscheiden kann, sollte die Gefahren sehen, die entstehen,
wenn man über den Tod und Arbeitslager ironisch spricht.

Sonntag, November 13, 2011

Krisen ohne Wendepunkt

Wir sprechen in der derzeitigen Lage immer von einer Wirtschaftskrise. Die Frage ist, ob dies überhaupt der Fall ist, oder ob wir nicht eher eine Geldkrise haben ? Als erstes sollte erst einmal klar sein, dass der Wert von Geld nur auf dem Vertrauen basiert, dafür einen Gegenwert in Form von Waren oder Dienstleistungen zu erhalten. Anfänglich war Geld nur ein Tauschmittel: Ware gegen Geld gegen Ware. Heute ist das Geld selbst zur Ware geworden und wir tauschen Geld gegen Ware gegen Geld. Anders als von unseren Leistungsträgern behauptet, arbeitet Geld nicht und es erwirtschaftet auch keine Wertschöpfung. Der Mehrwert entsteht nur bei produktiver Arbeit. Geldvermögen entstehen durch die Aneignung des Mehrwertes, welcher nichts anderes ist, als unbezahlte Arbeit. Jene, die der Meinung sind, ihr Geld würde arbeiten, vertreten auch die Meinung, die Schulden entstünden dadurch, dass wir über unsere Verhältnisse leben. Die Schulden entstehen aber durch die Abhängigkeit vom Kapital. Diese Abhängigkeit hat dazu geführt, dass die Entlohnung der Arbeit kein gleichwertiger Ersatz der erzielten Wertschöpfung ist. Die höchsten Vergütungen werden heute in nichtproduktiven Bereichen gezahlt, die vielfach alleine der Erhaltung der Macht dienen. Gleichzeitig wird eine breite Masse gezwungen, Teile ihres Lebensunterhaltes aus Schulden zu bestreiten, da sie nicht in der Lage sind, Rücklagen zu bilden. Welche irrsinnigen Verwerfungen es dadurch in der Gesellschaft gibt, sehen sie daran, dass es Leute gibt, die bereit sind für 20 Stunden Arbeit, die als sammelbare Kunst gelten, Millionen zu bezahlen, während man auf der anderen Seite einem unbekannten Künstler gerade einmal den Materialwert und die Verpflegungskosten zugesteht. Wenn Millionen für Sachen ausgegeben werden, die für den Lebensunterhalt nicht benötigt werden, bedeutet dies, dass zu viel Geldvermögen vorhanden ist. Wenn viel Geldvermögen vorhanden ist, bedeutet dies, dass es auf der anderen Seite viele Schulden gibt. Jeder, der bei etwas Verstand ist, versteht, dass dies nicht beliebig erweiterbar ist. Es muss der Tag kommen, an dem es einen Schuldenschnitt geben muss, nur ändern wird sich dadurch nichts. Für eine kurze Zeit kann ein Picasso ein Butterbrot wert sein. Aber solange die Produktionsmittel in Privathand sind, beginn das Spiel von neuem. Je mehr staatliches Eigentum privatisiert wird, um so kürzer werden die Abstände zwischen den Krisen. Der wissenschaftliche Fortschritt mag möglicher Weise in der Lage sein, die Anfälligkeit der Wirtschaft gegen Rohstoffmangel und Umweltgifte usw. zu lösen. Die Anfälligkeit des Geldes aber bleibt. Wenn der Mensch lernen könnte, mit Geld verantwortungsvoll umzugehen, kann er auch lernen, ohne Geld auszukommen. Wenn man sagt, der Kommunismus ist Spinnerei oder Utopie, sagt man nichts anderes, als dass der Mensch nicht lernfähig ist und wir nie ein Leben ohne soziale Unruhen und Krieg führen werden. Es ist erschreckend, dass die Spitze der Evolution nicht in der Lage ist zu erkennen, dass sie einem Trugbild folgen. Die Reichen und Prominenten der Klatschpresse sind nur beliebig austauschbare Werbeträger des kapitalistischen Systems. Auch wenn wir alle als wandelnde Litfaßsäulen umherlaufen und uns durch das Tragen von Statussymbolen dazugehörig fühlen, werden wir doch nie dazu gehören, denn die Reichen machen keine Schauläufe, sondern agieren im Verborgenen. Geld regiert die Welt und das leider schlecht und alle helfen dabei. Genau genommen sind es nicht die Systeme, in denen wir leben, die Fehler haben, sondern der Mensch selbst. Die Systeme begünstigen nur mehr oder weniger die Fehler des Menschen. Wenn wir nicht eines Tages an einem Punkt ankommen wollen, an dem wir einen Fehler begehen, der nicht korrigierbar ist, muss man die „Fehlerquellen“ optimieren. Dies macht man, indem man Entscheidungen mehrheitlich trifft. Im Moment entscheiden 1% über 99% der Bevölkerung.






Montag, Oktober 24, 2011

Montag, Oktober 10, 2011

Die größte Gefahr der Weltwirtschaftskrise ist nicht das Ende des Euro

Heute morgen habe ich in den Nachrichten gehört, dass die Dexia Bank in Schieflage geraten ist und verstaatlicht wird. Ich habe mir deshalb ein paar nicht wissenschaftliche Gedanken gemacht. Bis vor kurzem waren unsere Experten einhellig der Meinung, der „Markt“ regelt alles. Das war ein Irrtum. Statt regelnd einzugreifen, werden Rettungsschirme aufgespannt, die jetzt auch noch gehebelt werden sollen. Das ganze System von Wetten, Leerverkäufen und der gleichen ist für einen Normalbürger nur noch schwer zu verstehen. Eines habe ich aber verstanden. Die „Märkte“ reagieren keineswegs immer rational. Es genügt nicht, ein klein wenig an der Zinsschraube zu drehen und alles wird wieder gut. Es ist schon ein wenig traurig, dass unsere Kanzlerin ihr Handeln mit Alternativlosigkeit rechtfertigt. Dabei gibt es nur einmal im Leben eine Situation ohne Alternative und die steht am Ende. Sind wir also am Ende und wenn ja, von was? Vielleicht sind wir am Ende der Weisheit unserer Gelehrten und Politiker, oder am Ende der Zumutbarkeit finanzieller Belastungen von Bürgern, oder sind wir am Ende der EU? Alternativlos ist zu recht ein Unwort, denn es ist nichts als die Rechtfertigung von Unfähigkeit. Dabei handelt es sich aber nicht um eine geistige Unfähigkeit, sondern um die Unfähigkeit, sich der Macht des Kapitals zu entziehen. Manchmal habe ich den Eindruck, dass es die Politikverdrossenheit nicht nur beim Bürger, sondern auch beim Parlamentarier gibt. Die schlechte Wahlbeteiligung ist oft noch höher, als die Anwesenheit unserer Abgeordneten im Bundestag. Als Grund für das Nichtwählen hört man meist, es ändert sich ja sowieso nichts. Das kann ein Politiker natürlich nicht äußern, aber im Prinzip ist es so. Unsere Politiker sind Dünnbrettbohrer, die den Weg des geringsten Widerstandes gehen. Wenn sie nicht vom Wähler getrieben werden, wird sich kein Politiker mit dem langen Arm des Kapitals anlegen und seinen Lebensstandart aufs Spiel setzen. Angesichts der anhaltenden Eurokrise zeigt sich aber sehr deutlich, dass die Macht des Kapitals sehr endlich ist, denn sie kommt ohne unsere Hilfe nicht aus. Das Kapital ist nur so mächtig, weil es einfacher ist, eine Hand voll Reicher zu mobilisieren, als Milliarden von einfachen Bürgern aufzuwecken. Wenn sich die Creme de la Creme der Finanzexperten trifft, um über ihr Weiterzocken zu beraten, werden sie erst aufhören unser Geld zu verbrennen, wenn Millionen von Menschen vor der Tür stehen und drohen ihr Geld abzuheben. In der Politik ist es das gleiche, ohne die Gefahr abgewählt zu werden (und ich meine richtig Erdrutsch artig abgewählt), wird sich nichts ändern. Ein kurzes Aufflackern von Widerstand haben wir schon mehrmals erlebt und es wird öfter, länger und umfangreicher werden. Wenn es nicht gelingt, so viel Widerstand zu leisten, dass das Kapital entmachtet wird und die Lebensumstände der Menschen weltweit angepasst werden, wird über kurz oder lang unser friedliches Zusammenleben beendet sein. Man kann keine Einheit Europas vorantreiben und gleichzeitig eine Spaltung der Lebensumstände begünstigen. Das Anpassen sozialer Unterschiede ist die Voraussetzung für ein friedliches Zusammenleben. Wenn die Architekten Europas und einer globalen Welt nicht in der Lage sind, in einem einzigen Land die sozialen Missstände zu beseitigen, sollte man sich überlegen, warum das so ist und wohin es führt. Fakt ist, dass in Deutschland 40 Jahre Teilung ausreichten, einen Graben zwischen Ost und West entstehen zu lassen, den wir nach 20 Jahren nicht überwunden haben. Ich meine damit nicht nur die Unterschiede bei den Löhnen, sondern besonders die Vorurteile und Anfeindungen. Ich erinnere mich noch sehr gut, als 1994 der Baubum nachließ und ich von der westdeutschen Firma, bei der ich beschäftigt war, öfter zum arbeiten nach Frankfurt geschickt wurde. Uns Ossis wurde auf der Baustelle mit Verachtung begegnet. Ständig musste man sich anhören, dass wir faul sind und nicht arbeiten können. 10 Jahre später, als wir Ossis langsam auf den Baustellen unter uns waren und der fleißige Wessi immer öfter gegen faule Ossis eingetauscht wurde, passierte es, dass, wenn man auf der Baustelle parkte, die Reifen zerstochen wurden. Ich möchte hier keine Vorurteile aufwärmen, sondern nur zeigen, wie einfach es ist, einen Keil zwischen eine Bevölkerung zu treiben, die eigentlich zusammen gehört. Dass dieses Spiel mit den Harz IV Empfängern weiter betrieben wird, muss man nicht ausbauen. Stellen sie sich aber einmal vor, wie einfach es ist, alte Konflikte zwischen ehemals verfeindeten Ländern wieder aufflammen zu lassen. Wir steuern einer Zeit entgegen, in der vermehrt versucht werden wird, mit Fremdenfeindlichkeit politisch zu überleben. Jaroslaw Kaczynski ist bei den jetzigen Wahlen mit seinen antideutschen Äußerungen erst einmal gescheitert. Das Mittel der Fremdenfeindlichkeit wird sich aber in den Wahlkämpfen fortsetzen und irgendwann auf fruchtbaren Boden fallen. In welchem Land dies zuerst zur Bedrohung wird, wage ich nicht vorherzusagen. Es wird aber kommen. Wenn wir nicht wollen, dass es wieder Krieg gibt, müssen wir erkennen, dass kein Grieche, kein Ire und kein Portugiese uns etwas schlechtes will. Auch der „Deutsche“ will keinem Europäer oder anderen etwas schlechtes. Die Gefahr, dass wir wieder einer Fremdenfeindlichkeit verfallen, besteht aber, denn es ist das einfachste, die Schuld anderen zuzuweisen . Bevor man einem Feindbild verfällt und sich an der Verbreitung beteiligt, sollte man überlegen, wer daran verdient. Für mich steht es aber außer Frage, dass eines Tages der Verstand einem Feindbild erliegen wird, wenn wir es nicht schaffen, Lohn und Brot gerecht zu verteilen.




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Samstag, Oktober 08, 2011

Peter Hartz: Hartz I | Gesellschaft | ZEIT ONLINE

Ein Besuch bei Peter Hartz, der die Arbeitslosigkeit besiegen wollte und
grandios scheiterte. Er hat nun Mitleid mit sich selbst – aber nicht mit
jenen, die mit seiner Reform leben müssen.


http://www.zeit.de/2011/41/Peter-Hartz

Eurokrise - warum Europa auseinander brechen wird

Weltbank-Präsident Robert Zoellick wirft Deutschland eine mangelnde Führungsrolle in der Eurokrise vor. Er spricht von einem Durchwursteln ohne Klarheit, wohin der Weg gehen soll. Eine Vision, wie sie Helmut Kohl bei der Deutschen Einheit entwickelte, fehle. Eine gemeinsame Lösung für die Eurokrise muss her. Zoellick nennt die politische und finanzielle Einheit Europas als entscheidende Frage. Er sagt auch, dass die anderen großen europäischen Staaten derzeit aus verschiedenen Gründen keine Lösungen bieten können, konkreter wird er nicht. Es ist sicher zutreffend, dass Helmut Kohl eine Vision von blühenden Landschaften gehabt hat, aber was ist daraus geworden? Eine blühende Treuhand. Dass die Währungsunion ein Fehler war, wissen wir heute, aber die Politik hatte ja keine andere Wahl, weil sie die Bevölkerung unter Druck gesetzt hat. Dieser kleine Fehler verhindert bis heute eine wirkliche Einheit Deutschlands. Um sich diesen kleinen Fehler schön zu reden, verweist man darauf, dass es nicht nur ein Ost-West Gefälle gibt, sondern auch ein Nord-Süd Gefälle. Unterschiedliche Lebensumstände sind etwas natürliches. Es gibt vieles, das natürlich ist. Es ist zum Beispiel natürlich, dass es abends dunkel wird. Aber hat man sich damit abgefunden? Nein, man hat das Licht erfunden, wogegen nicht einmal die Kirche etwas sagt, obwohl Gott nachts kein Licht wollte. Was wäre denn eine klare Vision von Europa? Ein friedliches Europa mit angeglichenen Lebensumständen. Das bedeutet gleiche Löhne, gleiche Steuersätze, ein Ende des Unterbietungswettstreites, mehr soziale Gerechtigkeit. Wenn man der Politik Durchwursteln vorwirft, ohne die Fehler konkret zu benennen, ist man auch nur ein Maulheld . Niemand will sich wirklich festlegen. Gregor Gysi meint, wir haben mit einem gemeinsamen Europa Frieden zwischen den Euroländern geschaffen. Das haben wir aber nicht, denn wir haben kein gemeinsames Europa, sondern nur eine gemeinsame Währung. Wir haben ein Europa der Kapitalbesitzer und nicht der Bürger. Viele von uns wollten nicht einmal eine gemeinsame Währung. Statt aus den Fehlern der Deutschen Einheit zu lernen, wurden die gleichen Fehler ein zweites Mal gemacht. Die Geschichte wiederholt sich: der Ossi war faul und hat nichts gemacht und der Grieche ist genauso. Deshalb brauchen wir auch wieder eine Treuhand, die Griechenland verscherbelt. Die Griechen beginnen, die Deutschen mit den Nazis zu vergleichen. Und so werden nach und nach alle alten Vorurteile wieder ausgegraben, die es in der Geschichte zwischen den Euroländern gab. Und was steht am Ende dieser nicht enden wollenden Kette von Vorurteilen und Schuldzuweisungen? Natürlich ein friedliches Zusammenleben. Keiner hat den Mut einmal zu sagen, dass wegen „einer Hand voll" Kapitalbesitzer ganze Völker gegeneinander aufgewiegelt werden. Keiner sagt, dass es die Gefälle in den Lebensumständen der Menschen sind, die einzelne steinreich machen. Keiner sagt, dass Schulden und Vermögen das gleiche Geld sind; und dass es, wenn es Defizite gibt, auch anderen Ortes Überschüsse gibt; und dass es nicht möglich ist, nur eines davon abzubauen. Wenn wir uns nicht endlich zu Wort melden und diese Politik beenden, wird nicht nur die Währungsunion zerbrechen, sondern der ganze europäische Gedanke. Wenn die Griechen ihre Schulden nicht mehr begleichen können, für die sie von uns Waffen gekauft haben, können sie uns ja die Granaten zurückgeben. Den Hass, der dafür nötig ist, schüren wir ja schon. Dass wir Wirtschaftsinteressen notfalls auch verteidigen, hat unsere Kanzlerin schon gesagt. Andere werden das gleiche tun. Mann kann aus der Geschichte lernen, leider scheinen Politiker dafür relativ resistent zu sein. Oder es ist, wie Panorama jetzt bei der Abstimmung über die Aufstockung des Rettungsschirms feststellte: Politiker entscheiden nach bestem Wissen und Gewissen, aber am Wissen hapert es. Wenn sich Fehler der Geschichte wiederholen, ist es relativ egal, ob es aus Dummheit oder gewollt passiert.


Vorkriegsgeschichte - Wirtschaftliche Kriegsgründe 1918-1939

http://www.vorkriegsgeschichte.de/content/view/24/40/

Mittwoch, Oktober 05, 2011

Freiheit in der Marktwirtschaft

Der Begriff „Freie Marktwirtschaft“ wird in der Politik gerne verwendet. Was aber versteht man darunter? In der DDR gab es sie nicht, die hatten Planwirtschaft und Subventionen. Aber was haben wir jetzt? Wie frei sind wir in der freien Marktwirtschaft? Haben wir freien Wettbewerb, freie Preisbildung, Konsumfreiheit und Gewerbefreiheit? Nichts von alledem haben wir. Was ist besser, Geld haben und kein neues Auto kaufen können oder kein Geld haben und ein neues Auto kaufen müssen (Umweltzone). Das einzige, das in dieser Gesellschaft wirklich frei ist, ist das Kapital. Ich habe in einem Diskussionsforum die Meinung gelesen, dass wir frei sind, weil jeder selbst entscheiden kann, ob er unter der Brücke schlafen will oder nicht. Das ist keine Freiheit. Freiheit ist nicht die Möglichkeit, sich der Gesellschaft zu verweigern und unter der Brücke zu enden, sondern die Gesellschaft zu verändern. Wenn man einmal über die Möglichkeiten der Veränderung nachdenkt, bietet unsere „Demokratie“ nicht gar zu viele Möglichkeiten. Ungerechtigkeiten gibt es zu Hauf und jeder der einmal versucht hat, eine davon abzustellen, hat gemerkt, dass der Rechtsstaat Ecken und Kanten hat. Jeder einzelne ist daran mit schuld. Die einen freuen sich darüber, dass sie Waren kaufen können, die billiger sind als der Materialpreis, die anderen zahlen 10 Cent mehr und haben ein Herz für den Erzeuger. Die eigentlichen Werte spielen keine Rolle mehr. Das hohe Spendenaufkommen in Deutschland wird als etwas positives dargestellt und regelrecht zelebriert. Das Gegenteil ist aber der Fall. Der Grund, warum wir inzwischen für fast alles, von der Hungerhilfe über Spielplätze, Krebsstation bis zum Klopapier für die Schule, spenden müssen, sind unsere Spitzenverdiener. Was nützt es, wenn ich einem „Erzeuger“ zehn Cent spende, wenn ich nicht verhindere, dass er gezwungen wird, seine Milch nicht Kosten deckend zu verkaufen. Wenn Millionen gezwungen werden, sich unter Wert zu verkaufen, ist das freie Marktwirtschaft. Wenn Kleinunternehmer pleite gehen, ist das unternehmerisches Risiko. Wenn sich das Großkapital verspekuliert hat, ist das System relevant. Alle Welt hat Angst vor einem Börsencrash. Eine Hand voll Menschen haben auch zu recht Angst. Aber warum soll ich Angst haben ? Ich habe mehr Schulden als Erspartes. Wenn mein Erspartes nichts mehr wert ist, sind meine Schulden auch nichts mehr wert und ich zahle sie mit einem silbernen Kaffeelöffel zurück. Schulden und Vermögen sind das gleiche Geld. Wenn wir Angst haben, Vermögen zu verlieren, erklären wir uns mit den Kapitalbesitzern solidarisch, obwohl die sich schon lange aus dem Solidarsystem verabschiedet haben. Wenn 10 % den größten Teil des Kapitals besitzen, kann der Rest der Bevölkerung so viel spenden wir er will. Wir können die Ungerechtigkeiten nicht beseitigen, ohne unsere Superreichen zur Kasse zu bitten. In der Wirtschaftskrise geht es der Bevölkerung schlechter, nur die Reichen haben weiter zugelegt. Dann wäre doch der Umkehrschluss, wenn es den Reichen schlecht geht, geht es der Bevölkerung besser? Das eigentliche Zahlungsmittel ist Arbeit. Geld ist nur ein Tauschmittel, dessen Wert nur auf dem Vertrauen beruht, dass man dafür den Gegenwert in Waren oder Dienstleistungen erhält. Wenn Banken zusammenbrechen, wird Geld entwertet, aber die Arbeit, welche jetzt unterbewertet ist, gewinnt an Wert.



Ahnungslose Abgeordnete - Panorama - media | DasErste.de

http://daserste.ndr.de/panorama/media/panorama3563.html

Freitag, September 30, 2011

Piraten ziehen ins Berliner Abgeordnetenhaus ein, aber wer profitiert von dem Erfolg?

Während sich sonst nach jeder Wahl alle als Gewinner feiern und kleinste Wählerwanderungen als eindeutigen Wählerauftrag deuten, ist der Erfolg der Piraten für die etablierten Parteien unerklärlich. Das erste Mal konnten unsere Politiker nicht auf ihre üblichen Worthülsen zurückgreifen und gaben sich lieber erst einmal sprachlos. Diese anfängliche Sprachlosigkeit wird aber dank der PR Agenturen weichen und repräsentative Umfragen das nötige herausfinden. Ich persönlich glaube nicht, dass die Piraten eine Eintagsfliege sind, auch wenn sie kein wirklich politisches Programm haben. Ich bezweifle auch sehr stark, dass das die Wähler der Piraten erwarten. Wenn die Piraten ernst machen und bei ihrer Arbeit alles transparent gestalten und sich für die Freiheit des Internets einsetzen, wird das weiter für die fünf Prozent Hürde reichen. Allerdings wird dann genau die gleiche Veränderung eintreten, wie einst bei den Grünen. Die Piraten werden Zulauf bekommen und die Idealisten werden verdrängt. Mann wird sich über politische Ziele zerstreiten und eine kleine Oppositionspartei ohne Einfluss bleiben. Bei Licht betrachtet, kann denn großen „Volksparteien“gar nichts besseres passieren, als dass die Piraten der Linken und den Grünen Wähler abziehen. So sehr ich mich auch darauf freue, wieder einmal „ mit Verlaub Herr Präsident, sie sind ein Arschloch“ zu hören, gebe ich mich keinen Hoffnungen hin, dass hier etwas geändert wird. Die zuverlässigste aller Sinne trübender Krankheiten ist die Gier, welche bekanntlich Hirn frisst. Im schlimmsten Fall anfänglicher Widerstandsfähigkeit, wird man, wenn der Zulauf der Gierigen in die Piratenpartei nicht ausreicht, einfach die Diäten erhöhen. Eine Lehre aus dem Erfolg der Piraten wird man nicht ziehen. Zu guter Letzt waren bis jetzt fast alle gierig und der Rest wird weggeschrieben. Was auch immer den Erfolg der Piraten ausgemacht hat, wenn die hauptsächlich jungen Wähler enttäuscht werden, wird die Politikverdrossenheit eines Tages so groß, das sich der Bundestag selbst wählen kann.

Mittwoch, September 21, 2011

Offener Brief an Bundeskanzlerin Merkel: Warum beleidigen Sie Menschen, die ein Grundrecht wahrnehmen? | pushthebutton.de

http://www.pushthebutton.de/2011/09/20/offener-brief-an-bundeskanzlerin-merkel-warum-beleidigen-sie-menschen-die-ein-grundrecht-wahrnehmen/

Heddesheim/Berlin, 20. September 2011. Beim Zeitungskongress 2011 des
Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) hat sich
Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Leistungsschutzrecht und zu Bloggern
geäußert – leider muss man annehmen, dass ihre Aussagen entweder einer
umfassenden Unkenntnis oder einer sturen Arroganz entspringen.

Freitag, September 09, 2011

: Meine liebe CDU, jetzt bräuchtest du Mut! - Feuilleton - FAZ.NET

http://www.faz.net/artikel/C30703/Meine-liebe-CDU-jetzt-braeuchtest-du-Mut-30498779.html

"Vielleicht besteht die eigentliche Mutprobe der Politik nicht in der
Veränderung der Gesellschaft, sondern in der Bewahrung des Menschen,
jedenfalls dessen, was sein Wesen ausmacht. Das Geld ist es jedenfalls
nicht."

Dienstag, September 06, 2011

Vom Wähler zum Stimmvieh



Die meisten von uns konsumieren die Medien, ohne darüber nachzudenken. Den wenigsten fällt auf, dass die Medien, fast im Gleichklang, einem roten Faden folgen, der sich durch die Berichterstattung zieht. Seit es das Internet gibt, wissen wir, dass es Meinungsvielfalt gibt . Gerade wenn es um die Auswertung von Statistiken geht, haben die von Talk Show zu Talk Show gereichten „ Gelehrten“ schwer nachzuvollziehende Erkenntnisse, mit denen sie auch gerne einmal 25 Jahre in die Zukunft sehen. Die großen Geldbeträge, die für Umfragen und Kaffeesatzleserei ausgegeben werden, dienen zum größten Teil keinen wissenschaftlichen Erkenntnissen sondern der Meinungsbeeinflussung. So werden die Wähler zwischen den großen Volksparteien als Stimmvieh hin und her getrieben. Das Problem ist, dass es keinen wirklichen Unterschied zwischen den großen Volksparteien gibt, was dazu führt, dass sich viele an den Wahlen nicht mehr beteiligen. Das würde keinen Politiker stören, wenn es nicht dazu führen würde, dass die NPD in den Landtag einzieht. Im Normalfall feiern sich nach jeder Wahl erst einmal alle als Sieger und deuten in ihren Glaskugeln den Wählerwillen. Wenn der Wähler sich einmal erdreistet, anders zu wählen als erwünscht, stimmt etwas mit dieser Gesellschaft nicht. Dass die NPD stärker ist als die FDP, ist unmöglich. Der Fehler liegt aber nicht beim Wähler, sondern in der Politik. Hier ist man der Meinung, man könne eine politische Auseinandersetzung mit Verbotsverfahren oder der Verweigerung von Ehrenämtern für NPD Mitglieder betreiben. Wahrscheinlich habe ich eine falsche Vorstellung von Demokratie, aber solange eine Partei nicht verboten wurde, gehört sie auch in die öffentlichen Medien. Der Weg, der bis jetzt gegangen wurde, ist nicht nur nicht demokratisch sondern schafft für die NPD mehr öffentliche Aufmerksamkeit, als sie mit eigenen Mitteln je erreichen könnte. Ich finde es auch falsch, dass man sich ereifert, dass die NPD Geld vom Staat erhält, um diesen zu „bekämpfen“, aber gleichzeitig Unsummen für die Bekämpfung rechten Gedankengutes ausgibt, aber die politische Auseinandersetzung meidet. Da führt man zum Beispiel in Sachsen den sogenannten „Sachsen Monitor“ ein, um die politische Einstellung der Bevölkerung zu erforschen. Wozu soll dies aber gut sein? Um konsequent dagegen zu handeln und zum Beispiel keinen Mindestlohn einzuführen. Die Schuld für niedrige Wahlbeteiligung und Trotzwähler liegt einzig und alleine in der Politik. Wenn man wissen will, was der Wähler denkt, braucht man keine Gutachten, sondern muss lediglich aufhören, in Zeitungen und der gleichen, Leserbriefe und Kommentare zu zensieren . Mann nennt dies zwar moderieren, aber es ist nichts anderes, als das Unterbinden von unbequemen Meinungen . Wenn man versucht, dies per öffentlicher Petition zu bemängeln, wird die Veröffentlichung nicht zugelassen. Politiker fordern den Bürger gerne auf mitzugestalten und sich einzubringen. Die ständig sinkende Wahlbeteiligung zeigt, dass diese Möglichkeit nicht wirklich besteht. Ca. 50 Prozent glauben nicht mehr, dass sie mit ihrer Stimme etwas bewirken können. Viele ereifern sich lieber am Stammtisch, demolieren besoffen Wartehäuschen und Telefonzellen oder brennen Autos an. Die Gründe, warum das so ist, liegen im Dunklen und bedürfen gründlicher Nachforschung, deren Ergebnisse dann in die entsprechenden Ausschüsse einfließen. Wenn etwas falsch gemacht wurde, dann bei der anderen Fraktion. Da stellt sich die Frage, welche Drogen in der Kantine ausgegeben werden. Egal was es ist, das den Parlamentariern den Blick vernebelt, es wird nicht mehr ausreichen. Das eigentliche Desaster dieser Wahl ist nicht die NPD, sondern die Piraten Partei, die fast so gut abgeschnitten hat wie die FDP. Wenn diese auch noch in die Landtage oder sogar in den Bundestag einziehen, klappt das ganze System nicht mehr, den Wähler wie eine Sau durchs Dorf zu treiben.






Montag, September 05, 2011

Donnerstag, August 25, 2011

Die Reichensteuer und der Glaube ans überlegene System

Angesichts der Vorgänge in Libyen, Ägypten usw. möchte ich einmal einen Gedankenschluss zu meinem Artikel 50 Jahre Mauerbau herstellen. Seit der Werbekampagne „Du bist Deutschland“ wissen wir, dass der Flügelschlag eines Schmetterlings einen Taifun auslösen kann. Was aber löst der Fall einer Mauer oder ein Aufstand in Libyen aus? Die Welt wächst immer mehr zusammen aber die Ungleichgewichte werden immer größer. Selbst die Superreichen dieser Welt haben erkannt, dass es so nicht weiter gehen kann und fordern höhere Abgaben für Reiche. Dies ist allerdings keine Einsicht, dass das System Fehler hat, sondern die Angst alles zu verlieren . Was hier unterbunden werden soll, ist, dass zu viele reich werden, denn Kapitalismus ist eben nicht Wohlstand für alle. Um eine Balance herzustellen, ist es aber zu spät. Die einzige Möglichkeit, eine Rebellion gegen das System zu verhindern, wäre, die Lebensumstände schnell anzugleichen. Das hat in Deutschland nicht funktioniert und auch nicht in der EU und es wird auch in einer globalen Welt nicht funktionieren.Wenn man einen raffgierigen Diktator beseitigt, um eine „Demokratie“ einzuführen, kommen tausend raffgierige „Demokraten“ nach. Somit wird die Schere zwischen arm und reich immer größer. Mit freiwilligen Sonderabgaben kann man das nicht verhindern. In diesem Zusammenhang wird gerne über die Systemfrage diskutiert. Da man sich nicht einmal einig ist, was Kapitalismus, Sozialismus oder Kommunismus wirklich bedeuten und viele noch eigene Unterformen konstruieren, sollte man diese Begrifflichkeiten nicht so ernst nehmen. Sie dienen nur dazu Angst zu schüren. Egal wie man es nennen will was die Zukunft bringt, Menschen mit unvorstellbarem Geldvermögen wird es nicht mehr geben. Die Frage ist nicht, ob man Vermögen verliert, sondern wie viel. Das haben jetzt anscheinend einige der Superreichen begriffen. Leider wird diese Erkenntnis nicht um sich greifen, denn einige der Reichen müssen noch nachrechnen, ob sie sich dieses Jahr eine dritte Jacht leisten können. Die Frage, die sich stellt, ist nicht, ob es gesellschaftliche Veränderungen gibt . Die Frage ist auch nicht so sehr, wann dies geschehen wird, sondern die alles entscheidende Frage ist, wie es geschehen wird. Friedlich, wie 89 in der DDR, oder mit Waffengewalt, wie jetzt in Libyen? Viele von ihnen haben genaue Vorstellungen, welches das überlegene System ist, aber vielleicht warten wir erst einmal ab. Ein überlegenes System existiert für mich ohne „Mauer“, ohne Waffen und ohne Gewalt. Davon kann ich nichts erkennen.

Mittwoch, August 17, 2011

50 Jahre Mauerbau

wir erinnern uns in diesem Jahr an den Mauerbau vor 50 Jahren und
gedenken der Todesopfer, die diese menschenverachtende Anlage gefordert hat. Diese einfache Sichtweise konnten sie fast überall lesen. In der „jungen welt" sagte man stattdessen einfach mal: Danke

für 28 Jahre Friedenssicherung in Europa
für 28 Jahre ohne Beteiligung deutscher Soldaten an Kriegseinsätzen
für 28 Jahre ohne Hartz IV und Erwerbslosigkeit
für 28 Jahre ohne Obdachlosigkeit, Suppenküchen und "Tafeln"
für 28 Jahre Versorgung mit Krippen- und Kindergartenplätzen
für 28 Jahre ohne Neonaziplakate "GAS geben" in der deutschen Hauptstadt
für 28 Jahre Geschichtswissenschaft statt Guidoknoppgeschichtchen
für 28 Jahre Club Cola und FKK
für 28 Jahre ohne Hedgefonds und Private-Equity-Heuschrecken
für 28 Jahre ohne Praxisgebühr und Zwei-Klassen-Medizin
für 28 Jahre Hohenschönhausen ohne Hubertus Knabe
für 28 Jahre munteren Sex ohne "Feuchtgebiete" und Bild-Fachwissen
für 28 Jahre Bildung für alle

Auch eine Mauer hat ganz offensichtlich zwei Seiten. Es hängt davon ab, auf welcher Seite man lebt. Geben tut es „Mauern" schon sehr lange und egal ob sie in China , der DDR , Korea, den USA oder an den Grenzen der EU errichtet wird, der Grund ist der gleiche. Mauern haben eine Schutzfunktion, aber eben nur für den, der sie errichtet. Das war schon immer so und wird auch so bleiben. Was macht eine Mauer menschenverachtend ? Die Todesopfer, die sie fordert? Durch die Grenzsicherung der EU kamen von 1988-2009 ca. 20000 Menschen ums Leben. Was aber schützt eigentlich der weiter ausgebaute Grenzschutz der EU. Eine „Mauer" ist kein einfaches Bauwerk, sie ist viel mehr. Man darf sich nicht nur an die Freudentränen erinnern, als die Mauer am 9.11.1989 fiel. Anderthalb Jahre später, als ich das erste Mal im Westen war, gab es statt Freudentränen Reserviertheit. Welche Art von Mauer, ob als Bauwerk , Vorurteil oder gesellschaftliche Herkunft, die Funktion ist die gleiche. Mauern erhalten Unterschiede. Die Mauer selbst ist nicht menschenverachtend, sondern die Unterschiede, die eine Mauer entstehen lassen. Je größer die Unterschiede desto größer der Profit. Man muss kein Hellseher sein, dass bei wachsenden Profiten die Unterschiede größer werden. Das wiederum bedeutet, dass es mehr „Mauern" geben wird, was wiederum bedeutet, dass es mehr Menschen geben wird, die versuchen, diese zu überwinden. Das menschenverachtende ist der Profit.