Samstag, August 25, 2012

Bundeswehreinsatz im Inneren

Seit dem 11. September 2001 gibt es einen Grund für die intensiven  Bemühungen, die Sicherheitslage gegen den „Terrorismus“ zu verbessern. Bei genauer Betrachtung führt eine nicht realisierbare Sicherheit vor Terrorismus nur zu einer Totalüberwachung der Bevölkerung. Bei all den Maßnahmen gegen den Terrorismus geht es nicht darum, ob es geplant ist, dies gegen die eigene Bevölkerung einzusetzen, sondern um die potentielle Gefahr. Wenn man etwas zum „Wohle der Bevölkerung“ unternimmt, muss man sich auch Gedanken machen, ob es in falsche Hände gelangen kann. Unser Grundgesetz wurde genau aus dieser Erfahrung heraus geschaffen. Jetzt wird unser Grundgesetz durch die Hintertür, durch eine Auslegung des Verfassungsgerichts, selbst geändert. Eine zwei Drittel Mehrheit würde es wahrscheinlich nicht dafür geben. In den Zeitungen wurde nach der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes berichtet . An den abgegebenen  Kommentaren lässt sich breite Ablehnung erkennen. Dabei gehen die Kommentatoren von etwas neuem aus. Das ist es aber nicht, sondern die nachträgliche Legalisierung schon bestehendem. Am 17. Februar 2005 wurde im Bundestag das „Gesetz über die Neuordnung der Reserve der Streitkräfte und zur Rechtsbereinigung des Wehrpflichtgesetzes“ beschlossen. Bitte googeln sie dazu „eine fast geheime Armee“. Vor 3 Jahren las ich den Bericht über eine Übung in Schwarzenbach  Bayern mit Reservisteneinheiten, bei der die Niederschlagung von Aufruhr trainiert wurde. Bitte googeln sie Bürgerkriegsmanöver Schwarzenbach. Wenn man will, kann man die Übung  als positive Maßnahme zum Schutz des Bürgers vor Terrorismus sehen. Auch die Einführung von Strahlenwaffen, welche nicht töten, sondern nur unvorstellbare Schmerzen verursachen, wäre „positiv“, wenn sie nicht gegen Bevölkerung eingesetzt wird. Eine Strahlenwaffe macht allerdings nur Sinn, wenn sie unerwartet eingesetzt wird. Ein militärischer Gegner wird sich vor Strahlen genauso schützen wie vor Gas. Wenn man über einen Kampfmitteleinsatz im Inneren zu entscheiden hat, geht es nicht darum, wie hoch die Hürden dafür sind, sondern um die potentielle Gefahr. Welcher Richter kann diese ausschließen? Niemand kann dies ausschließen und dafür bedarf es nicht einmal eines Fünkchens Verschwörungstheorie. Der Beschluss des Bundesverfassungsgerichtes greift nicht nur unser Grundgesetz an, sondern macht die Väter des Grundgesetzes zu Verschwörungstheoretikern.  Bundespräsident Gauck sieht die Bundeswehr fest verankert in der Bevölkerung und als Demokratiewunder. Ein  „Demokratiewunder“ war, dass 1989 bei den Großdemonstrationen in der DDR kein Schuss gefallen ist.  Allerdings ist es ein erklärbares Wunder. Bei einer Armee aus Wehrpflichtigen liegt die Hemmschwelle, auf die eigene Bevölkerung zu schießen, sehr hoch. Diesen Fehler hat man erkannt und rüstet die Armeen auf Berufsarmeen und Söldnerheere um. Wenn man diese Veränderungen und das Töten ablehnt, wird man in diesem Land vom Staatsoberhaupt, was selbst noch den 2. Weltkrieg erlebte, als glückssüchtig bezeichnet. Da es anscheinend in Vergessenheit geraten ist: die Bundesrepublik wurde als Staat ohne Armee gegründet. Die Verhandlungen über die Aufstellung einer Armee wurden von Adenauer geheim geführt, ohne die Öffentlichkeit und das Kabinett zu informieren. Mit dem Beginn des Koreakriegs waren die Alliierten des zweiten Weltkrieges endgültig gespalten. Der kalte Krieg zwischen USA und Sowjetunion schürte Angst vor Kämpfen auf deutschem Boden. Wenn die Gründung der Bundeswehr von der Bevölkerung akzeptiert wurde, dann als kleineres Übel. Weder Bundeswehr noch NVA waren aber  Verteidigungsarmeen für die eigene Bevölkerung, sondern Verteidigungsarmeen von Machtinteressen. Man kann von Glück sagen, dass wir nicht im kalten Krieg  atomar  pulverisiert wurden. Der kalte Krieg ist vorbei, der Machtkampf  der Systeme aber nicht. Er findet nicht mehr nur zwischen Staaten statt, sondern vor allem zwischen Klassen. Genau wie zur Gründung der Bundeswehr  wird wieder Angst geschürt und über den Einsatz der Armee im Inland werden wir nicht gefragt. Seit dem 2 Weltkrieg gab es eine entscheidende Veränderung in den Machtverhältnissen. Die Staatsmacht wurde von der Geldmacht abgelöst. Die Geldelite dieser Welt hat ihre Macht ausgebaut. Dank Globalisierung ist die Macht des Geldes nicht mehr an Ländergrenzen gebunden. Wenn eine Armee marschiert, kann niemand mehr sagen, woher das Geld dafür kam. Wir wissen, wem ein Auto oder ein Haus gehört. Wem die Kapitalsammelbecken gehören, wissen wir nicht.










Donnerstag, August 16, 2012

Der Überlegene verliert


Im Laufe von Millionen Jahren hat sich aus einem Einzeller der Mensch entwickelt. Im Sinne der Evolution ist die Entwicklung eine Verbesserung. Während sich Tiere an ihr Lebensumfeld anpassen, passt sich der  Menschen das Lebensumfeld an. Wenn wir dies beherrschten, wäre es eine Weiterentwicklung, beherrschen wir es aber nicht, eine Fehlentwicklung. Bei all den Rechenmodellen, mit denen eine Versorgung mit Rohstoffen und Nahrungsmitteln und unser Einfluss auf die Natur prognostiziert wird, gibt es zahlreiche Variablen. Trotzdem gibt es zahlreiche Wissenschaftler, die Kaffeesatzleserei einen wissenschaftlichen Charakter verleihen. Niemand kann den genauen Zeitpunkt vorhersagen, an dem wir unsere Natur zerstört haben, aber jeder weiß, dass dieser Tag kommen wird. Obwohl Milliarden für den Naturschutz ausgegeben  werden,  ist dies nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Stellenweise nimmt der Naturschutz skurrile Formen an und wird zum Wirtschaftsfaktor. Da werden Touristen durch Naturschutzgebiete gekarrt oder geschützte Tiere zur Jagt freigegeben, um Geld aufzutreiben.
Wissenschaftler mahnen zur Eile bei der Entdeckung unbekannter Spezies und deren Kartierung, weil sonst viele Arten bereits vor ihrer Entdeckung ausgestorben sind.  Es gibt Wissenschaftler, die erforschen, warum der Affe keinen Gerechtigkeitssinn hat. Das ist doch aber ganz einfach. Tiere haben kein Besitzdenken und sind deshalb frei von Gier. Der Mensch dagegen hat ein Besitzdenken und der Gerechtigkeitssinn ist kein Vorteil, sondern ein Nachteil, weil er von Gier geprägt ist. Deshalb ist Naturschutz eine Frage des Geldes. Da wir die Natur nicht beherrschen können, ist unser von Besitz geprägter Gerechtigkeitssinn eine  Fehlentwicklung. Durch die Arbeitsteilung und Spezialisierung haben wir uns an die Spitze der Evolution gesetzt. Der Mensch gewann Freizeit und es entstand Kultur. Wenn trotz Spezialisierung die Arbeitszeit wieder zunimmt, Freizeit abnimmt und Kultur verkümmert, beginnt die Fehlentwicklung. Der Grund dafür ist so augenscheinlich, dass es dafür keiner Forschungsgelder bedarf. Der Grund der Fehlentwicklung ist das Geld. Den Kampf ums Überleben wird die Menschheit verlieren.

Sonntag, August 05, 2012

Was nützt das größte Wissen, wenn es die Gier eliminiert.

Es gehört nicht zu den Lieblingsthemen der Presse, aber trotz alledem wissen wir genau, dass die Vermögensverteilung nicht gerade gleichmäßig ist. Je nach Land sind die Vermögen ein vielfaches der gesamten Wirtschaftsleistung. Dargestellt werden die Vermögen in Geld . Allein über  Geld nachzudenken, ist schon recht verwirrend. Noch schlimmer wird es, wenn man über Werte nachdenkt. Es gibt unterschiedliche Wertformen: ideelle Werte, materielle Werte, kulturelle Werte, persönliche Werte, religiöse Werte, sittliche Werte usw..  Der ideelle Wert eines Andenkens lässt sich nicht in Geld bemessen. Also gibt es auch ein Wertesystem ohne Geld. Ein Wert ist aber nichts festgeschriebenes, sonder ändert sich ständig.  Das für einen einzelnen unbezahlbare Andenken an einen lieben Verwandten wird plötzlich zu Müll, weil eine Lüge bekannt wird. In 1000 Jahren wird dieser Müll wiedergefunden und ist plötzlich für jeden unbezahlbar. Werte und Wertmaßstäbe sind nichts festgeschriebenes, sondern ständig in Bewegung. Oft ändern sie sich in aller kürzester Zeit, zum Beispiel im Falle eines Krieges. Warum kann jemand, der einen Krieg überstanden hat und den Schwarzmarkthandel erlebte, sich trotzdem kein Leben ohne Geld vorstellen. In Zeiten größter Not verliert Geld seinen Wert oder ist sogar wertlos. Dass solche Zeiten in regelmäßigen Abständen wiederkommen, liegt am Zinssystem. An erste Stelle unseres Wertesystems gehört Nachhaltigkeit und das ist mit Vermögen nicht vereinbar. Wie lange ist es her, dass unsere Großväter, nach dem größten Leid der Geschichte, ein Grundgesetz schufen, dies  für alle Zeiten unmöglich zu machen. Was machen wir mit diesem Erbe? Wir scheren uns einen Dreck darum. Wir führen auch wieder Krieg. Jede Gesellschaftsform hat auch ihre Vorzüge, die man hervorheben kann. Positives gab es immer, aber eben nur im einzelnen betrachtet und ohne Zusammenhang. Der Bau von Autobahnen ist durchaus positiv, sei denn sie dienen nur der Kriegsvorbereitung. Die richtige Gesellschaftsform haben wir noch nicht gefunden. Der Sozialismus gilt als gescheitert. Die soziale Marktwirtschaft ist es auch und der Kapitalismus hat es nur noch nicht zugegeben. Wenn man den Fehler nur in der Politik sucht und ihn behebt, wird es nicht von Dauer sein. Kein Gesetz wird es jemals schaffen, Frieden zu erzwingen. Der Fehler ist der Mensch selbst und sein Streben nach mehr. Auch wenn der Sozialismus in der DDR eine gute Antwort auf die Schrecken des Weltkrieges war, hatte er einen Fehler. Er hatte eine Klassengesellschaft. Warum gab es unterschiedliche Klassen? Weil es Geld gab. Wir haben den Sozialismus in der DDR geopfert, weil wir unzufrieden waren. Ein paar Funktionäre haben Vorteile genutzt und sich bereichert. Das System war trotzdem gerechter und scheiterte nur an der Gier. Der Mensch hat jede Menge Fehler, aber zum Problem werden sie erst durch Geld. Ganz egal was wir versuchen, solange es Geld gibt, werden wir immer wieder an einen Punkt kommen, an dem wir bereuen, was wir getan haben. Ein ehemaliger Drogenabhängiger, der sein Umfeld nicht wechselt, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder rückfällig. Wir müssen alles daran setzen, unser Umfeld zu ändern, sonst werden wir wieder und wieder an uns selbst scheitern. Wer sein Leben ändert, tut dies nur, weil ihm die sonst drohenden Konsequenzen bewusst gemacht wurden. Einen ausschweifenden Lebenswandel gibt man nicht auf, bloß weil der Arzt abrät. Wenn der erste Herzinfarkt einen deutlichen Warnschuss abgibt, wird es wenigstens versucht.. Nach dem zweiten bemüht man sich. Und wenn der dritte Herzinfarkt jegliche Lebensqualität genommen hat, klammert man sich ans Leben.  Auf gut deutsch: zur Besinnung kommen wir erst kurz vorm Verrecken. Wie weit wir von unserem zu Grunde gehen entfernt sind, weiß ich nicht, aber von Vernunft sind wir weit entfernt. Politiker sprechen davon, dass wir unseren Kindern keine Schulden hinterlassen dürfen. Sie  verlangen, dass wir  sparen und fordern mehr Wachstum. Gleichzeitig fordern sie mehr Klimaschutz und beziffern diesen sogar in Geld. Jeder vernünftige Wähler würde diese Politiker  zum Teufel jagen.   Jede Kosten Nutzen Rechnung, die auf der Grundlage von Geld gemacht wird, ist von vornherein falsch. Mit einem veränderlichen Wert, der nicht vorher bestimmbar ist, kann man nicht kalkulieren, sondern nur spekulieren.  Eine ruinierte Umwelt mit Geld zu heilen und dies auf Grundlage einer Kosten Nutzen Rechnung zu tun, ist die dümmste aller Spekulationen.

Sonntag, Juli 15, 2012

Angst um Geld

Dass wir uns in einer Krise befinden, dürfte jedem klar sein. Was es für eine Krise ist und wo die Gründe dafür liegen, darüber teilen sich die Meinungen. Die Lösungsansätze sind  wegen unterschiedlicher Positionen umstritten und führen nicht zum Erfolg. Ich lese gerne zu Problemen, die mich beschäftigen, wissenschaftliche Herangehensweisen. Natürlich verstehe ich sie nicht im  ganzen, aber mich interessiert die wissenschaftliche Theorie, mit der sich nicht zu letzt auch unser Verhalten erklären lässt. Ein Problem lässt sich aber nur lösen, wenn man nicht selbst Teil des Problems ist. Wenn man unser Leben als einen Wettkampf zwischen gut und böse  betrachtet, woran glauben sie, oder besser, worauf vertrauen sie ?  Da betrügerisches Verhalten die größten Vorteile bringt,  kann man in unserer Gesellschaft auf das „Böse“ vertrauen. Ob man in der Übernahme von Porsche durch VW Betrug sehen will oder nicht, eines steht fest, Gesetzeslücken im Hartz IV Regelwerk werden schneller behoben, selbst wenn der Schaden nicht so groß ist. Der große Betrug an der Gesellschaft wird toleriert, weil der größte Teil der Bevölkerung glaubt, zu den profitierenden zu gehören. Wenn man heute von einem bedingungslosen Grundeinkommen hört, wird sofort argumentiert, es wäre unbezahlbar. Was aber meint man mit unbezahlbar. Bezieht man die Aussage ausschließlich auf einen Mangel an Geld, stimmt sie nicht, denn es ist genug da.  Unbezahlbar bedeutet, dass an der Verteilung nichts geändert werden soll. Eigentlich ist es aber ganz simpel. Unsere Sparguthaben dienen den Banken als Eigenkapitalquote, aus denen sie Milliarden Buchgeld machen. Dieses Geld, was keinen Pfifferling wert ist, beherrscht uns dann. So unvorstellbar es klingen mag, ohne Geld ginge es uns besser. In dem uns vorgegebenen Denkmuster ist arbeiten ohne Geld schwer vorstellbar. Dabei gibt es dies bereits mit Ehrenamt und Wohltätigkeit, allerdings nur zum Erhalt des bestehenden Systems. Der Mensch braucht soziale Kontakte und eine Bestätigung. Wenn er weniger arbeiten muss und die Arbeit Spaß macht, werden wir auch ohne Geld arbeiten gehen. Eigentlich ändert sich nichts, außer, dass offensichtlich wird, dass es Menschen gibt, die auf unsere Kosten leben. Geld arbeitet nicht und jeder, der nur mit Geld zu tun hat, lebt auf Kosten der Gesellschaft. Dass dies möglich ist, liegt genau genommen nicht am Geld, sondern am Zins. Wie oft hören wir, dass wir über unsere Verhältnisse leben. Gleichzeitig fordert man aber mehr Wachstum. Wenn wir Geld anlegen und dafür Zinsen bekommen, könnte unter dem Vertrag stehen: Ich erkläre mich damit einverstanden, dass anderenorts Menschen verhungern. Wie kann der Kapitalismus das überlegene System sein, wenn er nur mit Egoismus und Gier funktioniert und die meiste Arbeitskraft verschwendet. Evolutionspsychologisch betrachtet grenzt es an ein Wunder, dass wir uns so lange betrügen lassen. Wir leben in einer Gesellschaft, die gegen einander arbeitet. Man muss kein Genie sein, dies zu erkennen. Dass unser jetziges Zusammenleben immer wieder zu Katastrophen führt, ist eigentlich ganz simpel. Das wird sich erst ändern, wenn wir  Urheberrecht und Wissensdiebstahl aus unserem Wortschatz gestrichen haben.  Eine Gesellschaft, in der man gegenseitig von einander profitiert, ohne dass sie durch Betrug destabilisiert wird, ist durchaus möglich und wäre für 99% der Bevölkerung eine Gewinn an Lebensqualität.  Dass unser Geldsystem in regelmäßigen Abständen zusammenbrechen muss, ist einfache Mathematik. Die Folgen von Krieg bis Hunger einfach nachzuvollziehen. Trotz alledem haben wir Angst ums Geld und nicht vor Geld .

Sonntag, Juli 01, 2012

Zwei Drittel Mehrheit trotz größter Unsicherheit erkauft

Der ESM und der Fiskalpakt sind mit einer zwei Drittel Mehrheit angenommen. Wie es dazu kommen konnte und das Bundesverfassungsgericht die letzte Bastion gegen grenzenlose Dummheit wird, ist unbegreiflich. Ich habe mir den Spaß gemacht und die Regierungserklärung zum ESM und Fiskalpakt und die anschließende Debatte auf Parlament TV angesehen.

http://www.bundestag.de/Mediathek/index.jsp?legislativePeriod=17&conference=188&action=search&instance=m187&categorie=Plenarsitzung&mask=search&destination=search&contentArea=details&isLinkCallPlenar=1
( 188. Plenarsitzung ab 08:36:00 )

Was man zu hören bekommt, sind ständige Beteuerungen, man hätte es sich nicht leicht gemacht, bis hin zu: kein Parlamentarier hat je so große Opfer gebracht.  Man hört, dass der ESM Vertrag, in der zu beschließenden Form, bereits hinfällig ist  und zur Direktfinanzierung von Banken, auf dem EU Gipfel, das genaue Gegenteil vereinbart wurde von dem, was die Abgeordneten beschließen sollen. Wir hören von schweren Bedenken gegen den ESM und Fiskalpakt und trotz alle dem sogar von Stolz, dies mit beschließen zu dürfen. Die zwei drittel Mehrheit ist nicht Ausdruck tiefster Überzeugung, das richtige zu tun, sondern trotz schwerster Bedenken, keine Alternative zu haben. Die Rechtfertigung für das Gesetzespaket ist die Sicherung des Wohlstandes durch Wachstum.  Wir hören wieder einmal vom kleinen Handwerksmeister und von Omas Sparbuch, die nicht in Anspruch genommen werden sollen.  Ich unterstelle aber den Bundestagsabgeordneten, dass keiner so dumm ist, das zu glauben. Das mit dem Wachstum ist auf jeden Fall erst einmal Quatsch, denn nichts kann ewig wachsen. Natürlich kann der Erfindergeist noch zahlreiche Produkte herstellen, die wir unbedingt brauchen, wie zum Beispiel einen Fußgeruch messenden Schuhanzieher. Die Ressourcen, aus denen wir schöpfen, bleiben aber trotz alle dem begrenzt. Eine falsche Entscheidung wird nicht dadurch besser, dass man sie sich nicht leicht gemacht hat und angeblich alternativlos ist. Das Problem ist das eingeschränkte Denkmuster. Selbst ESM und Fiskalpakt sind nicht automatisch schlecht, wenn wir als Wähler mit bestimmen könnten. In der Debatte wurde gesagt, man müsse alles für eine Geldstabilität tun, denn ist das Geld schlecht, ist alles schlecht. Das Problem ist nur, unser Geld ist schlecht und der Grund aller Probleme, denn das Zinssystem ist eine Exponentialfunktion, welches zusammenbrechen muss.  Wir haben im Moment riesige Privatvermögen, die das Warenangebot übersteigen. Man will aber Geldstabilität mit mehr Geld erreichen . Das genaue Gegenteil ist aber die  Lösung. Wenn man ein Gesetz zur Schuldenbegrenzung  erlässt, zeigt dies aber nur, in welche Richtung gespart werden soll. Für die Besteuerung von Vermögen bräuchte man diese Rechtfertigung nicht. Das Sparen, was hier in ein Gesetz gefasst  wurde, bedeutet also nichts anderes, als die Festschreibung von Privatisierung  des gemeinschaftlichen Eigentums. Wenn man sich hinstellt und einen Krieg in Europa für unmöglich erklärt, hat man nicht begriffen, welchem Ausverkauf man zugestimmt hat. Wenn das Anhäufen von Reichtum exponentiell ist, wie lange kann es dann noch dauern, bis wir für das Atmen zahlen müssen. Es muss jedem klar sein, dass damit ein friedliches Zusammenleben beendet ist. Politiker glauben anscheinend nur, auf der richtigen Seite zu stehen, sonst hätte das Gesetzespaket durchfallen müssen. Dass es wachsenden Widerstand gegen ESM und Fiskalpakt gibt, ist den Politikern bekannt, denn sie bekommen, z.B. über Abgeordneten-Check, zahlreiche Protest-E-Mails. Nach Angaben des Providers ging die Seite kurz vor der Abstimmung wegen Virenbefall vom Netz, was ein kleiner Vorgeschmack auf die Demokratie der Zukunft ist. Trotz alle dem  dürften den Parlamentariern andere Denkweisen zum ESM / Fiskalpakt bekannt sein. Als erstes sollte man begreifen, dass, wenn man sich Sorgen um die Verschuldung in Europa macht,  man sich gleichzeitig Sorgen um die Vermögen machen muss, denn Schulden stehen immer Vermögen in gleicher Höhe gegenüber. Der ESM soll Europa stabilisieren, Ländern, die in Schieflage geraten sind, helfen und damit zeigen, dass sich Spekulationen gegen einzelne Eurostaaten nicht lohnen. Mit dem ESM wird die Geldmenge aber vergrößert und Spekulationen damit angeheizt. Das viel gepriesene Prinzip vom Fördern und Fordern führt nur zu einem Schuldenabbau in wertlosem Giralgeld. Da die Schulden gedeckelt sind und Sozialabbau nicht grenzenlos möglich ist, bleibt am Ende nur der Vermögensabbau in physischen Werten. Da unser Geldsystem auf Grund des Zinses zusammenbrechen muss, ist der Oma ihr Sparbuch, das unsere Politiker so verteidigen, mit jedem Tag, an dem dieses System aufrecht erhalten wird, weniger wert. Was wir mit dem ESM- Fiskalpakt verlieren, ist weit mehr als Geld.

Sonntag, Juni 17, 2012

Die Versorgungslücke

Es kann sein, dass ich zur Wende noch zu jung war, aber über eine Versorgungslücke im Alter habe ich mir keine Gedanken gemacht. Eigentlich hat man sich über vieles keine Gedanken gemacht, was heute Probleme sind. Mit was für Ängsten wir heute leben, sieht man an den abgeschlossenen Versicherungsverträgen. Wie viele hatte man in der DDR und wie viele hat man heute. Natürlich wird die Eigenverantwortlichkeit als Fortschritt verkauft, aber ist sie es? Wie eigenverantwortlich sind wir? Natürlich gab es auch in der DDR die Möglichkeit, sich gegen allerlei zu versichern und vorzusorgen. Die Zusatzrente war z.B. sehr beliebt. Der größte Unterschied in den Versicherungen bestand aber nicht darin, dass es weniger gab, sondern darin, dass sie das machten, was ihr Name aussagt – versichern. Die Versicherungen damals kannten keine seitenlangen Verklausulierungen mit undurchschaubaren Versicherungsbedingungen. Heute haben wir seitenlange Versicherungsbedingungen, die mehr ausschließen als versichern. Im Gegensatz zu früher, sind die meisten „Versicherungen“ heute Kapital bildend. Das Geld muss also gewinnbringend angelegt werden. An diesem Punkt endet aber die Eigenverantwortung. Wir haben die staatliche Bevormundung gegen die Bevormundung der Märkte getauscht. Denn keiner, der heute eine Kapital bildende Rente hat, kann wissen, was er sich in der Zukunft dafür leisten kann. Wie der Name Eigenverantwortlichkeit schon sagt, können sie niemanden haftbar machen, wenn ihre Rente den Bach runter geht. Im Gegensatz zu einem Umlage finanzierten System, kann ein Kapital bildendes System komplett ausfallen. Der Zugewinn an Eigenverantwortlichkeit ist nicht das, was sie darunter verstehen. Sie sind zwar für sich selbst eigenverantwortlich, aber nicht für ihr Geld. Über ihr Geld bestimmen die „Märkte“, ohne jedes Mitspracherecht ihrerseits. Auch wenn es im Moment die wenigsten verstehen, sie können für ihr Alter sparen so viel sie wollen, sie verschlechtern damit nur ihre Situation, denn sie heizen die Spekulationen immer weiter an .



Dienstag, Juni 12, 2012

Fließendes Geld im Mittelalter

Auch wenn ich im Geschichtsuntersicht nichts von einem goldenen Mittelalter gehört habe, scheint es so etwas gegeben zu haben. Was mir allerdings Kopfzerbrechen bereitet, ist, wenn viele Städtegründungen auf Freigeld zurückzuführen wären, hätten wir es nicht im Staatsbürgerkunde Unterricht behandelt ? Ein besseres Argument gegen den Kapitalismus, als das Erklären des Geldsystems, gibt es doch nicht. Da Geschichtsschreibung davon abhängt, was übermittelt wird, muss sie natürlich nicht der Wahrheit entsprechen. Im Mittelalter wurde von denen überliefert, die schreiben konnten, also von einer Minderheit. Hinzu kommt das Vergessen. Zwei Generationen reichen für ein verklärte Geschichtsschreibung aus. Wenn ich heute lese, wie es in der DDR war, frage ich mich, wo ich gelebt habe. Die herrschende Geschichtsschreibung ist die Geschichtsschreibung der herrschenden Klasse. Die Frage, die sich stellt, ist, wenn ich im Geschichtsuntersicht der DDR nichts von einem goldenen Mittelalter durch fließendes Geld gehört habe, wie kommt es dann jetzt ins Internet? Was ist, wenn der Eindruck, der vom Mittelalter vermittelt wurde, falsch war? Liegt es an der Freiheit des Internets, dass wir heute lesen können, was uns in der Schule und beim Studium nicht vermittelt wurde? Es lohnt sich ganz offensichtlich, unabhängig von der aktuellen Lehrmeinung, sich ein paar eigene Gedanken zu machen. Wer gewillt ist, über ein Geld ohne Zins nachzudenken, sollte sich nicht scheuen, über eine Gesellschaft ohne Geld nachzudenken. Leider finden wir uns zu schnell mit der herrschenden Meinung ab, weil wir sonst für doof erklärt werden. Wie oft beteiligt man sich daran, Menschen wegen einer anderen Meinung auszugrenzen, ohne es selbst zu verstehen. Genau das ist aber der größte Fehler. Selbst von einer falschen Meinung kann man lernen, die Richtige besser zu begründen und verständlicher zu machen. Ganz davon abgesehen, dass sich die Wahrheit auf Grund der herrschenden Geschichtsschreibung und des wissenschaftlichen Fortschritts sowieso ändert. Daran sehen sie, dass man nicht daran vorbei kommt, sich eigene Gedanken zu machen. Einer der vielen Aufklärer über unser Finanzsystem, die gerade durchs Land ziehen und für ihre Bücher werben, erklärt seine Zuhörer zur Elite. Die Anwesenheit bei der Veranstaltung zeigt, dass der Besucher zu den denkenden gehört, was ihn zur Elite des Landes macht. Schön, wenn es so einfach wäre. Für mich gehört man allerdings erst zur Elite, wenn man eigene Schlüsse herleiten kann und die Quellen dafür überprüft. Da in der Geschichtsschreibung zur Rechtfertigung von Machtansprüchen gefälscht wurde und wird, dürfte es schwer fallen, 100% gesicherte Erkenntnisse zu erlangen. Die drei Bücher, die ich schnell angelesen habe, reden nicht von einem goldenen Mittelalter, sondern von Seuchen, Pest und Hungersnöten, von Kreuzzügen, einer Kreuzzugsteuer, Schuldenerlass für Kreuzfahrer und Judenverfolgung. Der Nutzen einer Geschichtsschreibung scheint nicht darin zu liegen, aus der Vergangenheit zu lernen, sondern die Zukunft mit Ereignissen der Vergangenheit zu rechtfertigen. Wenn Geschichtsschreibung missbraucht wurde, um den Herrschaftsanspruch der arischen Rasse zu belegen, kann etwas vergleichbares wieder passieren. Was diesmal belegt werden soll, ist nicht der Herrschaftsanspruch einer Rasse, sondern eines Systems. Friedlich waren die besagten 300 Jahre ganz offensichtlich nicht und es gab auch zu dieser Zeit Judenverfolgungen. Wenn ich es mir richtig überlege, dient Geschichte nur zum spalten. Jeder sucht sich heraus, was gerade benötigt wird und interpretiert nach seinen Bedürfnissen. Wenn es ein goldenes Mittelalter gab, kam danach das finstere Mittelalter. Die Lösung der Zukunft liegt nicht in der Vergangenheit. Die Vergangenheit sorgt nur für Streit.Wenn man eine friedliche Zukunft wünscht, darf man nicht mehr über Unterschiede nachdenken, sondern über Gemeinsamkeiten. Deshalb denke ich, ist es wichtig, eine gemeinsame Sprache für alle zu befürworten. Die Lösung für unsere Zukunft liegt nicht im goldenen Mittelalter oder den Goldenen Zwanzigern. Wer goldene Zeiten haben will, muss auch schlechte Zeiten in Kauf nehmen, denn das bringt ein Geldsystem mit sich.
„Was bringt den Doktor um sein Brot? Die Gesundheit und der Tod. Drum hält er uns damit er lebe zwischen beidem in der Schwebe“ ( Eugen Roth ) Im Finanzsystem ist es ganz genau so. Und was wird vorgeschlagen? Den Arzt wechseln.
Hinter jedem Arzt stehen aber Konzerne. Es ist durchaus möglich, dass wir über fließendes Geld abstimmen dürfen. Wir werden aber nicht darüber entscheiden, wie die Umlaufsicherung gestaltet wird. Wer an fließendes Geld glaubt, hält ein gerechtes Steuersystem für möglich. Die Umlaufsicherung wird aber wie unser Steuersystem ausfallen.Wenn das Geld aller zwei Jahre verfällt und umgetauscht werden müsste, wäre das das Ende der Schwarzgeldkonten? Jetzt denken sie einmal nach, ob das ein Vorteil für sie ist, wenn sich sonst nichts ändert. Ein Staat, der nicht in der Lage ist, ein gerechtes Steuersystem zu schaffen, wird auch keine Umlaufsicherung einführen, die nicht umgangen werden kann.

Samstag, Juni 09, 2012

Über Geld und die Salami Taktik

Auch wenn jetzt viel über die Eurokrise und Lösungsvorschläge berichtet wird, nähern wir uns nicht der Wahrheit. Seit einer Weile wird in der Politik gerne über Salami Taktik gesprochen. Der Eindruck, dass man aufgrund der Berichterstattung scheibchenweise die Wahrheit zugeben muss, ist aber falsch. Richtig ist, dass die Salami Taktik uns zu einem Handeln bewegt, über das man nachdenken muss. Vor 22 Jahren brach die DDR zusammen und wir bekamen eine neue Währung. Damals wie heute gab es Angst vor einer Geldentwertung. In den letzten Tagen der DDR wurden noch Farbfernseher und andere hochpreisige Konsumgüter gekauft. Etwas ähnliches lässt sich jetzt beobachten. Es wird Geld untergebracht aus Angst vor Entwertung. Der Kauf des Farbfernsehers der DDR war ganz eindeutig die falsche Wahl. Was ist also die richtige. Wir lesen von gewaltigen Staatsverschuldungen und hören, dass gespart werden muss. Jeder hat Angst, etwas von seinem erarbeiteten Wohlstand zu verlieren. Dabei denken wir nur in Geld und Zahlen, nicht aber in Kaufkraft je Arbeitsstunde. Auch wenn 1000 € nach dem Wechselkurs der Währungsumstellung das doppelte der DDR Mark sind, bekommt man dafür zwar mehr als doppelt soviel Farbfernseher, aber das Geld ist nicht doppelt so viel wert. In einen Warenkorb gehören nicht nur Konsumgüter, sondern der gesamte Lebensunterhalt, vom Kindergarten bis zur Altenpflege, Energie und selbst Rüstungsausgaben. Alles für das wir direkt oder indirekt bezahlen. Es spielt gar keine Rolle, wie hoch die Staatsverschuldungen weltweit sind . Wichtig ist, worin die spiegelbildlichen Vermögen investiert sind. Selbst Länder wie China oder Saudi Arabien sind verschuldet. Wo ist also das ganze Geld? Die EZB hat gerade erst wieder den Markt mit Geld geflutet, aber wo ist es hin. Da den Schulden ja bekanntlich Vermögen gegenüberstehen, wird das Geld ganz offensichtlich nicht für den Konsum von Waren und Dienstleistungen verwendet, sonst hätten wir Hyperinflation. Was wird dann aber mit dem Geld gemacht? Die lächerlichen Besitztümer, die der arbeitende Bürger angehäuft hat und um die er sich jetzt Sorgen macht, sind nichts gegen die weltweiten Vermögen, die ganz offensichtlich nicht bei den Banken liegen. Beim Geld gibt es zwei Denkweisen. Die einen denken in Absicherung gegen Kaufkraftverlust, die anderen denken an Profit. Wer z.B. in Gold investiert, um sich gegen Kaufkraftverlust abzusichern, macht das Gegenteil . Er versucht die Kaufkraft des Geldes der Vergangenheit abzusichern und entwertet damit seine Arbeitskraft in der Zukunft. Das Großkapital ist nicht in Wertsicherung sondern in Profit angelegt. Ganz egal was sie machen, für sie bleibt es immer ein schlechtes Geschäft. Egal wie viel sie verdienen, Wohlstand misst man nicht in Geld, sondern in Arbeitszeit für den Lebensunterhalt. Das Ansteigen der Lebensarbeitszeit ist kein Wohlstand, sondern Profit für 1% der Bevölkerung. Die irrsinnigen Profite werden aber erst durch unsere verrückte Vorstellung vom Geld ermöglicht. Man hat uns schon so weit, dass wir Kredite aufnehmen, ohne sie zu brauchen, um mit der Steuerersparnis Vermögen aufzubauen. Eine Steuerersparnis baut aber kein Vermögen auf, sondern ab, denn wir büßen damit jegliche staatliche Leistung ein und bezahlen für alles selbst. Der Zugewinn an Geld gleicht den Verlust an Leistung aber bei weitem nicht aus. Wenn man den Verlust an Staatlichen Leistungen der letzten 22 Jahre mit einmal vorgenommen hätte, stellen sie sich einmal vor, was passiert wäre . Der einzig nachhaltige Wohlstand ist der ohne „Schulden“. Wer dabei wieder an Geld denkt, meint Vermögen.

Sonntag, Juni 03, 2012

Vorherrschaft ist keine Überlegenheit

Es fällt schwer, über Gesellschaftsformen zu diskutieren, weil jeder sie anders definiert. Es geht aber nicht darum, Klarheit über Definitionen zu erlangen, sondern sich überhaupt Gedanken zu machen. Ich höre immer wieder, dass die DDR zerbrechen musste, weil sie pleite war. Der Grund dafür, die Betriebe hatten große Wasserköpfe und arbeiteten ineffizient. Wenn man die Fehler der DDR genau zu kennen glaubt, scheint niemand die heutigen Fehler zu kennen. Von Altbundesbürgern hört man oft, dass in der DDR nur Minderwertiges hergestellt wurde. Aber die Kataloge der Versandwarenhäuser waren voll damit und es wurde gerne gekauft. Bevor man über Effizienz redet, sollte man über Preisbildung nachdenken. Die DDR hatte keine frei konvertierbare Währung und war noch abhängiger von den „Märkten“, wie es jetzt Griechenland oder Spanien sind.  Nicht die Produktivität ist ausschlaggebend für die Effizienz, sondern der Kapitalmarkt. Die Effizienz des Kapitalismus liegt nicht in der Produktivität, sondern in der Ausbeutung. Ist der Kapitalismus das überlegene System, weil er Länder ( DDR ) und Rohstoffe aufbraucht? Oder ist der Sozialismus das überlegene System, weil er einen geordneten Rückzug aus unhaltbarer Position geschafft hat. In der Natur hat sich im Laufe der Evolution ein Gleichgewicht eingestellt. Der Parasit schädigt den Wirt nicht mehr als nötig, um nicht seine Existenzgrundlage zu gefährden. Viele Organismen gehen Symbiosen ein, um ihre Überlebenschancen zu erhöhen. Auch wenn der Mensch die Spitze der Evolution sein mag, lebt er in einem System . Das überlegene System ist deshalb nicht der Kapitalismus, sondern die Symbiose und die funktioniert ohne Geld. Der Kapitalismus kann nicht das überlegene System sein, denn er verschwendet die meiste Arbeitskraft. Die Effizienz der Produktion wird aufgehoben durch den Aufwand des Geldsystems. Die meiste Arbeitszeit hat mit Geld zu tun und ist eigentlich überflüssig. Banken , Versicherungen, Steuer, Anwälte, Kassierer, Fahrkartenkontrolleur usw. usw. Auf der anderen Seite fehlt für Arbeit, die benötigt wird (z.B. Altenpflege), das Geld. Geld ermöglicht keinen Fortschritt, sondern es behindert ihn. Eine Gesellschaft, in der für benötigte Arbeit Geld fehlt, kann kein überlegenes System sein. Eine Gesellschaft, die Arbeitskraft brach liegen lässt, kann nicht überlegen sein. Der Grund, warum wir Angst vor einem neuen System haben, ist, dass uns Freizeit als Arbeitslosigkeit dargestellt wird. Die Arbeitszeit, die für unseren Lebensstandart gebraucht wird, verrichten nur wenige. All diejenigen, die im Geldsystem zu tun haben, sind sozusagen parasitär. Selbst wenn man diese Arbeitsplätze einfach wegfallen lässt, ohne die Arbeit neu zu verteilen, muss niemand mehr sondern weniger arbeiten. Wir brauchten die ganzen Bürokomplexe samt ihrer Ausstattung nicht mehr zu bauen. Das wichtigste ist aber, ohne Geld gäbe es erstmals für Forschung sozusagen unbegrenzte Mittel. Im Gegensatz zu heute würde kein Wissenschaftler an Waffensystemen arbeiten, denn es macht keinen Sinn. Und keine Forschung würde aus Geldmangel aufgegeben. Dass Neues oft schwer angenommen wird, ist normal. Wir brauchen oft lange, um für neues zugänglich zu sein. Bei den Gebrüdern Wright soll es Jahre gedauert haben, bis die Zeitungen von ihren Flügen berichteten, weil es als unmöglich galt. Bis dahin wurden tausende, die es mit eigenen Augen gesehen hatten, für verrückt erklärt.


Eine neue wissenschaftliche Wahrheit pflegt sich nicht in der Weise durchzusetzen,dass ihre Gegner überzeugt werden und sich als belehrt erklären, sondern dadurch, dass die Gegner allmählich aussterben und dass die heranwachsende Generation von vornherein mit der Wahrheit vertraut gemacht ist. Max Planck


Nichts ist schwieriger, als der geordnete Rückzug aus unhaltbarer Position. Carl von Clausewitz


Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht. Bertolt Brecht


In den verdorbensten Staaten gibt es die meisten Gesetze. Tacitus


Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören, insbesondere die Führung eines Angriffskrieges vorzubereiten, sind verfassungswidrig. Sie sind unter Strafe zu stellen. Grundgesetz Artikel 26









Dienstag, Mai 22, 2012

Das „Goldenes Mittelalter“ als Lösung der Finanzkrise?

Man liest in letzter Zeit immer öfter vom fließenden Geld als Lösung der
Finanzkrise. Bei keinem der Experten, die sich oft schon über Jahre oder
Jahrzehnte mit fließendem Geld beschäftigen, habe ich gehört, dass es
dies im Mittelalter bereits von 1150-1450 gegeben haben soll. Wenn wir
die meisten Stadtgründungen und Kirchenbauten einem zinsfreien
fließendem Geld verdanken, warum haben wir im Geschichtsunterricht
nichts davon gehört? Wenn ich das richtig verstanden habe, gab
Erzbischof Wichmann um 1150 Münzen aus, die zweimal im Jahr getauscht
werden mussten, um das Eintreiben der Steuern zu vereinfachen. Der
positive Effekt des fließenden Geldes auf die Stadtentwicklung war also
eher eine Nebenwirkung. Nun will ich nicht sofort glauben, was ich im
Internet lese, denn die Rückwärtssuche über Erzbischof Wichmann, die
Fugger usw. bringt keine eindeutigen Ergebnisse. Die Frage ist aber,
warum taucht das Thema auf der Internetseite der Freien Union und bei
wallstreet online auf. Wenn jemand vom goldenen Mittelalter berichtet,
in dem der Handwerker nur an 4 Tagen in der Woche arbeiten musste, von
wem würden sie diesen Bericht erwarten? Warum hat es 560 Jahre gedauert,
bis fließendes Geld wieder als Alternative gesehen wird? Wir befinden
uns in Zeiten großer Veränderungen, von denen niemand wissen kann, wie
sie ausfallen. Selbst wenn die öffentliche Meinung durch die Medien
stark beeinflusst wird, kann niemand mit Bestimmtheit sagen, wie wir
reagieren. Ich möchte an dieser Stelle einmal keine Meinung zum Goldenen
Mittelalter abgeben. Eine Meinung sollen sie sich selber bilden. Und
denken sie daran, im Handwerk und den Naturwissenschaften gibt es
Experten, im Geldwesen nicht. Hier reicht gesunder Menschenverstand.
Wenn sie an ihrem gesunden Verstand zweifeln, können sie sich das Thema
fließendes Geld für 48 € in der Arena in Leipzig von Experten näher
bringen lassen. Die Vorträge von Andreas Popp sind durchaus
unterhaltend. Wenn die Vorträge zum fließenden Geld sie nicht
überzeugen, machen sie gleich ein Termin für ein Seminar zur
Vermögenssicherung für 98 €. Auf den ersten Blick würde ich sagen die
Themen widersprechen sich aber ich bin ja auch kein Experte.



http://bayern.freieunion.de/text.php?s=print&id=24&key=94e6d43ea8681d9cec28ad9bd7befab8



http://www.wallstreet-online.de/diskussion/1144509-1-10/goldenes-mittelalter-2-0-ein-weg-aus-der-krise

Montag, Mai 07, 2012

Wir müssen verrückt sein

Der Beginn von Fortschritt ist Wissensdurst , Zweifel und der Drang Grenzen zu überwinden. Es gibt aber zwei Arten von Fortschritt, den gewollten und den unerwünschten. Dass die Kirche den Fortschritt oft als Ketzerei auf den Scheiterhaufen brachte, wissen wir. Warum dies geschah, ist ebenfalls bekannt. Warum die Kirche trotz ihrer zahlreichen Verfehlungen heute immer noch existiert und nicht vom „Fortschritt“ auf den Müllhaufen der Geschichte entsorgt wurde, ist für mich eine wichtige Frage. Das System der Unterdrückung von andersdenkenden und Fortschritt gibt es heute immer noch und es dient, genau wie die Inquisition, dem Machterhalt und dem Wohlstand einzelner. Der einzige Unterschied ist: das System ist wesentlich komplexer geworden. In einem hat sich allerdings nichts geändert, wie damals die Kirche Latein sprach, verwendet man heute wieder bei wichtigen Dingen Herrschafts- (Fremd-) Sprache, um den Pöbel dumm zu halten. Wer versteht schon in Amtssprache verfasste Schreiben und Gesetze. Nun könnte man meinen, die Gesetze bestimmen unser Handeln, aber was ist, wenn es genau umgekehrt ist und unser Handeln die Gesetze bestimmt? Im Moment gibt es wieder zahlreiche Wahlen, nicht nur in Deutschland. Wenn mich meine Erinnerungen nicht täuschen, gab es da immense Veränderungen. Ich kann mich nicht erinnern, dass über Wahlkämpfe so ausgiebig berichtet wurde und ich kann mich auch nicht daran erinnern, dass sich ein(e) Bundeskanzler/ in in den Wahlkampf eines anderen Landes eingemischt hat. Aber was bezweckt man damit. Die FDP ist von 1,8% auf über 5% in den Meinungsumfragen gestiegen und das, ohne dass sich in der Partei etwas verändert hätte. Allein durch massive Medienpräsenz. Was glauben sie, wie viele Parteien und Wählervereinigungen gibt es in Deutschland? 10, 20, 30, 40, 50, 60, 70, 80, 90, 100 und wie viele davon gibt es auf ihrem Wahlschein? Die Medien präsentieren uns aber nur die, die „regierungsfähig“ sind . Sollte eine „Protestpartei“ die fünf Prozent Hürde schaffen, werden wir unermüdlich auf die nicht Regierungsfähigkeit hingewiesen. Der Maßstab, den die Medien für Parteien anwenden, führt zu nichts anderem als einer „Einheitspartei“. Eine Partei muss nicht regierungsfähig sein, denn es gibt noch eine Opposition. Warum kann ich nicht eine Partei wählen, die für niedrige Bierpreise eintritt, wenn das mein wichtigstes Interesse ist!? Das Problem ist in vielen Fällen nicht, dass es keine Partei gibt, die unsere Interessen vertritt, sondern dass wir sie nicht wählen, weil sie „regierungsunfähig“ sind. Selbst wenn die Medien damit recht hätten: in der Opposition vertretene Interessen sind besser als gar nicht vertretene Interessen. Es ist immer schwer, sich gegen Herrschaftsmeinungen zu stellen. Die Erde ist aber keine Scheibe und selbst wenn dies heute unbestritten ist, gibt es vieles, was uns als Scheibe verkauft wird, obwohl es rund ist. Der Z,weifel ist eine gute Fähigkeit des Menschen die einfach mehr genutzt werden muss, denn er bringt Fortschritt. Eine Glühbirne mit Jahrzehnten Lebensdauer ist Fortschritt und trotzdem unerwünscht. Es gibt viel unerwünschten Fortschritt in dieser Gesellschaft. Unerwünscht von 1 % der Gesellschaft und trotzdem ohne Chance sich durchzusetzen. Die Kirche gibt es noch, weil sie nach wie vor hilft, uns dumm zu halten, denn Glauben ist besser wie Wissen. Daran hat auch die Reformation nichts geändert. Auf eine 2000jährige Geschichte von Lügen werden es unsere Volksparteien nicht bringen, aber sie lernen davon. Da wir gerade dabei sind, wieder in eine Zeit von „Glaubenskriegen“ und „Ablasshandel“ zu verfallen, brauchen wir eine „Reformation“. Solange die „Schöpfungslehre“, „die Wiederauferstehung“ usw. unangetastet bleiben, wird sich nichts ändern. Wir brauchen keinen neuen Glauben sondern Wissen. Wir brauchen kein neues Geld sondern Gerechtigkeit. Wir denken nicht an unseren Nächsten, wir denken nicht einmal an uns selbst. Wir müssen verrückt sein.

Montag, April 23, 2012

Unser Geldsystem wird nicht mit Vernunft sondern mit Hass aufrecht erhalten

Unser Geldsystem unterliegt mit dem Zins einer Exponentialfunktion. Dies führt dazu, dass aus dem legendären Jesuspfennig im Laufe von 2012 Jahren, rein rechnerisch, eine Summe geworden wäre, die man nur noch in Erdkugeln aus Gold darstellen kann. Wer bei der Lösung des Problems von Rettungsschirmen und Wachstum faselt, ist gierig und von schlichtem Gemüt. Ob das Weltall unendlich ist oder nicht, ich weiß es nicht. Auf der Erde ist aber kein Wachstum unendlich. Weder das Wachstum der Bevölkerung noch das des Geldes. Unser Geldsystem wird im wesentlichen mit vier Faktoren geregelt . Mit Wachstum, Inflation, Währungsreformen und Krieg. Solange wir nicht einmal bereit sind, uns darüber Gedanken zu machen, wird sich daran nichts ändern. Ich bin der festen Überzeugung, dass es nichts grenzenloses gibt. Alles hat ein gesundes Maß, einen Idealzustand. Was darüber hinaus wächst, zerstört sich selbst. Nichts, was bis jetzt unternommen wurde, ändert etwas daran. Alle Maßnahmen verteilen weiter von fleißig nach reich. Wir stehen kurz davor, dass die Geldmenge wieder „geregelt“ wird. Inflation und Währungsreform bergen die Gefahr, dass sich der Hass verirrt und sich gegen Reiche richtet. Die sicherste Art einer Regulierung der Geldmenge ist ein Krieg mit klarem Feindbild. Die Fülle der Feindbilder reicht für mehr als einen Weltkrieg. Es wird Zeit, sich Gedanken zu machen, denn wir haben mehr zu verlieren als Geld.