Dienstag, Januar 31, 2017

Die Schriftführer des Kapitals



Ich habe in meinen letzten Beiträgen versucht, den Gedanken des parteilosen Bundestagsabgeordneten näher zu bringen. Ich habe angst, dass der Wähler bei der nächsten Wahl einen großen Fehler begehen könnte, weil er auf Rache aus ist. Um meinen Gedanken besser zu verstehen, möchte ich noch etwas hinzufügen. Wie ich bereits erwähnt habe, schreibt David Graeber in einem Buch, dass ihm bei der Untersuchung der gesellschaftlichen Verhältnisse in Madagaskar aufgefallen war, dass der Staatsapparat zusammengebrochen war, ohne dass man es auf den ersten Blick bemerken konnte. Das erscheint beim ersten hören absurd aber ist es das auch. Wie muss man sich so einen Staatsapparat vorstellen. Sie denken als erstes wahrscheinlich an Frau Merkel und den Bundestag, vielleicht auch noch an die Landesparlamente und die Polizei. Aber Staat ist viel mehr. Wir haben in Deutschland ca.1,67 Millionen Beamte und 4,65 Millionen Beschäftigte im Öffentlichen Dienst. Der Staatsapparat ist weit mehr, als ihnen auf Anhieb einfällt. Wenn es einen Politikwechsel geben soll und wir Frau Merkel austauschen, bleiben diese Menschen weiter im Dienst. Denken sie nur einmal an die Entnazifizierung nach dem Ende des dritten Reiches zurück. Deutschland lag in Trümmern, die Regierung war nicht mehr existent, aber die Bürokratie funktionierte unter der Aufsicht der Alliierten weiter. Beamter ist ein Job auf Lebenszeit und nicht bis zur nächsten Wahl. Es heißt, der Fisch stinkt zu erst am Kopf. Damit meinen wir, dass Fehler an der Spitze gemacht werden. Nun tauschen sie einmal bei einem Fisch den Kopf und erhalten ihn am Leben. Das klappt nicht. Könnte es nicht sein, dass wir ein falsches Bild von einem Staatsapparat haben? Vielleicht ist das, was wir für den Kopf halten, nur die äußere Hülle, die Schuppen. Eine Hülle, die das Wesentliche verbirgt und somit schützt. Die Beamten sind der Staatsapparat und sie überleben jeden Politikwechsel, weil es in Wahrheit gar keinen Wechsel, sondern eine Neuausrichtung gegeben hat. Ich bin zu der Meinung gelangt, dass wir über Regierungen und Regierungsformen diskutieren, ohne uns überhaupt darüber klar zu sein, wer oder was uns überhaupt beherrscht.

Wer schreibt der bleibt, wir wählen keine neuen Regierungen sondern Schriftführer.



Montag, Januar 30, 2017

Die Gesellschaft ist ein Kriegszustand der durch Gesetze geregelt wird



Dieses Zitat stammt von Maurice Joly(1829-1878), einem französischen Dichter und Juristen. Ich kenne weder die Absicht noch den Zusammenhang, in dem es gemacht wurde. Es geht mir nicht darum zu ergründen, was gemeint war. In Verbindung mit Krieg kommt es ja öfter zu unglücklichen Formulierungen. Da wird Konkurrenzkampf als Wirtschaftskrieg bezeichnet oder Krieg als bewaffneter Konflikt oder sogar Stabilisierungseinsatz. Wir kennen Unklarheiten in der Wortwahl zur Genüge. Was also auch immer gemeint sein mag, es war Anlass darüber nachzudenken, was Gesellschaft, Kriegszustand und Gesetze eigentlich sind und in welchem Zusammenhang sie stehen. Wenn ich die Begriffe z.B. bei Wikipedia nachschlage, wird schnell klar, dass wir diese Begriffe ohne eine Eindeutigkeit verwenden. Gesellschaft kann sowohl etwas verbindendes bezeichnen aber auch etwas abtrennendes. Die Bedeutung von Worten ergibt sich also oft erst aus dem Zusammenhang. Daran sieht man, wie unproduktiv es ist, wenn sich Politiker permanent ins Wort fallen. Man weiß erst, was der andere sagen wollte, wenn das letzte Komma gesetzt ist. Die Frage, die sich mir stellte, war, können Gesetze einen Kriegszustand oder besser Konflikt regeln. Wie entstehen Gesetze? Was ist die Grundlage von Gesetzen? Ist die Grundlage von Gesetzen eine in Paragrafen gefasste Moralvorstellung der Bevölkerung? Wirken Gesetze verbindend oder spaltend? Wer sie beschließt, ist einfach zu sagen, nicht aber wer sie initialisiert. Unser Leben unterliegt den Regeln der Märkte, ohne dass jemand sagen kann, wer oder was die Märkte eigentlich sind. Diese Märkte sind einerseits unangreifbar und andererseits scheuer wie ein Reh. Dass zwischen Gesellschaft, Konflikt und Gesetz ein Zusammenhang besteht, ist offensichtlich, aber wie beeinflussen sie sich. Was gab es eigentlich zu erst. Die Gesellschaft, das Gesetz oder den Konflikt? Im modernen Rechtsstaat wird so gut wie alles durch Bestimmungen und Gesetze geregelt. Die Flut der Gesetze ist so groß, dass man Fachanwälte benötigt, da niemand alle Rechtsgebiete beherrschen kann. Wenn der Jurist schon nicht das ganze Regelwerk überblicken kann, ist es für den Bürger, welcher immer mehr Zeit damit verbringt, seinen Lebensunterhaltes zu sichern, völlig unmöglich. Aber Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Wir müssen uns mit Strafen abfinden für Sachen, die wir gar nicht verantworten können. Wer auf Nummer sicher gehen will, braucht ständig fachliche Hilfe. Die Frage, wem Gesetze dienen, stellt sich eigentlich gar nicht. Für uns sind sie kein Schutz, sondern Strafe. Sie halten den Bürger gefügig. Wenn sich ein Volk selbst Gesetze geben würde, wären sie verständlich und kurz. Warum sie das nicht sind, ist eine 5000 jährige Geschichte. Ohne Gesetze wäre es völlig unmöglich, dass ein Einzelner mehr besitzt als Millionen von Menschen. Der Grund, warum wir das mitmachen, ist eine perfekte Konditionierung, bei der Religion eine große Rolle spielt. Daraus lässt sich auch nicht so ohne weiteres ausbrechen, denn ein Gehirn funktioniert wie eine Art Muskel. Es muss trainiert werden. Wir müssen unsere Fähigkeiten täglich nutzen, um besser zu werden. Soziale Kompetenz ist wie ein Tennisarm. Weltklasse Tennis zu spielen, dauert sehr lange, aber der Arm in Gips und die Muskeln sind in kurzer Zeit weg. Wir wählen dieses Jahr wieder unsere Volksvertreter und hoffen, dass sie unsere Situation verbessern. Das können sie aber gar nicht. Nicht nur, weil sie, wie Horst Seehofer feststellte, nichts zu sagen haben, sondern weil ihnen die soziale Kompetenz fehlt. Geld ist fürs Gehirn wie Gips für den Tennisarm. Der neue Spitzenkandidat der SPD, dessen Interview bei Anne Will ich nur kurz ertragen konnte, ist zuversichtlich, dass er die Wahl gewinnen kann. Die Möglichkeit wird deshalb gesehen, weil Martin Schulz charakterliche Eigenschaften besitzen soll, welche die 40 Prozent Unentschlossenen überzeugen kann. Ein Politikwechsel wird gar nicht in Erwägung gezogen, um den über 40 Prozent Nichtwählern eine Alternative zu bieten.


Ob man ihm dies zum Vorwurf machen kann ist eine andere frage. Politik wurde zu einem harten Geschäft gemacht. Soziale Kompetenz verhindert politischen Erfolg. Mit der Gründung einer Partei werden Hierarchien beschlossen und Bürokratie festgeschrieben. Um dieses System aufzubrechen reicht es nicht aller ein paar Jahre zu wählen. Die Zeitabstände müssen viel kürzer sein. Jede Konsumentscheidung ist eine Wahl aber wir treffen sie nicht mehr allein. Wir verlassen uns auf Werbung. Was wir brauchen bekommen wir von anderen gesagt. Wir rechnen mit Maschinen wir finden uns von a nach b mit Hilfe von Maschinen wir merken uns Telefonnummern Termine Geburtstage unser gesamten sozialen Bindungen mit Hilfe von Maschinen. Wir vertrauen ihn vielfach blind. Die meisten jungen Menschen sind nicht mehr in der Lage wenn sie 5 Artikel kaufen die 20 € kosten und die Kasse aber 40€ abzieht den Fehler zu erkennen. Die digitale Welt nimmt uns nach und nach den letzten Rest Denkfähigkeit. Es gibt einen Test bei dem zwei Kinder abgedeckte Teller vorgesetzt werden . Die Abdeckung darf erst abgenommen werden wenn sich die Erziehungsperson aus dem Raum entfernt hat. Wenn die Abdeckung von den Kindern angehoben wird stellen sie fest das nur einer etwas zu essen auf dem Teller hat. Kinder bis 3 Jahre teilen ganz selbstverständlich . Von so einem Test mit mehreren Kinderpaaren gibt es einen Videozusammenschnitt an dessen Ende sie aufgefordert werden etwas gegen den Hunger auf der Welt zu unternehmen und ihr essen zu teilen. Der Test als Spendenaufruf . Genau den gleichen Test gibt es auch mit älteren Kindern wobei man festgestellt hat das je älter die Kinder werden Gegenleistungen verlangt werden. Es wird strategisch gedacht. Ich weiß nicht wie hoch der Anteil der Weltbevölkerung ist die regelmäßig spenden. Was ich aber weiß ist das der prozentuale Anteil an ihrem Einkommen zunimmt je weniger sie verdienen. Bei den Superreichen ist der prozentuale Anteil vom Einkommen lächerlich . Wenn diese Menschen ein soziales Gewissen hätten wäre jeder Spendenaufruf völlig überflüssig. Kurz gesagt ich glaube das Gesetze Konflikte schaffen die es ohne gar nicht gäbe. Das wir von Natur aus über soziale Kompetenz verfügen welche durch Erziehung nicht gelöscht aber überspielt wird. Ich bin der festen Überzeugung das es nur einen kleinen Anstoß bedarf um die Konditionierung unserer Gehirne zu durchbrechen und den weg frei zu machen für eine bessere Welt. Dieser weg führt aber eindeutig nicht über einen neuen Spitzenkandidaten einer Partei der uns über Jahre erhalten bleibt. Wenn wir bei der Wahl unsere stimme abgeben, und das wird ganz offensichtlich wörtlich genommen, verhindern wir die Beweglichkeit unserer Politiker . Die einzige Aufgabe der Politik ist der Wahlkampf und das bleibt auch so wenn wir uns nicht ändern.





Dienstag, Januar 17, 2017

Entscheidungsmuster


Bei der ersten Meldung vom Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt, die ich gesehen habe, hielt man sich mit einer Interpretierung noch weitgehend zurück. Das empfand ich als sehr positiv, was nicht lange anhalten sollte. Irgend etwas störte mich aber an den Bildern vom beschädigten LKW. Ein 40-Tonner bleibt doch nicht stehen, wenn er, außer der Windschutzscheibe, noch völlig in Takt wirkt. Ich wollte mir das ganze auf youtube ansehen. Heute, wo fast jeder ein Smartphone besitzt, gibt es doch bestimmt ein Video davon. Fehlanzeige, nichts. Es war klar, dass es nicht lange dauern wird, bis Verschwörungstheorien entstehen. Dafür spricht schon, dass man die Identität des Täters beachtlich schnell ermitteln konnte. Letzte Zweifel an der Identität konnten wieder einmal durch das Auffinden des Ausweises vom Attentäter beseitigt werden. Ein Ausweis - bei einem Mann mit 14 Identitäten. Leider ist es bis jetzt der Polizei auch noch nie gelungen, einen vermutlichen Attentäter lebend zu stellen, das haben nur Zivilisten geschafft. Allerdings erhängte sich dann der Attentäter, nachdem er in staatliche Obhut übergeben wurde. Dass Verschwörungstheorien ins Kraut schießen, ist nichts verwunderliches. Warum sind aber die, die bekannt werden, meistens abenteuerlich überzogen? „Verschwörungstheorie" ist ein negativ besetzter Begriff. Sind Verschwörungstheorien aber etwas negatives? Würde man einen Polizisten, der versucht, eine Straftat aufzuklären, einen Verschwörungstheoretiker nennen?

Es gibt viele interessante Meinungen zu diesem Thema die man ganz leicht im Internet finden kann. Daniele Ganser meint, wenn man Terrorismus zum Ursprung verfolgt, landet man immer an der Tür eines Geheimdienstes. Das ist natürlich auch eine Verschwörungstheorie aber sie kommt nicht von ungefähr. Daniele Ganser beschäftigt sich viele Jahre mit diesem Thema und stieß dabei auf vieles, aus dem er diese Aussage herleitet. Natürlich ist dies verallgemeinernd. Aber so bilden wir uns nun einmal unsere Meinung. Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht……. Wir entscheiden auf Grund von Vorurteilen und das ist für uns sogar oft überlebenswichtig. Diese Vorurteile entstehen aber nicht über Nacht, sondern sie sind Verknüpfungen mit den Ergebnissen eines langen Lernprozesses. Wenn ich einen beißenden Geruch in der Nase wahrnehme und eine Person, die ein Stück vor mir steht, fällt zu Boden, was mache ich da? Gehe ich hin, um zu helfen oder renne ich weg? Ich werde meine Entscheidung auf eine Weise treffen, die effizient ist und auf einer sehr vereinfachten Welterklärung basiert. Man könnte auch sagen, ich entscheide auf Grund von Vorurteilen, aus Instinkt oder aus Reflex. Die meisten Entscheidungen, die wir treffen, basieren nicht auf langwierigen Denkprozessen, sondern basieren auf der Verwendung von bekannten Mustern. Normalerweise funktioniert diese Art von schnellen Entscheidungen sehr gut. Es ist aber auch möglich, diese Entscheidungsmuster zu beeinflussen. Leider ist die Kapazität unseres Gehirns sehr begrenzt. Wenn plötzlich ein neues Problem auftritt, für das wir kein Muster entwickeln konnten, oder ein falsches Muster erzeugt wurde, ist die Chance, richtig zu entscheiden, 50-50 oder 100% falsch. Was hat das ganze nun mit Verschwörungstheorien zu tun. Ich weiß es nicht. Um das mit Sicherheit sagen zu können, benötigt man viele Daten und mehr Rechenleistung als ein menschliches Gehirn. Mit hoher Wahrscheinlichkeit kann der einzelne kein komplexes Thema abarbeiten. Was bleibt sind Entscheidungsmuster. Als erstes versucht man die einzelnen Möglichkeiten aufzuzeigen Zum Beispiel:

1. Das Attentat auf den Berliner Weihnachtsmarkt ist, wie in den Medien beschrieben, passiert.

2. Das Attentat wurde vom Geheimdienst, trotz Kenntnis der Pläne, nicht verhindert.

3. Das Attentat wurde vom Geheimdienst selbst durchgeführt.

4. Es gab gar kein Attentat, sondern alles wurde inszeniert.

5. Es gab das Attentat wie beschrieben und es wurde nur der Ausweis des Attentäters inszeniert, um Verschwörungstheorien Nährstoff zu geben.

Diese Aufzählung könnte noch weiter geführt werden.

Als nächstes kommt die Frage, wem nützt es oder andersherum, wem schadet es? Zu mehr sind wir nicht in der Lage. Jetzt können wir nur noch unsere Schablone darüber halten und Übereinstimmungen finden. Wie wichtig diese Schablonen für uns sind, ist sicher den meisten gar nicht bewusst. Wenn unser Gehirn mit einer Flut an sinnlosen Informationen überladen wird, behindert dies das Erzeugen dieser Schablonen. Wenn unser Gehirn mit falschen Informationen gefüttert wird, entstehen falsche Schablonen. Wenn man jetzt noch bedenkt, welche Wirkung der „Herdentrieb" erzeugt, sollte klar sein, welche Gefahren Medien in sich bergen. Wir alle kennen die Begriffe „Lügen-Presse" und „fake news". Es scheint, als fände zwischen den etablierten Medien und dem Internet ein Kampf um Glaubwürdigkeit statt. Konkurrenzkampf ist aber nicht immer das, was er zu sein scheint. Letztendlich gehören die angeblichen Konkurrenten oft doch ein und den selben Personen. Für die Gewinne ist es also oft egal, wo wir kaufen, aber wir sind mit Schnäppchen machen beschäftigt. Man kann mit Konkurrenzkampf aber vieles rechtfertigen oder die Schuld anderen zuschieben.

Die Freiheit des Internets ist durchaus nicht grenzenlos. Algorithmen schränken diese Freiheit für den normalen Durchschnittsinternetnutzer erheblich ein. Auf der anderen Seite gibt es für die, welche sich auskennen, mehr Freiheiten als uns lieb sein kann. Sie können die Meldungen platzieren, ohne das man herausfinden kann, woher sie kommen.

Wie wir gerade den Medien entnehmen konnten, hat die Vermögenskonzentration weiter zugenommen. Da unser Geldsystem einer Exponentialfunktion unterliegt, ist diese Meldung nichts überraschendes. Die Macht konzentriert sich in immer weniger Händen. Die Namen, welche uns in den Medien genannt werden, gehören aber nicht zu denen, wo die Fäden zusammenlaufen, sondern sie repräsentieren den amerikanischen Traum. Die Macht liegt nicht mehr bei den Regierungen der Territorialstaaten, sondern bei ihren Geldgebern. Der angebliche Konkurrenzkampf ist nicht wirklich echt und das auf allen Ebenen. Die ganz kleinen setzen eher auf Kooperation und alle größeren Strukturen werden von ein und den selben Personen beeinflusst. Natürlich können wir das nicht im konkreten Fall mit Zahlen und Fakten belegen. Dazu hat der Normalbürger weder die Zeit noch die Mittel. Datenwissenschaftler könnten dies schon, aber die müssen auch bezahlt werden und beschäftigen sich deshalb mit anderen Themen, wie der globalen Erwärmung oder wie hoch die Rente in 50 Jahren sein wird. Wichtige Endscheidungen, die wir treffen, werden wir wohl weiter auf Grund von Schablonen treffen müssen. Es ist nicht zu erwarten, dass der nächste Bundestagswahlkampf sich auf Zahlen und Fakten beschränkt. Das Wählen auf Datengrundlage ist ausgeschlossen. Unsere Schablonen funktionieren durch mediale Einflussnahme nicht. Im Grunde ist es aber auch egal, denn auch wenn wir richtig wählen würden, was wäre das Ergebnis. Es erginge uns wie Griechenland. Es ist egal, wie wir uns entscheiden, solange wir nicht unser Verhalten ändern. Wenn sie darüber nachdenken, wo sie ihr Geld sicher anlegen oder Stunden damit verbringen, Preise zu vergleichen, stabilisieren sie dieses System und vergeuden „Rechenleistung" für den Weg zu etwas Neuem. Ja, es ist wahr, sie können das System nicht verändern. Der einzelne ist ohnmächtig. Was sie aber machen können, ist, sich selbst zu ändern. Werden sie freundlicher, helfen sie anderen, befreien sie sich von der Isolation der Konkurrenz. Wir brauchen keine Religion für ein Zusammengehörigkeitsgefühl. Die Frage nach dem Fehler im System können wir vielleicht noch beantworten. Die Frage, wie dieser Fehler zu beheben ist, gestaltet sich schon viel schwieriger. Da es sich nicht um ein Versäumnis oder eine Fehlendscheidung eines Einzelnen oder einer Epoche handelt, sondern es sich um einen Prozess handelt, der 5000 Jahre benötigte, kann man das Problem nicht mit einer Vernunftentscheidung lösen. Es reicht auch nicht, die Guillotine auszupacken und ein Blutbad anzurichten. Wir können die Reichen umbringen, aber ihre Denkweise bleibt erhalten. Hass und Liebe sind bekanntlich etwas, was dicht beieinander liegt. Mit Fluch und Segen ist es genauso. Die Globalisierung ist im Moment mehr Fluch, wir haben es aber in der Hand, daraus Segen zu machen. Wir können ein neues Gedankengut schneller verbreiten, so das wir keine 5000 Jahre benötigen, um uns zu ändern. Im Zusammenhang mit der Erderwärmung ist es möglich, uns Veränderungen abzuverlangen. Diese Veränderung führt aber nur zu mehr Gewinnen.

Eigentum verpflichtet. Diesen Leitsatz finden wir im Recht, in der Philosophie, in der Theologie, in der Soziallehre. Auch wenn dies für den kleinsten Besitz zutreffend ist, für die großen Vermögen trifft es nicht zu. Bei uns ist die Sozialpflichtigkeit des Eigentums sogar im Grundgesetz verankert. Deutschland nimmt bei der Anzahl der Superreichen aber trotzdem einen Spitzenplatz ein. Dass es mit der Verpflichtung des Eigentums nicht so weit her sein kann, sieht man an Straßen, Schulen usw.. Wir brauchen also nicht einmal neue Regeln, wir müssten uns nur an bestehende halten.

Freitag, Januar 13, 2017

Die deutschen Parteien: Defizite und Reformideen

Die Reform gesellschaftlicher Strukturen muss mit innerparteilichen Reformen einher gehen, um die Glaubwürdigkeitskrise der Parteien zu überwinden. Welche Maßnahmen sollten sowohl zum Nutzen der Parteien als auch zum Wohle der Gesellschaft dringend umgesetzt werden?

http://www.bpb.de/politik/wahlen/bundestagswahlen/62512/parteien-defizite-und-reformideen?p=all

Der demokratische Rechtsstaat - ein Widerspruch in sich


Vor 11 Jahren habe ich angefangen, diesen Blog zu schreiben. Ich hatte gehofft, Menschen zu erreichen und etwas ändern zu können. Daraus ist nichts geworden. In der ganzen Zeit blieben die Zugriffe und Kommentare auf meinen Blog sehr überschaubar. Die Briefe, die ich in der Öffentlichkeit stehenden Personen geschrieben habe, blieben unbeantwortet oder stießen auf Unverständnis. Und so blieben die Veränderungen der letzten 11 Jahren aus meiner Sicht negativ. Wir rennen wie ein Hamster im Laufrad, nur um unsere Position halten zu können. Um unsere Statussymbole zu halten, verzichten wir auf Restaurantbesuche, Kino, Theater, Urlaub und gehen immer mehr arbeiten. Vom eigentlichen Luxus Zeit haben wir immer weniger. Wir sparen und sparen, weil die Rente immer mehr sinkt, obwohl das Rentenalter immer mehr steigt. Wir wissen nicht, ob wir überhaupt alt werden, aber wir verzichten jetzt auf vieles, damit es uns im Alter an nichts fehlt. Was wir dabei völlig ausblenden, ist, dass Geld kein Wertaufbewahrungsmittel ist. Unsere Großeltern wurden in ihrem Leben mehrmals um ihre Ersparnisse gebracht. Trotzdem verlieren wir nicht das Vertrauen in Geld, Banken und Staat. Niemand weiß, was er in 20 Jahren für 100€ bekommen wird, aber wir sparen, um Versorgungslücken zu schließen. Ich habe in letzter Zeit viel gelesen z.B. David Graebers „Schulden die ersten 5000 Jahre". Dabei ist mir klar geworden, dass Vorsorge nicht eigenständig für den einzelnen funktioniert, sondern immer nur gemeinschaftlich. Die eigenständige Vorsorge ist etwas für Einsiedler. In einer Gemeinschaft führt es zwangsläufig zu einer Klassengesellschaft. Der Grund, warum sich unser Sozialwesen in Auflösung befindet, liegt in der propagierten Privatvorsorge. Entstanden ist unser Sozialwesen nicht, weil Otto von Bismarck uns etwas gutes tun wollte, sondern weil Arbeiter sich in Vereinen zu organisieren begannen, um gemeinschaftlich vorzusorgen. Der Staat vereinnahmte die Idee der Arbeiter, um das Ausbreiten kommunistischer Ideale zu verhindern. Heute schließen wir Patenschaften für Kinder, Tiere, Parkbänke, Schlaglöcher, wir spenden für Arme in aller Welt, für Klopapier in unseren Schulen.

Wir hören immer öfter, dass wir einen handlungsfähigen Staat brauchen. Was ist damit aber eigentlich gemeint. David Graeber untersuchte die gesellschaftlichen Verhältnisse in Madagaskar. Dabei war im aufgefallen, dass Beamte Formulare selbst drucken ließen und bezahlten. Der Staatsapparat war zusammengebrochen, aber die Verwaltung machte einfach weiter. Wir werden dieses Jahr zwar wieder neu wählen und eventuell auch eine neue Regierung bekommen, die gesamte Bürokratie, die Verwaltung, bleibt aber unverändert bestehen. Ob eine Regierung in die Sommerpause geht oder ganz verschwindet, wir würden es gar nicht bemerken. Der einzige Grund, warum wir politische Veränderungen mitbekommen, sind die Medien. In unserem Umfeld gibt es keine spürbaren Veränderungen. Auch in Baden-Würthenberg schmecken die Brötchen immer noch gleich. Die Bürokratie ist mächtiger als jede Regierung. Solange wir Parteien wählen, ist es auch völlig egal, wen wir wählen. Das heißt aber nicht, dass es keine Lösung gäbe. Wir haben ja gerade die neue Winnetou Verfilmung genießen dürfen. Auch Filme können nicht alles wiedergeben. Das gibt das begrenzte Budget nicht her. Deshalb wissen wir nur, dass die Indianer tief mit der Natur verbunden waren. Was uns nicht gezeigt wurde, ist, dass Indianer einstimmige Entscheidungen getroffen haben. Man saß so lange im Langzelt, bis der letzte überzeugt wurde, dass die Entscheidung zum Wohle aller ist. Ich habe vor ca. 8 Wochen Albrecht Müller von den Nachdenkseiten gefragt, was er von einem Parlament hält, in dem nur Partei unabhängige Kandidaten sitzen, die einstimmige Entscheidungen anstreben. Ich habe einfach Angst, dass der Bürger sich bei der nächsten Wahl durch Rachegelüste leiten lässt. Eine extreme Partei ist aber keine Rache. Eine Rache wäre, die Parteien aus dem Bundestag auszuschließen und so die Anzahl der Abgeordneten zu halbieren. Das spart zumindest eine Menge Geld. Wenn ein parteiloser Kandidat das Direktmandat gewinnt, fällt der Listenplatz für diesen Wahlkreis nämlich weg. Was anschließend passieren würde, wage ich nicht zusagen. Albrecht Müller hat auf meinen Brief leider nicht geantwortet. Ich persönlich halte es für möglich, dass Menschen, aus Gründen der Vernunft, Mehrheiten finden, ohne politisch in einer Partei verwurzelt zu sein. Wahrscheinlich wird die Bürokratie viele Gesetze, die auf diese Weise entstehen, ignorieren. Wie will man aber sonst ein System auf dem Boden des Gesetzes verändern. Ist das überhaupt möglich? Selbst die friedliche Revolution in der DDR verstieß gegen geltendes Recht. Eigentlich beginnt alles Neue mit dem Bruch des Rechtes. Wie groß ist der Unterschied zwischen einem mittelalterlichen Monarchen und dem heutigen demokratischen Rechtsstaat. Der Staat steht doch über dem Gesetz, denn er kann Gesetze ändern, aber gleichzeitig ist er an das Gesetz gebunden. Das scheint mir ein Widerspruch in sich zu sein. Der entscheidende Unterschied liegt darin, woher die Regierenden ihre Legitimation beziehen. Von Gott oder dem Volk.

Ich habe oft darüber nachgedacht, wozu das Widerstandsrecht im Grundgesetz verankert ist.

Da unsere Regierung ihre Legitimation vom Volk bezieht, erscheint ein Widerstandsrecht unsinnig . Wenn ein Volk aufbegehrt und in Form einer Revolution sein Schicksal selbst in die Hand nimmt, wird es nach keinem Widerstandsrecht fragen. Jeder Mensch und jedes Volk hat Rechte und es ist völlig unerheblich, ob diese von einer Obrigkeit anerkannt oder niedergeschrieben werden. Wenn solche Rechte niedergeschrieben werden, dient es nur dazu, ein Volk so lange wie möglich zum Stillhalten zu bewegen, weil sie an das Gesetz glauben. Auf diese Weise begehren wir nicht rechtzeitig auf, sondern erst, wenn es zu spät ist. Jeder weiß, dass die nächste Industrierevolution vor der Tür steht. Roboter werden universeller und wahrscheinlich sogar etwas denken können. Was das für die Militärtechnik bedeutet, hängt davon ab, von wem wir regiert werden. Ich glaube, es ist höchste Zeit, uns diese Menschen nach anderen Kriterien auszusuchen. Denken sie sich die heutige Türkei in eine Zukunft nach der Industrierevolution und sie bekommen einen Vorgeschmack auf einen zukünftigen Rechtsstaat.

Wo die Grenze ist, an der der Bürger Widerstand leisten muss, hängt davon ab, wie weit wir in die Zukunft schauen. Der einzelne ist in seinem Handeln auf Grund eines Machtmonopols an „Recht und Gesetz" gebunden. Dieses kann er aber, genau wie große Konzerne, bis in die dunklen Grauzonen ausnutzen. Wenn ich einen Staat für veränderungsbedürftig halte und eine Veränderung allein nicht erreichen kann, welche Möglichkeit habe ich dann? Ich kann das Land verlassen, wie es viele Menschen im dritten Reich getan haben. Verbessert hat dies allerdings nichts. Ich kann meinen Konsum verändern, was allerdings auch nur etwas bewirkt, wenn es sehr viele tun. Ich könnte besser wählen, was allerdings erst einmal eine Alternative voraussetzt. Dann gibt es da noch die sogenannten Reichsbürger und Menschen in staatlicher Selbstverwaltung, die die Legitimität unseres Staates nicht anerkennen. Es ist sehr einfach, diese Menschen in eine rechte Ecke zu stellen. Aber eigentlich nutzen sie nur Recht und Gesetz bis in die Grauzonen. Die Gründe hierfür werden sicher sehr unterschiedlich sein und bestimmt nicht immer von edlen Motiven geleitet. Der „König von Deutschland", welcher bekanntlich in Wittenberg residiert, hat eine eigene Krankenkasse, eine Bank, eine Versicherung, fährt ohne amtliches Nummernschild und Führerschein umher und die Behörden brauchen jahrelang, um ihn wenigstens erst einmal in Untersuchungshaft zu bringen. Ob eine Bundesrepublik nun überhaupt existiert oder nur eine Nichtregierungsorganisation ist, kann nur ein Staatsrechtler beurteilen. Dass es Unstimmigkeiten gibt, ist aber ganz offensichtlich. Grauzonen können nur genutzt werden, wenn sie existieren, ansonsten atmet man ganz schnell gesiebt Luft. Ich weiß nicht, ob es der richtige Weg ist, die Bundesrepublik nicht anzuerkennen. Mann sollte aber in Erwägung ziehen, dass es eine Form von Widerstandsrecht ist. Ich sehe diese Menschen nicht als Gefahr, denn wenn es keine Klarheit über das bestehende gibt, wie will man da neues erschaffen. Das wichtigste bleibt deshalb, das bestehende erst einmal zu begreifen. Viele von uns weigern sich aber schon, den ersten Schritt zu gehen und zuzugeben, dass wir einer permanenten Meinungsmanipulation unterliegen, der sich niemand entziehen kann. Unser Bildungssystem schafft keine Wissensgesellschaft, sondern Konformität. Es sperrt den freien Geist in ein Korsett.



Freitag, Oktober 21, 2016

Warum bringen die Nachdenkseiten Videos und Texte zu Methoden der Manipulation? | NachDenkSeiten – Die kritische Website

http://www.nachdenkseiten.de/?p=35490

Sie finden auf den NachDenkSeiten zur Manipulationsmethode
„Geschichten verkürzt erzählen" zahlreiche Beispiele.

Mittwoch, Oktober 19, 2016

Terror - Ihr Urteil



Der Film hat mich sehr beschäftigt und mir im wahrsten Sinne des Wortes den Schlaf geraubt. Viele glaubten gestern sicher, sie wären um ihre Meinung gefragt worden. Sind sie das aber wirklich? War der Zuschauer überhaupt in der Lage, objektiv zu urteilen? Um etwas zu verstehen, bedarf es eines Prozesses, erst dann kann man abwägen. Um zu entscheiden, was richtig ist, muss man aber auch wissen, was nicht richtig ist und die Frage, die sich mir stellt, ist, sind wir in der Lage dies zu tun oder bilden wir uns das nur ein. Können wir mit den Informationen, die der Film uns liefert, überhaupt entscheiden? Ich möchte ihnen ein Beispiel geben. Stellen sie sich vor, sie sind von Geburt an blind. Sie haben einen Partner, der sie fragt, welche Farbe der Kleidung er zu einem bestimmten Anlass tragen sollen. Können sie zu einer Farbe raten? Nein, das können sie nicht. Sie haben sicher Farben beschrieben bekommen und sie haben auch eine Vorstellung davon. Das ist aber keine eigene Vorstellung, sondern eine gesellschaftliche. Um zu verstehen, was eine Farbe ist, muss man eben genau wissen, was diese Farbe eben nicht ist. Das heißt, ich kann nicht verstehen was rot ist, ohne andere Farben zu kennen. Nur um das Wort rot zu verstehen, muss ich gleichzeitig wissen, was das Wort rot eben nicht bedeutet. Wenn es nur ein Wort für rot gibt, aber keines für die anderen Farben, wie wollen sie dann rot verstehen? Sie können es nicht. Wenn sie also urteilen sollen, ob der Pilot schuldig oder unschuldig ist, können sie das nur, wenn sie überblicken können, was dies bedeutet. Was es bedeutet wird aber ungenügend wiedergegeben. Nicht ohne Grund wird die Entscheidung, die ihnen abverlangt wird, auf ein einfaches schuldig oder unschuldig reduziert. Es gibt hier aber kein einfaches ja oder nein. Es gibt Fragen, über die Philosophen über Generationen nachdenken, ohne zu einem abschließenden Ergebnis kommen zu können. Recht und Unrecht ist zweifellos auch so eine Frage. Im Film werden Schuldig und Unschuld mit den gleichen Argumenten belegt, schon das sollte uns sehr nachdenklich machen. Für mich zeigt der Film, wie einfach der Mensch zu missbrauchen ist und deshalb ist der Artikel 1 auch das wichtigste in der Verfassung. Wer das nicht sehen kann, ist blind. Meiner Meinung nach wurde der Film nicht ohne Grund erst kleinen Gruppen gezeigt, bevor er im Fernsehen lief. Die Wirkung des Films wurde getestet. Das allein finde ich schon ungeheuerlich. Sollte sich herausstellen, dass das, was diesen kleinen Gruppen gezeigt wurde, ein Rohschnitt war und nicht die endgültige Fassung, sollte dies Folgen haben. Sicher vertreten viele die Meinung, dass es gut sei, dass man jetzt über das Thema diskutiert. Einige denken wahrscheinlich, sie wären durch die Abstimmung zum Film mit einbezogen worden. Unser Grundgesetz wurde schon viele Male geändert, wurden sie da gefragt ? Wurden sie gefragt, als der ESM-Vertrag beschlossen wurde. Werden sie nach ihrer Meinung gefragt, wenn es um Ceta oder TTIP geht? Werden sie um ihre Meinung gebeten, wenn das Bargeld abgeschafft werden soll ? Nein, das werden sie nicht. Ganz im Gegenteil, die Politik spricht uns in vielen Fällen die Fähigkeit der eigenen Entscheidung ab. Einen Überwachungsstaat kann man ohne Probleme ausbauen. Hierzu reicht das schüren von Angst und das ändern von Gesetzen. Was ist aber, wenn dem ausufernden Staat Gesetze im Weg stehen, die Ewigkeitsgarantie haben? Dann werden sie nach ihrer Meinung gefragt. Die Väter des Grundgesetzes wollten mit allen Mitteln verhindern, dass sich Geschichte wiederholt. Deshalb verankerten sie für den Fall, dass der Wesensgehalt des Grundgesetzes angetastet wird, das Widerstandsrecht.

Ist der Film eine Anregung zum Nachdenken oder ein Angriff auf das Grundgesetz? Das sollte untersucht werden!

Mittwoch, Juli 27, 2016

Von Orlando bis München: Amok oder Terror? | NachDenkSeiten – Die kritische Website

http://www.nachdenkseiten.de/?p=34349

Ein sehr zu empfehlender Artikel. Eigentlich gibt es nur noch eine Frage hinzuzufügen. Besteht die Möglichkeit das Angst und Terror nach einem konkreten Plan gesteuert werden? Berichten Nachrichten nur über Vergangenes oder beeinflussen sie nicht mehr die Zukunft?


Sonntag, Februar 21, 2016

Warum habt ihr geschwiegen ?

Henry Ford, ein Mann, bei dem nicht der Verdacht besteht, Kommunist gewesen zu sein, hat vor einhundert Jahren gesagt: „Würden die Menschen das Geldsystem verstehen, gäbe es eine Revolution noch vor morgen früh". In den letzten 100 Jahren ist diese Situation des Verstehens ganz offensichtlich nicht eingetreten. Seit das Internet für jedermann zugänglich ist, hört man dieses Zitat öfter. Sogar im Bundestag wurde es von der Opposition vorgetragen. Es scheint sich aber niemand die Frage zu stellen, wie Henry Ford das gemeint hat. Man kann der heutigen Bevölkerung sagen: wenn ihr verstehen würdet, wie wir euch betrügen, würdet ihr uns noch heute lynchen. Und die Bevölkerung sagt: wenn ich es nicht verstehe, kann ich ja sowieso nichts machen und außerdem habe ich ja Glück, denen in Afrika geht es ja noch schlechter. Wir wissen nicht, was Geld ist, wir wissen nicht, wie es entsteht.

Die Vorstellungen von Zinsen sind erschütternd. Ich diskutiere inzwischen seit Jahren über das Geldsystem, ohne dass bei den betroffenen Personen der Wunsch entsteht, dieses zu verstehen. Seit Jahren verteidige ich die „sozial schwachen" und mein Gegenüber die Reichen. Es hängt mir zum Hals heraus zu hören, dass dies „verdienter" Reichtum ist. Leider fehlen den Menschen die geringsten Grundkenntnisse des Geldsystems und sie sind auch nicht bereit, sich diese anzueignen. Fabian der Goldschmied, was ich als Einstig empfehle und nur 1 Stunde dauert, ist für Kinder zu begreifen. Für Erwachsene stellt es eine Überforderung ihrer Aufmerksamkeit dar. Der Erwachsene ist in seiner Irrlehre derart gefangen, dass die Bestrafung sozial widrigen Verhaltens bei Hartz IV Empfängern ihm die gleiche Genugtuung verschafft, wie der Besitz eines Statussymbols, wie das neuste Smartphone. Sie wollen nicht verstehen, dass Geld Schulden sind und es unmöglich ist, diese zurückzuzahlen. Da sie sich eine Welt ohne Geld nicht vorstellen können, wäre es nicht einmal wünschenswert. Die Zusammenbrüche des Geldsystems und die Kriege sind in einem Zinses-Zinssystem unwiderruflich. Wenn sie das verstehen würden, wäre ein Bargeldverbot auch ihr schlimmster Alptraum. Die Menschen verstehen es aber nicht und deshalb wird es auch keine Revolution geben, sondern das Bargeld wird abgeschafft. Wir liefern uns Stück für Stück aus und eines schönen Tages bekommen wir unsere Lebenszeit zugeteilt. Selbst wenn dies geschehen ist und ein Computer ihr Leben mit 38 beendet, weil sie Lebenszeit nicht mehr bezahlen können, werden wir nicht versuchen das System zu verstehen, sondern hoffen, zu den Reichen zu gehören, die ewig leben, „weil sie es verdient haben".

Viele Menschen leben inzwischen in einem derartigen Elend, dass es für sie besser gewesen wäre, als Tier geboren zu sein. Wenn sie an eine Wiedergeburt glauben, können sie ja zumindest hoffen, als Haustier der 0,1 Prozent auf die Welt zu kommen. Im großen und ganzen besteht unser Leben nur noch aus Glauben, verstehen tun wir fast unser ganzes Umfeld nicht mehr. Wenn es hoch kommt, begreifen wir noch die Bedienung einiger technischer Geräte. Für eine Wissensgesellschaft haben wir ein sehr eingeschränktes Sichtfeld. Wir entschuldigen diese Dummheit aber damit, dass in einer hochspezialisierten Welt kein Mensch alles verstehen kann. Unsere Probleme sind aber nicht unverständlich, sondern unverständlich gemacht. Es sind alles hoch komplexe Gleichungen, in denen man auch zwei Drittel weg kürzen könnte. Dann würde es aber Menschen geben, die sich an die Lösung machen und nicht sagen, das begreife ich sowieso nicht. Fragen sie einen sogenannten Experten, warum der DAX immer noch stieg, obwohl man von Deflation sprach. Das kann keiner erklären. Trotzdem glauben sie an die Überlegenheit des Systems. Das sind des Kaisers neue Kleider. Eine Gesellschaft, in der nur Kinder das einfachste erkennen, weil sie keine Angst haben müssen, als doof dazustehen.

Donnerstag, Februar 04, 2016

Brief an Sigmar Gabriel zu TTIP

Sehr geehrter Herr Gabriel,

ich habe gelesen, dass Sie die Akteneinsichträume für die TTIP Verträge als einen positiven Fortschritt ansehen. Angesichts der Umstände, in der diese Einsicht statt finden kann, möchte ich Ihnen eine Frage stellen. Was glauben Sie, welche Voraussetzungen eine zur Einsicht berechtigte Person haben muss, um den Vertrag im vollen Umfang zu verstehen. Was glauben Sie, wie viel Zeit diese Person dazu im Aktenraum verbringen muss? Kennen Sie eine Person, die dies leisten kann? Hier wiederholt sich, was mit den Cross-Border-Leasing Verträgen in den Kommunen passiert ist. Das Ergebnis dürfte Ihnen bekannt sein. Wie viele geheim verhandelte Verträge, die man besser in Gewicht als in Seiten angibt, die kein einzelner Mensch begreifen kann, sollen denn noch beschlossen werden. In Leipzig wurde gerade einer der Cross-Border-Leasing Verträge mit einem Schaden von 39 Millionen Euro beendet. Ich verstehe nicht, woher Sie ihren Optimismus nehmen. Verträge, die geheim verhandelt werden, welche von denen, die sie beschließen, nicht verstanden werden, können unmöglich positiv sein. Sie widersprechen jedem Verständnis von Rechtsstaatlichkeit. Wer etwas unterzeichnen will, was er nicht versteht und im eigenen Namen handelt, schadet sich selbst. Wer aber im fremden Namen handelt, macht sich nach meinem Verständnis haftbar. Bei mir wäre das zumindest so. Und wenn ich vorher gewarnt worden wäre, käme noch Vorsatz dazu. Helmut Schmidt hat bei einem „Zeit" Wirtschaftsforum von einer vorrevolutionären Stimmung gesprochen. Angesichts der derzeitigen Entwicklung muss man zu dem Eindruck gelangen, dass es Ziel der Politik ist, diese Prophezeiung zu erfüllen.




Mit freundlichen Grüßen


Andreas Teichmann Leipzig, den 2.02.2016


Brief an Norbert Röttgen - Syrieneinsatz

Sehr geehrter Herr Röttgen,

Sie haben in ihrer Rede vor dem Bundestag gefordert, man solle sich die Augen eines einzigen von der IS entführten Mädchen vorstellen, das entführt wurde und zur Finanzierung des Terrors verkauft wurde. Damit haben Sie ein sehr starkes Argument bemüht, das es dem mitfühlenden Menschen unmöglich macht, dem Kampf gegen den Terror nicht zuzustimmen. Ich frage mich allerdings, wo ihr Mitgefühl bei den Mädchenaugen bleibt, die zur Prostitution in Europas Bordellen gezwungen werden. Wo ist ihr Mitgefühl, wenn Sie sich die Augen der über 8000 Kinder unter 5 Jahren und ihrer Mütter vorstellen, die jeden Tag an den Folgen von Unterernährung sterben. Wie kann man 134 Millionen für Krieg bewilligen, angesichts dieses Elends, wohl wissend, dass dieses Geld töten wird und noch mehr verzweifelte Kinderaugen erzeugt. Sehr geehrter Herr Röttgen, ihre Rechtfertigung des Kriegseinsatzes ist beschämend und stellt auch sicher nicht den Willen des deutschen Volkes dar. Vielleicht überlegen Sie einmal, ob Sie in ihrer zweiten Lebenshälfte doch noch etwas verändern wollen. Denken Sie an die Augen ihrer Kinder und Enkelkinder.

Ich habe, bevor ich diesen Brief geschrieben habe, zwei Bücher von Peter Scholl-Latour gelesen. Damit sehe ich die Tragweite der Entscheidung für einen Bundeswehreinsatz noch weitreichender. Ich werde nie wirklich verstehen können, wie es zu den Gräueltaten des Dritten Reiches kam. Was man nicht erlebt hat, ist schwer zu begreifen. Was ich aber verstehen kann, ist, wie sich Geschichte wiederholt. Eigentlich ist es ihre Aufgabe zu verhindern, dass sich eine Militarisierung Deutschlands wiederholt. Eigentlich ist es ihre Aufgabe, den Frieden zu sichern und ein friedliches Zusammenleben der Völker zu fördern. Was ich aber miterleben muss, ist, wie sich Krieg und Elend ausbreiten. Es ist einfach, Schuldzuweisungen zu machen, aber schwierig, die Menschen zu verstehen. Ja, ein einzelner kann nichts verändern. Er kann aber versuchen, sein Gegenüber zu verstehen. Ich habe ausprobiert, was es bedeutet, plötzlich nichts mehr zu essen, als wäre man auf der Flucht. Der Hunger kommt und ist plötzlich wieder verschwunden. Wenn man jetzt wieder anfängt, sehr wenig zu essen, entsteht kein Hungergefühl, wie wir es verstehen, nein, es sind Schmerzen. Wahrscheinlich gewöhnt man sich an diesen Zustand und wer es nicht anders kennt, träumt nicht einmal davon, dass dieses Gefühl aufhört.

Wie viele Jahre spenden wir nun schon für Brot für die Welt? Und was ist das Ergebnis? Hunger und Armut gibt es inzwischen auch in den Geberländern. Mit Wohltätigkeit können wir diese Welt nicht verändern. Wir sind es, die sich ändern müssen. Jede Politik fordert mehr Wachstum. Wenn uns das Wohl unserer Kinder am Herzen liegt, müssen wir aufhören, mehr zu verlangen. Wir müssen endlich anfangen, gerecht zu verteilen. Der Großteil der führenden Industrienationen behauptet von sich, christlich zu sein. Die Superreichen dieser Länder nehmen aber für sich in Anspruch, wie Götter über Leben und Tod zu entscheiden.



Mit freundlichen Grüßen



Andreas Teichmann Leipzig, den 31.01.2016

t

Obergrenze von 5000 Euro für Zahlungen mit Bargeld.

http://www.nachdenkseiten.de/?p=30842

Der ware Grund ist die Gefahr eines Bankenrun. Die Erklärung gibt es in
Fabian der Goldschmied.

https://www.youtube.com/watch?v=QBa3psgqTKc

Mittwoch, Februar 03, 2016

Krieg und Menschenrechte

Die allgemeine Erklärung der Menschenrechte sichert den Menschen unveräußerliche Grundrechte zu. Diese Rechte finden sich auch in unserem Grundgesetz wieder. Die Würde des Menschen ist unantastbar. Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich usw. Diese Rechte sind weder unantastbar noch unveräußerlich. Ein Bundeswehrangehöriger, der nach Afghanistan geht, verkauft Leben und Gesundheit. Das Grundrecht auf Leben und körperliche Unversehrtheit ist also käuflich. Jeder Krieg beginnt mit Freiwilligen. Was ist aber, wenn niemand mehr will? Dann wird unter Strafandrohung verpflichtet. Die Zwangsdienste, welche durch Gesetz angeordnet werden können, betreffen aber nicht nur den Kriegsfall. In jedes Grundrecht kann eingegriffen werden, natürlich nur auf Grund eines Gesetzes. Eigentlich wäre ein Krieg überhaupt nicht möglich, denn er verletzt so ziemlich jedes Recht des Menschen. Menschenwürde, Leben und Gesundheit, Freizügigkeit, Berufsfreiheit, die Unverletzbarkeit der Wohnung, Eigentumsrecht, Versammlungsfreiheit. Die Wahrheit ist, sie haben keine Menschenrechte. Menschenrechte und Geld sind nur Papier. Solange wir nur die Rechte anderer verletzen, mag uns das egal sein. Was ist aber, wenn hier die Männer im Krieg gefallen, die Kinder verhungert, die Häuser in Schutt und Asche und die Frauen vergewaltigt sind. Wir haben es in der Hand. Das Kapital mag zwar die Gesetze erlassen aber wir erwecken sie zum Leben. Es ist völlig absurd, 0,1 Prozent der Bevölkerung für das eigene Unglück verantwortlich zu machen. Adolf Hitler hat den zweiten Weltkrieg nicht allein geführt. Nein, es waren meine Eltern und Großeltern. Sie haben eine Pille nach der anderen geschluckt. In Frankreich herrscht seit 3 Monaten Ausnahmezustand, ohne dass es größere Anzeichen von Schluckbeschwerden gibt. Was für ein Jammer.





Die Klassengesellschaft – was der Besitz von Kapital bedeutet

Auch wenn wir täglich mit Geld umgehen, bleibt es schwer vorstellbar, was es wirklich bedeutet, es zu besitzen. Eine Milliarde ist für uns nichts begreifbares mehr. Welchen Lebensstandart nur die Zinsen ermöglichen, stellt man zum verdeutlichen in Autos oder Einfamilienhäusern dar. Mit dieser Darstellung werden die Menschen aber ganz offensichtlich nicht dazu angeregt, daran etwas zu ändern. Nein, anscheinend glauben die meisten noch, sie könnten den Sprung in den Reichtum auch schaffen. Ich habe mir nicht die Mühe gemacht, aktuelle Zahlen zu suchen, deshalb sehen sie das folgende als Beispiel. 2009 hatten die 20 reichsten Menschen der Welt 430 Milliarden Dollar. Der reichste Man war angeblich Bill Gates, was natürlich nicht stimmt. Die wirklichen Vermögensbesitzer, die Eigentümer der Zentralbanken, kommen in keiner Liste vor. Wenn man die Durchschnittsgehälter annimmt, gehört diesen Menschen die Jahresarbeitszeit von 300 000 deutschen Menschen. In China sind es bereits 2 Millionen Menschen und im Kongo 60 Millionen Menschen. Das ganze sehr grob überschlagen. Dass wir reichen Menschen gehören, würde aber sicher jeder bestreiten. Wir sehen uns immer noch als freie Menschen, auch wenn jedem Deutschen bei seinem ersten Atemzug, den er macht, wenn er diese Welt erblickt, zur Zeit 25 000 € Schulden aufgebürdet werden. Diese pro Kopf Verschuldung ist für uns etwas abstraktes, ohne wirkliche Bedeutung für unser Leben. Ist dem aber wirklich so? Sind diese Schulden wirklich rein hypothetisch oder haben sie doch Einfluss auf unser Leben? Können reiche Menschen Lebenszeit von uns verlangen? Können uns Zwangsdienste auferlegt werden? Sie denken jetzt wahrscheinlich an Hartz IV. Das meine ich aber nicht. Wussten sie, dass sie zum Feuerwehrdienst oder auch als Wahlhelfer verpflichtet werden können. Das eigentliche Problem beginnt aber erst im Verteidigungsfall. Sie können nicht nur zum Dienst an der Waffe, sondern auch zum Arbeitsdienst verpflichtet werden. Kriege werden aber ausschließlich wegen Geld geführt. Damit gehören sie den Besitzern der Kapitalvermögen, nicht nur rein hypothetisch, sondern ganz real. Sie bestimmen über den Wert eines Menschenlebens nicht nur im Krieg, sondern auch im Frieden.

Wenn sie das nächste mal hören, dass etwas zu teuer wäre, denken sie einmal darüber nach. Es sind nicht nur Impfungen in Afrika, die zu teuer sind, es sind auch medizinische Behandlungen in Deutschland und vieles andere mehr. Zu teuer ist die Vokabel, mit der man eine Klassengesellschaft erhält.






Samstag, Januar 30, 2016

Reiterbrakteat : Thüringen um 1180- DasGoldene Mittelalter ???

https://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Standardartikel/Bundesbank/Sammlungen/reiterbrakteat.html

 Den im Laufe der Zeit als immer drückender empfundenen Einschränkungen des Handels durch unzuverlässiges Geld suchten die Kaufleute über die Städte, in denen sie den entscheidenden Einfluß ausübten, entgegenzuwirken. Das Resultat war der ›ewige‹ Pfennig, der keinem Wechsel mehr unterlag und die verläßliche Grundlage eines ungestörten Handels darstellte.

Montag, Januar 25, 2016

Wer hat uns verraten? Das waren nicht nur Sozialdemokraten!


Seit ungefähr 15 Jahren beschäftige ich mich etwas mehr mit Politik. Bis dahin ging ich wie wahrscheinlich 90 Prozent der Bevölkerung auf Grund von Wahlversprechen wählen. Dann kam Hartz IV und ich bemerkte das erste Mal am eigenen Leib, dass Sozialdemokraten keine Garantie für Gerechtigkeit sind. Die Parteien unterliegen einem „Reifungsprozess". Die Grünen, welche verheißungsvoll angefangen hatten, reiften von grün über gelb hin zu schwarz. Daher kommt anscheinend der Begriff Bananenrepublik. Wenn man sich mit den Taten der Parteien beschäftigt, kann man nur die Hoffnung verlieren, mit Wahlen etwas zu ändern. Ich ging nicht mehr wählen und fing an einen Blog zu schreiben. Das erschien mir sinnvoller als wählen. Mit 300 Zugriffen, die zum größten Teil von Suchmaschinen, die für Geheimdienste das Netz durch filtern, stammen, wird man allerdings auch nichts verändern. Ich begann darüber nachzudenken, warum sich Parteien so verändern, dass es keine Alternative gibt. Es kann doch nicht sein, dass wir auf die Straße gegangen sind, um die Kandidaten der Nationalen Front gegen die Kandidaten der kapitalistischen Einheitspartei einzutauschen. Nicht einmal die Linke stellt wirklich eine Alternative dar. Sie ist zweifellos ein kleineres Übel, aber wenn sie regieren muss, verbleicht auch noch das Rosa. Ideale werden unter Geld beerdigt, das ist der Lauf der Welt. Die gute Bezahlung sorgt nicht dafür, dass der Wirtschaft gute Leute für die Politik abgeworben werden können. Die gute Bezahlung ist die Verlockung zur Korruption. So gesehen sind die Beraterverträge, Vortragshonorare und der gleichen ein Skandal. Politiker müssen nicht gut sein. Sie müssen nicht einmal etwas von dem Amt verstehen, was sie begleiten. Die einzige Voraussetzung ist, sie müssen verlässlich sein oder besser gesagt marktkonform. Wie will man das Problem aber lösen. Eine Partei kann meiner Meinung nach nicht die Lösung sein, denn sie ist auf Konkurrenz ausgelegt. Parteien haben einen Alleinvertretungsanspruch, das ist ihr Ziel. Deshalb sind Koalitionen auch nichts harmonisches, sondern eher eine Krücke. Wie kann man aber Politik machen, die eine Kooperation anstrebt? Wie kann man Korruption ausschließen? Das erste wäre meiner Meinung nach, dass man die Amtszeit jedes Politikers begrenzt. Der Drehtüreffekt ( Wechsel in die Wirtschaft) muss unterbunden werden. Die Bezahlung darf sich nicht mehr an den „Leistungsträgern" der Gesellschaft orientieren, sondern am Existenzminimum. Politik sollte ein, im Sinne des Wortes, Ehrenamt sein. Das Ziel muss eine Art Wählervereinigung sein, die ihren Kandidaten einerseits ein Korsett verpasst, das verhindert, dass sie sich in Korruption verstricken, sie aber andererseits völlig frei entscheiden können. Wir brauchen eine Mischung von Kreativität und Lebenserfahrung. Ich bin der Meinung, dass eine neue Wählervereinigung nicht unbedingt ein komplettes politisches Konzept benötigt. Was sie braucht, sind klare Ziele. Das erste Ziel sollte meiner Meinung nach sein, die Arbeit der Universitäten von der Finanzierung mit Drittmitteln zu befreien. Es kann nicht sein, dass die Wirtschaft die Ziele der Forschung vorgibt. Ich bin mir sicher, dass keine Partei existiert, die wirkliche Veränderungen bewirken kann. Ich bin mir aber ebenfalls sicher, dass kein einzelner in der Lage ist, eine Veränderung herbeizuführen. Es kann auch gar nicht das Ziel sein. Bewegungen, die von Einzelpersonen oder Vorständen angeführt werden, haben sofort wieder das Korruptionsrisiko. Wie schafft man etwas, was einer Organisation bedarf, die Fäden zusammengeführt werden, ohne das dabei Strukturen entstehen, die einen Machtmissbrauch zulassen. Gerade konnte man lesen, dass 62 Menschen so viel besitzen wie 3,6 Milliarden Menschen. Was das für unsere Zukunft bedeutet, scheint niemand zu verstehen. Wir sind keine Menschen mehr, sondern Humankapital. Wir sind zu einer Rechengröße geworden. Eine politische Lösung scheint unmöglich. Mir wurde einmal gesagt, man könne jedes Problem mathematisch lösen. Nur, je komplizierter das Problem, desto mehr Variablen gibt es und um so ungenauer wird das Ergebnis. Das wäre doch einmal eine Aufgabe für eine Universität, denn unser Problem hat von allem etwas. Medienwissenschaft und Kommunikation, Mathematik, Statistik, Geschichte, Naturwissenschaften, Recht, Religion und vieles mehr. Ich will nicht sagen, lassen sie uns das „Problem" wissenschaftlich lösen, sondern vor allem kreativ. Die Jugend ist prädestiniert für Veränderungen, weil sie noch in ihren Gedanken freier ist und nicht den wirtschaftlichen Zwängen, der auf Kredit finanzierten Statussymbole, unterliegt. Unser Schuldgeldsystem bringt uns in einen ewig dauernden Konkurrenzkampf, der nicht zu Letzt für die Flüchtlingsströme verantwortlich ist. Jetzt wird gefordert, diesen Flüchtlingsstrom zu begrenzen, damit die Handlungsfähigkeit des Staates erhalten bleibt. 1961 hat die DDR eine Mauer gebaut, um genau diesem Problem zu begegnen. Auch hier wurde die Handlungsfähigkeit des Staates durch Flüchtlinge beeinträchtigt, wenn auch in anderer Richtung. Die Erfahrung der Geschichte hat gezeigt, dass man sich mit einer Mauer nicht abschotten kann. Finanzmärkte agieren über Mauern hinweg. Dabei ist es egal, welches Land, welches Wirtschaftssystem unter Druck gesetzt werden soll. Die Zukunft meiner Kinder und Enkelkinder kann ich nicht mit einer Mauer sicher stellen. Solange ich Geld verdiene, kann ich helfen. Was ist aber, wenn arbeiten nicht mehr geht? Ein griechischer Rentner versorgt im Moment stellenweise ganze Familien. Das wir bei meiner Generation nicht mehr möglich sein. Es sinkt nicht nur die Rentenhöhe, sondern auch die Lebenserwartung. Warum akzeptieren wir das? Wir haben sicher das Recht, unser Leben zu verpfuschen. Aber das unserer Kinder, Enkelkinder und Urenkel, dürfen wir da auch tatenlos zusehen? Leider ist es gelungen, auch die Generationen gegeneinander auszuspielen. Kein Rentner geht für bessere Studienbedingungen mit auf die Straße und keinem Jugendlichen kommt es in den Sinn, für Rentner mehr Geld zu verlangen. Die Medien haben es geschafft, dass es immer einen gibt, der auf unsere Kosten lebt. Alle sind an etwas schuld, die Jugend, die Rentner, die Griechen, der Russe, der Hartz IV Empfänger, der Flüchtling und selbst der Autofahrer. Das Ziel jeder Politik ist Wachstum. Wir alle kennen die dämlichen Parolen, die dies untermauern sollen. „Sozial ist, was Arbeit schafft." Ein Krieg ist demnach das sozialste, was ein Staat machen kann. Spätestens jetzt sollte doch klar sein, dass wir gemeinsam handeln müssen. Es ist gut, wenn Menschen demonstrieren gehen. Aber, wir brauchen auch eine Alternative. Vor 26 Jahren sind die Menschen im Osten auf die Straße gegangen. Sie haben viel erreicht, aber im wesentlichen sind sie erfolglos geblieben. Sie haben bewiesen, dass man eine Regierung friedlich stürzen kann. Mehr Mitbestimmung haben sie aber nicht erreicht. Deshalb stehen wir jetzt, ein viertel Jahrhundert später, wieder da und uns fehlt die Möglichkeit der demokratischen Einflussnahme. Gesetze werden uns als alternativlos übergestülpt. Harald Schumann forderte in einem Vortrag bei „Lobby Control", dass wir in die Parteien gehen sollen. Wenn nur noch Opportunisten in den Parteien sind, dürften wir uns nicht beschweren, dass diese regieren. Vermutlich wünschen wir uns die gleichen Personen ins Parlament, aber ich kann mir dafür einen besseren, nicht boykottierbaren Weg vorstellen. Harald Schumann sollte es wissen, wie man zu einem Listenplatz kommt. Nicht wir müssen in die Parteien, sondern die, die noch Ideale haben, müssen raus aus den Parteien. Der große Fehler der Bürgerbewegung der DDR war, dass sie in die Parteien gegangen ist. Die Mitglieder einer Partei beeinflussen nicht die Politik. Wie oft gibt es denn bei den Parteien Mitgliederbefragungen? Was allerdings hervorragend funktioniert, ist, das unterwandern einer Partei. Wenn es darum geht, eine Partei in Misskredit zu bringen, sie als unwählbar darzustellen, reicht es, über Querelen kleiner Ortsvereine in den Medien zu berichten. Es ist unmöglich für einen Bürgerrechtler, in einer Volkspartei einen Listenplatz zu erhalten. Man kann einige Zeit gegen den Strom schwimmen, aber irgendwann gibt man auf und geht. Mit nichts kann man einen Menschen besser ruhig stellen als mit Resignation. Ich habe keine eigenen Erfahrungen mit Parteiarbeit. Wenn ich mir aber die Zahlen der Ein- und Austritte ansehe, stellt man fest, dass es mehr Austritte als Eintritte gibt. Die Mitgliederzahlen schrumpfen. Zusätzlich sterben den Parteien Mitglieder weg. Bei der SPD haben sich die Mitgliederzahlen mehr als halbiert. Ich bin nun der Meinung, dass die Mitgliederzahl keinen Einfluss auf die Politik der Sozialdemokratie hatte. 3 Millionen Mitglieder hätten die aktuelle Politik der SPD auch nicht verhindert. Nein es ist viel mehr so, dass die Politik Einfluss auf die Mitgliederzahlen hat. Was soll ich in der SPD, Kriegskredite bewilligen ??????????

Es gibt ein Zitat von Victor Hugo, das sinngemäß besagt: „Einer Invasion von Armeen kann man Widerstand leisten, nicht aber einer Idee, deren Zeit gekommen ist". Helfen sie mit, eine Idee zu entwickeln, die dem Souverän wieder seine Stimme gibt. Wir werden ansonsten in aller nächster Zeit in einer Welt leben, die aus Angst und Krieg besteht.



Montag, Dezember 07, 2015

Berliner Staatsanwälte verfolgen dutzende von Unterzeichnern eines Aufrufs zur Befehlsverweigerung. Die Frage: War der Kosovo-Krieg völkerrechtswidrig?

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-15985955.html

Aufruf an alle Soldaten der Bundeswehr, die am Jugoslawien-Krieg beteiligt sind

http://www.nato-tribunal.de/narr.htm

Wolf-Dieter Narr,Betreff: Kosovo. Einlassung in eigener Sache

http://www.humanistische-union.de/nc/publikationen/vorgaenge/suche/ergebnisse/back/suche-in-den-vorgaengen/article/betreff-kosovo-einlassung-in-eigener-sache/Vack/

Aufruf zur Fahnenflucht: Verurteil und gepriesen

http://www.ag-friedensforschung.de/themen/NATO-Krieg/narr.html

Was sich wiederholen wird

http://www.ag-friedensforschung.de/aktuell/roth.html

Die Anklagen der Staatsanwaltschaft drehen den Spieß schlicht um. Die Unterzeichner des Aufrufs sind es nun, die zu einer Straftat aufgefordert haben, indem sie die an diesem Krieg beteiligten Soldaten zur Fahnenflucht und zur Gehorsamsverweigerung aufgerufen hätten. Für die Angeklagten muss dies wie Hohn klingen. Aus der Aufforderung, keine Straftaten zu begehen, wird eine Aufforderung zum Rechtsbruch gezimmert.


 Es gab bisher in keiner Verhandlung und keinem Schriftsatz einen ernsthaften Versuch der Staatsanwaltschaft, die rechtliche Legitimation dieses Krieges darzulegen und zudem den Nachweis zu führen, dass die Beklagten von der unzweifelhaften Rechtmäßigkeit des Krieges immer schon hätten wissen können, also auch keinen Verbotsirrtum für ihren Aufruf in Anspruch nehmen können.

Dienstag, Dezember 01, 2015

Terrorismus ist der Krieg der Armen und der Krieg ist der Terrorismus der Reichen., Peter Ustinov

Laut der öffentlichen Medien ist der Terrorismus die Geisel der Menschheit. Als erstes befanden sich die USA im Krieg gegen den Terror. Jetzt hat Frankreich ebenfalls dem Terror den Krieg erklärt. Dass man dem Terror keinen Krieg erklären kann, weil er gar kein Völkerrechtssubjekt ist, interessiert gar nicht. Wozu führt nun der Krieg gegen den Terror? Was genau hat sich verändert? Die Sicherheitslage hat sich eindeutig nicht verbessert. Was sich „verbessert" hat, ist die Überwachung und Kontrolle der Bevölkerungen der westlichen Welt. Was sich auch verändert hat, ist die wirtschaftliche Entwicklungsmöglichkeit zahlreicher Länder, deren Wirtschaft restlos zerstört am Boden liegt. Wenn man sich einen Krimi ansieht, ist das Motiv der rote Faden des Filmes. Was im Krimi Stand der Ermittlung oder möglicher Tathergang ist, ist in der Politik aber Verschwörungstheorie. Was ist das Motiv für Terrorismus oder, wie die Medien sagen würden, den islamistischen Weltterrorismus? Das Problem ist nur, dass es sich hier um eine einseitige Betrachtung handelt. Terrorismus ist nicht definierbar, denn es handelt sich hier um eine einseitige politische Betrachtung. Was man ist, steht nicht in Stein gemeißelt, sondern ändert sich zusätzlich noch mit der Geschichtsschreibung. Es ist nichts ungewöhnliches, dass ein und die selbe Person in der Geschichtsschreibung vom Helden zum Vaterlandverräter mutiert. Dieser Vorgang kann sich wechselseitig sogar mehrfach wiederholen.

Das einzige, was sich nicht ändert, sind die Motive der betreffenden Person. Die echten Motive kennt aber nur, wer dieser Person nahe steht. Das Bild, was die Medien vom Terroristen zeichnen, welches vom blinden Hass getrieben ist, erscheint mir unrealistisch. Hass ist nichts, was von allein entsteht. Hass kommt nicht aus dem Nichts. „Natürlicher" Hass ist das Ergebnis einer persönlichen Erfahrung und betrifft eine genau definierbare Person oder Personengruppe. Hass, der sich gegen ein ganzes Volk, eine Glaubensgemeinschaft richtet oder ein Rassendenken zur Grundlage hat, ist nicht natürlich, sondern Ergebnis einer medialen Meinungsmanipulation. Welche Zwecke hier verfolgt werden, kann jeder denkende Mensch mit etwas Anstrengung allein erkennen. Das Problem ist, dass gerade wir Deutschen kein Volk der Denker sind, wir neigen eher zum Kadaver-Gehorsam. Selbst das Sprichwort: wer einmal lügt, dem glaubt man nicht....., ist außer kraft. Es ist bewiesen, dass NATO-Geheimarmeen in europäischen Ländern existierten und im geheimdienstlichen Auftrag Anschläge auf Zivilbevölkerung ausführten. Helmut Schmidt sagte: „Ich habe den Verdacht, dass sich alle Terrorismen, egal, ob die deutsche RAF, die italienische Brigade Rosse, die Franzosen, Iren, Spanier oder Araber, in ihrer Menschenverachtung wenig nehmen. Sie werden übertroffen von bestimmten Formen Staatsterrorismus." Wen er damit meinte, blieb leider offen. Die Anschläge vom 9.11. und Paris sind Grund für den Krieg gegen den Terror. Terrorismus will doch aber eine Wandlung im Denken erreichen und Unterstützer gewinnen. Warum richtet sich der islamistische Terrorismus dann nicht nur gegen Militärbasen der westlichen Welt, gegen die Konsumtempel, Banken und die politischen Vertreter? Nur das ergibt einen Sinn. Im Ergebnis der Anschläge haben wir einen Krieg gegen den Terror mit steigenden Rüstungsausgaben und 60 Millionen Flüchtlingen, Beschneidung der Freiheitsrechte, einen ausufernden Überwachungsstaat und Gründe für die Senkung von Sozialstandards. Was in 40 Jahren kalter Krieg nicht passierte, geschieht jetzt im Krieg gegen den Terror. Man hört oft: im Krieg gibt es nur Verlierer. Das stimmt aber nicht ganz. Die Geldgeber fahren riesige Gewinne ein. Das Motiv für Krieg ist und bleibt Geld. Religion lässt sich nur sehr leicht missbrauchen. Wenn Religionen wirklich gelebt würden, wären sie verboten, denn viele enthalten ein Zinsverbot. Die Zinsen sind die wahre Geisel der Menschheit. Lächerliche 0,001 Prozent der Bevölkerung beherrschen das Geldsystem. Um diese Menschen zu besiegen, braucht man keine Armee, keine Panzer, keine Bomben, keine Gewalt. Man muss nur verstehen, dass sie der Grund für Krieg, Terrorismus und Hunger sind und nie in unserem Interesse handeln. Verweigert den Dienst an der Waffe. Jeder Schuss, der abgegeben wird, hilft den 0,001 Prozent der Bevölkerung, ihre Herrschaft zu verlängern. Jeder Krieg ist Kampf gegen uns selbst. Jene, die unser Geldsystem verstanden haben und es offen benennen, werden als Verschwörungstheoretiker unglaubwürdig gemacht. Wenn man nur den Namen einer bestimmten Zentralbank nennt, wird dies sofort gleichgesetzt mit dem Vorwurf der jüdischen Weltverschwörung, also Antisemit. Wer die wahre Geisel der Menschheit verstanden hat, macht keine pauschalen Verurteilungen. Wer dies macht, ist der Meinungsmanipulation auf den Leim gegangen. Was ist denn z.B. ein Amerikaner. Der US Amerikaner hat deutsche, italienische, polnische usw. usw. Wurzeln, jede Weltreligion ist vertreten. Der Amerikaner führt Krieg gegen seine Wurzeln. Ohne pauschale Einordnung in Gruppen, wäre dies nicht möglich. Deutsche führen keinen Krieg gegen Deutsche. Wenn ich aber sage, ihr seid Preußen, Sachsen, Bayern oder Katholiken und Protestanten, dann ist der Krieg möglich. Diese Einordnung wird von einer sehr überschaubaren Menge Menschen vollzogen, welche es schaffen, für die Allgemeinheit unsichtbar zu bleiben. Die von uns wahrgenommen werden, sind beliebig austauschbare Mitläufer, von denen die Bevölkerung glaubt, sie besäßen Macht, weil sie Geld repräsentieren dürfen.




Exkanzler Schröder hat zwar den Bruch des Völkerrechts gestanden, muß aber wohl nicht vor Gericht.

http://www.ag-friedensforschung.de/themen/NATO-Krieg/anzeige.html

Weltgericht weist Klage gegen Nato-Staaten ab

http://www.sueddeutsche.de/politik/kosovo-krieg-weltgericht-weist-klage-gegen-nato-staaten-ab-1.846883