Dienstag, Januar 25, 2011

Statistiken: Mit Zahl und Tücke | Wirtschaft - Frankfurter Rundschau

 http://www.fr-online.de/wirtschaft/mit-zahl-und-tuecke/-/1472780/6604428/-/index.html 

Trau keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast, weiß der Volksmund. Und Recht hat er damit. Mit Zahlen wird knallharte Politik betrieben. Wie das funktioniert, zeigt ein Statistiker.
Zahlen sind gefährlich, aber nicht nutzlos. „Wer vernünftige Entscheidungen treffen will, kommt um Statistiken nicht herum“, sagt Bosbach. „Dummheit ohne Zahlen ist auch nicht besser als Dummheit mit Zahlen.“

Donnerstag, Januar 20, 2011

Alternativlose Wutbürger ?

Ein Jahr ist vergangen und zurückblickend kann man wieder einmal sagen, das Jahr war schlechter als das vorige, aber besser als das kommende. Wie gut, dass man auf Verschlechterungen wetten kann. Da kann man Gewinne aus Luftbuchungen als Aufschwung verkaufen. Aber wir haben seit Jahren keine Verbesserung gesehen, sondern es geht bergab, wirtschaftlich und gesellschaftlich. Seit dem 30.September wissen wir, was unsere Demokratie wert ist. Es geht auch gar nicht so sehr darum, ob die Übergriffe in Stuttgart nun inszeniert wurden, um gegen Demonstranten vorgehen zu können, oder nicht. Die Brutalität ist entscheidend. Nach der Liste der Ersatzbeschaffungen hat man über 1000 Spraydosen Pfefferspray auf die Demonstranten gesprüht. Würden sie einen Politiker mit Pfefferspray besprühen, wäre es ein Mordversuch. Erstaunlicherweise sehen sich Politiker bei einem derartigen Vorgehen als Verteidiger der Demokratie. Eine Wahl ist kein Freifahrtschein, sonst müssen wir am Ende noch die Nazis entschädigen, die waren ja schließlich auch mehrheitlich gewählt. Die Roten waren so blöd, wegen ein paar Demonstranten aufzugeben und das, bevor die Munition ausgegangen war. Mit der Logik der heutigen Politik wäre das sicher nicht der Fall und deshalb ist es auch gut so, dass die Bundeswehr nicht im Inland eingesetzt werden darf. Die Gefahren für die Demokratie liegen doch etwas anders, als man uns glauben machen will. Im Zusammenhang mit Stuttgart 21 reden Politiker gerne von „Rechtssicherheit“. Könnte man Stuttgart 21 mit einem Volksentscheid beenden, wäre dies nicht das Ende der Demokratie, sondern das Ende der heutigen Politik. Wer würde noch Politiker schmieren und sie in lukrative Posten heben. Ohne „Rechtssicherheit“ wären sie überflüssig. Wir brauchen sie nicht, weil sie nicht machen was wir wollen und die Wirtschaft braucht sie nicht, weil sie nicht machen können was die Wirtschaft will. Deshalb gibt es auch nach der Schlichtung ein Stuttgart 21+,

was jetzt nun noch teurer wird, weil wir das so wollen. Einfach genial. Von der Politik hat der kleine Bürger nichts zu erwarten und man wird daran auch nichts ändern, wenn man jetzt bei der nächsten Landtagswahl Grün wählt. Wir müssen das System ändern, sonst werden Demonstranten bald die Polizeieinsätze bezahlen, bei denen sie verprügelt werden. Der Euro ist nicht das einzige, was hier zur Zeit weich wird, nein auch so manches Gehirn wird weich. Wenn sie auch schon zu denen gehören, die an den Aufschwung glauben, lesen sie einfach nicht weiter. Das, was uns als Aufschwung verkauft wird, sind wirtschaftliche Verwerfungen. Mann kann auch nicht mehr von Konkurrenzkampf sprechen. Das, was wir erleben, ist Wirtschaftskrieg und die nächste Krise steht bereits vor der Tür. Noch gehören wir als Exportvizeweltmeister zu den Gewinnern, aber das wird sich ändern. Mit wirtschaftlichem Ungleichgewicht lässt sich viel Geld verdienen, deshalb wird es nicht gelingen, diese anzugleichen, nicht weltweit und auch nicht in Europa. Die EU wird daran zerbrechen und ohne Euro und ohne Binnennachfrage sind die Deutschen am Ende. Wir sind auf dem Weg in die Kleinstaaterei. Alles zerfällt in arme und reiche Länder. Die USA wird noch eine Weile vom Nationalstolz zusammengehalten. Vor 30 Jahren war der Fall der Mauer Utopie, da ist der Zerfall der EU und die Rückkehr zur Kleinstaaterei viel wahrscheinlicher. Das es dauerhaft keine Rendite von bis zu 25% geben kann, muss jedem klar sein. Wer das nicht begreift, sollte einmal „Jesuspfennig“ googeln. Vermögen, die der Verstand nicht mehr begreifen kann, wie soll es das geben und wer soll sich dafür verschulden. Was viele vergessen: es gibt keinen Reichtum ohne Armut. Die Presse hat uns mit ihrer Meinungsmache derart verblödet, dass wir auf die einprügeln, die unseren Reichtum ermöglichen. Warum ist Deutschland denn so „stark“ ? Weil die Lohnentwicklung weit hinter denen der anderen EU Staaten zurückbleibt. Dank Harz IV sind wir ein Billiglohnland. Wer sich über darauf zurückzuführende Exportzahlen freut, hat nicht begriffen, dass dies nichts nachhaltiges ist . Der hat auch nicht begriffen, dass unsere Außenhandelsüberschüsse an der Verschuldung z.B. Griechenlands Schuld sind. Glauben sie, dass, wenn man jegliche Art von Sozialleistung abschaffen würde, es uns besser gehen könnte? Hätten wir dann Aufschwung für alle? Wem geht es besser bei steigender Produktivität und sinkenden Löhnen? Wenn diese Entwicklung anhält, ist der Euro in kürzester Zeit Geschichte, weil alle anderen EU Staaten über kurz oder lang wegen unserer Außenhandelsüberschüsse pleite gehen, da sie ihre Währung nicht abwerten können. Wenn das eintritt, bleibt nicht mehr viel von deutscher Herrlichkeit, denn ohne Export sind wir ein Nichts. Da unsere Politiker zu borniert sind, dies zu begreifen, ist es wichtig, sich dagegen zu wehren. Stuttgart 21 ist ein Anfang, welchen die Politik leider nicht als Chance sieht. Dass man vom „Wutbürger spricht, zeigt dies sehr deutlich. Wir können von keinem Politiker erwarten, dass er den Mut besitzt, sich gegen das System zu stellen. Das müssen wir selber tun. Jeder, der etwas Verstand besitzt, weiß, dass dies sonst in Gewalt enden wird. Ich sage das schon lange und anderen Ortes ist es schon Realität. Ich weigere mich nur, dies für unabwendbar zu halten. Wenn Politiker also zu feige sind, da sie die Presse des Großkapitals fürchten, muss es eben der Bürger tun. Wir brauchen endlich Volksentscheide. Mir ist bewusst, dass es noch etwas dauern wird, bis eine verblendete Generation von Bildlesern durch junge Menschen, deren Medium das Internet ist, überstimmt wird, aber das ist die Zukunft. Man kann Wikileaks nicht verhindern, auch wenn man sich mit Konfiker eine Möglichkeit vorhält, das Internet abzuschalten. Wir müssen darauf achten, dass die Freiheit des Netzes erhalten bleibt. Dann besteht noch die Hoffnung einer Veränderung auf demokratischem Weg. Wenn es einen „Wutbürger“ gibt, ist er das Kind der Medienkonzerne. Deren Geschäft ist es, Zorn auf „Kampfhunde“ oder Harz IV Bezieher zu richten, um von Fehlern des Systems abzulenken. Der erste Volksentscheid sollte deshalb die Zerschlagung der Medienkonzerne sein. Sie sind das Ende der Pressefreiheit und die wahre Gefahr für die Demokratie. Wenn Angela Merkel nicht Handlanger von Frida Mohn und Gerda Springer wäre, müsste sie nicht einmal FDJ Sekretärin gewesen sein, um ihre Karriere zu beenden. Da reicht es aus, wenn man im Kindergarten anderen Kindern die Förmchen weggenommen hat. Jeder Mensch hat Fehler und wir werden von denen mit den meisten Fehlern angeführt, weil sie am leichtesten erpressbar sind. Das eigentliche Problem ist aber, dass wir diese Fehler als unabwendbar hinnehmen. Ein Christ bleibt ein Gutmensch, auch wenn er täglich gegen alle zehn Gebote verstößt. Aber wehe, es äußert einmal jemand die Hoffnung von einer besseren Gesellschaft, die mit dem K-Wort beschrieben wird. Dabei ist das, was bei uns Angstschweiß auslöst, der einzige Ausweg, der das Überleben der Menschheit sichern kann. Reichtum für alle ist genau solcher Blödsinn, wie die gleichmäßige Verteilung von Armut. Heute ist es noch ein Kampf der Ideologien, aber bald der Kampf ums nackte Überleben. Wenn Rendite der Maßstab von Erfolg bleibt, sieht unsere Welt bald aus wie die Osterinseln. Auf kleinen Inseln geht diese Entwicklung nur viel schneller. Es gibt aber auch Inseln, die es begriffen haben und der Natur nur so viel entnehmen, wie sie zum leben benötigen. Leider gibt es nur sehr wenige, die gemeinschaftlich denken und die „Schöpfung“ bewahren wollen. Die Kirchen gehören nicht dazu. Die beteiligen sich sogar an Genforschungslabors, was zur Zeit die zweifelhafteste Art sein dürfte, Rendite zu erzielen, weil sie unvorhersehbar ist. Bis jetzt lösen wir die Probleme, die wir uns machen, die Frage ist nur, wie lange wird dies gelingen. Darauf hat niemand eine Antwort. Aber eines sollte jedem klar sein: an diesen Lösungen können nicht alle teil haben, denn sie sind mit Geld verbunden. Es muss eine Alternative zu einer Gesellschaft, die nur mit Rendite existieren kann, geben. Der einzige Ausweg für ständiges Wachstum ist die Bevölkerung des Weltalls, was ich nicht ausschließen kann. Die Frage ist, was ist utopischer: Sozialismus - Kommunismus oder die Bevölkerung des Weltalls?

Kommentar zum Unwort des Jahres "alternativlos" | MDR.DE

http://www.mdr.de/mdr-info/8121582.html

Sonntag, August 29, 2010

Wäre ich nicht arm, wärst Du nicht reich

Es ist immer wieder eine Freude, mit welcher Blauäugigkeit der Presse vertraut wird.Klaus Heininger als Drahtzieher für CBL und CDO ????? Wer das glaubt, ist noch blöder als uns Herr Sarrazin haben will. Sicher waren hier Drähte im Spiel, aber Herr Heininger hat nicht daran gezogen, sondern hängt an ihnen. Die deutsche Wirtschaft funktioniert nur mit Bestechung und es ist noch nicht lange her, da konnte man so etwas von der Steuer absetzen. Aberwitzige Provisionszahlungen sind auch nicht gerade unüblich und leider nicht strafbar. Sicher wird Bestechung nicht mehr gerne gesehen, aber im internationalen Geschäft wird sie doch vielfach als unvermeidlich betrachtet. Hin und wieder werden Strafgelder verhängt, die die Großindustrie recht wenig kratzen. Man kann sich darüber freuen, dass man Herrn Heininger fertig macht, denn was er getan hat, ist sicher nicht richtig. Zum Bestechen gehören aber immer zwei. Wer hat daran verdient? Es geht hier um weit mehr, als die lächerlichen 290 Mio € Schaden aus den CDO. Dass Kapital nicht ganz gleichmäßig verteilt ist, dürfte jedem bekannt sein. Das Problem ist, dass es immer mehr Reiche gibt und wenn die es bleiben wollen, reicht es nicht mehr aus, die Wirtschaft zu monopolisieren. Bald wird jedes Stück öffentliche Daseinsvorsorge privatisiert sein. Das Kapital sucht einen Esel, der Dukaten scheißt. Das sind Patente auf Saatgut und Lebensmittel, Arznei usw. und die Grundversorgung. Eigentlich sind Kommunalbetriebe zur öffentlichen Daseinsvorsorge nicht dazu gedacht, Gewinne zu erwirtschaften. Sie müssten also für eine Privatisierung völlig ungeeignet sein. Einen Betrieb privatisieren, der keinen Gewinn abwirft und dann noch billiger werden ??? So richtig glauben tut das keiner, was es auch schwierig macht, alles zu privatisieren. Es ist viel einfacher, einen Kommunalbetrieb pleite gehen zu lassen und dann zu verkaufen. Meiner Meinung nach waren die CBL Verträgen von Anfang an auf die Übernahme der öffentlichen Daseinsvorsorge ausgelegt. Wenn man die Presseberichte einmal Revue passieren lässt, ist es nichts anderes als Meinungsmache. Wir geben uns damit zufrieden, dass es ein Opferlamm gibt, das zugegebenermaßen ein schwarzes ist, aber nicht das einzige. Denken sie darüber nach, wie es zu den Meldungen in der Zeitung kommt und was sie bezwecken. Wenn sie bei einem Brand das Eintreffen der Feuerwehr filmen, werden sie als Brandstifter verdächtigt. Wenn die Presse vor der Polizei am Haus von Klaus Zumwinkel steht, macht sich niemand Gedanken. Mit Pressefreiheit hat das nichts mehr zu tun. Wenn es um Geld geht, ist jedes Mittel recht und es spielt keine Rolle, ob wir das wollen oder nicht. Stuttgart 21 zeigt dies wieder sehr deutlich. In der DDR konnten Massendemonstrationen die Mauer öffnen, in der BRD nicht einmal ein Bauprojekt stoppen.



Sonntag, August 01, 2010

Opfer brauchen ein Gesicht, damit wir begreifen was wir tun.

Zutiefst bewegt trug Kraft, deren eigener Sohn ebenfalls auf der Love Parade gefeiert hatte, die Bitte vor, die ihr ein Vater eines der Opfer mit auf den Weg gegeben habe. In Deutschland sollten die Menschen "unser Wertesystem überdenken". Der Mensch müsse wieder "Leitlinie unseres Handelns sein. Das muss, das wird, unsere gemeinsame Verpflichtung sein", versprach Kraft. Schon der Beginn der Untersuchung zeigt, es ist nicht weit her mit der gemeinsamen Verpflichtung. Es wird nicht oft so offensichtlich, wie menschenverachtend diese Gesellschaft ist. In der Regel bleiben die Opfer gesichtslos und berühren uns nicht. Es ist etwas anderes, wenn Einzelschicksale pressewirksam werden. Man redet immer von einer Massenpanik, ich habe auf keinen der Videos im Internet eine gesehen. Wäre eine Massenpanik ausgebrochen, wären die Opferzahlen in die Tausende gegangen. Es handelt sich hier nicht um eine nicht vorhersehbare Massenpanik, sondern um ein langsames Anwachsen von Druck durch Menschenmasse. Diese Tragödie wäre also zu verhindern gewesen. Der logische Rückschluss ist, dass jemand dafür die Verantwortung trägt. Hier sind wir an dem Punkt wo sich Wut aufstaut. Dieser Wut wird Genüge getan, wenn es Schuldzuweisungen gibt. Wir sind schnell dabei, Verantwortung einzufordern, aber nicht bereit, Verantwortung zu übernehmen. Wir denken gar nicht darüber nach, welche Konsequenzen unsere Handlungen haben können. Es war nur ein kleines bisschen „Schieben", was sich summiert hat, dass Menschen erdrückt wurden. Fühlt sich deshalb jemand schuldig? Jeder von uns trägt dazu bei, dass diese Gesellschaft so ist wie sie ist, aber keiner ist verantwortlich. Aber jeder kleine Beitrag summiert sich und es interessiert uns nicht, wer am Ende zu Schaden kommt. Wir denken immer zu erst an uns selbst und suchen die Schuld bei anderen. Es ist am einfachsten, der Politik die Schuld zu geben, die wir durch unser Handeln oder nicht handeln erst ermöglichen. Wir sind eine Gesellschaft von Drückebergern. Wer überdenkt schon die Folgen seines Handelns. Wir rechtfertigen uns damit, dass es alle genauso machen, oder, dass es nicht verboten ist. Genau genommen ist jeder, der Auto fährt, ein potenzieller Mörder. Wir fahren ohne schlechtes Gewissen zu schnell, weil das alle machen und dann gibt es noch die, die mit 280 über die Autobahn heizen, weil es nicht verboten ist und erzählen, sie beherrschen ihr Fahrzeug. Warum ist das so? Weil unser Wertesystem auf Profit, Macht und Statussymbolen basiert. Es ist ein Traum zu denken, dass der Tod von einundzwanzig Menschen daran etwas ändern könnte. Von der Politik hat man nichts zu erwarten. Jeder einzelne von uns muss aufhören zu „schieben" und begreifen, dass auch er an allem einen Bruchteil Verantwortung trägt. Erst dann wird sich etwas ändern.

Loveparade 2010 – Chronologie einer Katastrophe (21 Tote / über 500 Verletzte)
http://www.crankworld.de/archives/1125

Sonntag, Juni 20, 2010

Wir werden verGauckelt

Ich habe vor einer Weile hier mit dem Beispiel des „Jesuspfennigs" versucht begreiflich zu machen, dass dieses System an Grenzen stoßen muss. Natürlich will das niemand hören. Zu gerne träumen wir vom Reichtum für alle. Der bekannte Börsenmakler Dirk Müller sagt da klare Worte, dem man eine gewisse Kompetenz nicht absprechen kann. http://www.youtube.com/watch?v=UGW2r7ABvro So eindeutig habe ich das von Gregor Gysi noch nicht gehört . Seine Rede vom 21 Mai im Bundestag ist zwar wieder sehr gut, aber es fehlt die einfache Eindeutigkeit. http://www.youtube.com/user/linksfraktion#p/a/u/0/Sv1kw02Dvb4 Eine Partei des Bundestages muss bei ihrer Wortwahl darauf bedacht sein, ob man es als verfassungsfeindlich auslegen kann. Nach den Äußerungen von Horst Köhler sollte es erlaubt sein, auf etwas unvermeidliches hinzuweisen. Die Wahrheit ist, dass wir nicht über unsere Verhältnisse leben, sondern, dass sehr wenige über unsere Verhältnisse verdienen. Dabei meine ich nicht die Manager oder Stars und Sternchen, deren Gehälter oft jede Verhältnismäßigkeit verloren haben, sondern die Kapitalbesitzer, deren Vermögen auch im letzten Krisenjahr wieder um 12% angewachsen sind. Wenn der Intellekt einer 10 Klassen Schulbildung ausreicht, um die Grenzen eines Zinses-Zins-Systems zu erkennen, muss jedem klar sein, dass diese Krise vorhersehbar war. Ich möchte nicht in Verschwörungstheorien verfallen aber ich denke, diese Krise ist gewollt und wird gelenkt. Das Ergebnis ist ein völlig „unkalkulierbarer" Aktienmarkt, dessen Gewinnmitnahmen zu denken geben sollten. Das die Crossborder Leasing Verträge ein Fehler waren, dürfte inzwischen jedem klar sein. Was sind sie aber, wenn sie wissend einer kommenden Finanzkrise abgeschlossen wurden? Mann kann auch in einer Weltwirtschaftskrise verdienen. Deshalb wird auch an dem bestehenden Kurs festgehalten. Was allerdings von vielen vergessen wird: die meisten werden alles verlieren und dem entsprechend verstimmt sein. Wenn es jetzt nicht erlaubt ist, Besitz ab einer bestimmten Höhe in frage zu stellen, wird das System zusammenbrechen. So gesehen ist Herr Ackermann zehn mal verfassungsfeindlicher wie Gregor Gysi. Der Staatsschutz überwacht die falschen. Da keine Anzeichen eines Sinneswandels erkennbar sind, wird meiner Meinung nach Joachim Gauk der überparteilichen Unbelehrbarkeit nächster Bundespräsident . Wenn es zunehmend Kritik an der Bundesregierung gibt, dann weil sie nicht in der Lage ist, die nötige Stimmung in der Bevölkerung zu schaffen, Kapital unangetastet zu lassen. Man wird mit Joachim Gauck noch einmal versuchen, das Schreckgespenst DDR aufzufrischen und Akzeptanz für die aktuelle Politik in der Bevölkerung zu schaffen. Ob Horst Köhler freiwillig, aus verletzter Eitelkeit zurückgetreten ist, möchte ich bezweifeln. Joachim Gauck ist auf jeden Fall kein Bundespräsident für alle Teile der Bevölkerung . Mit den Sozis hat er nichts am Hut und macht keinen Hehl daraus. Joachim Gauck denkt, dass ein fehlendes Parteibuch ihn für jedermann wählbar macht. Wenn er ein Bundespräsident für alle sein will, muss er einsehen, dass seine Meinung nicht für alle gelten kann und dieser Teil deswegen nicht als unverbesserlich gestrig hingestellt werden kann. Viele lebten sehr gut in der DDR und manchmal ist ein anscheinendes Unrecht gar keins gewesen. Nach den Erzählungen war auch ich der Meinung, dass die Verhaftung meines Großvaters und dessen Tod im Lager Mühlberg ein großes Unrecht war. Nach dem Tod meiner Eltern habe ich Briefe meines Großvaters von der Front gefunden und musste mein Weltbild neu ordnen. Wir sind zu oft voreingenommen, dass wir vieles nicht sehen. Joachim Gauck ist ein klassisches Beispiel dafür. Er ist ein unerschütterlicher Verteidiger der „Freiheit", der in Wahrheit aber nur Machtinteressen verteidigt. Niemand steht mehr für freie Märkte als Joachim Gauck. Deshalb wird er uns auch nicht von neoliberaler Politik erlösen, sondern sie verschärfen. Gauck ist nur eine Bedrohung der schwarz-gelben Regierung, weil Rot-Grün damit zeigt, dass sie noch billiger zu haben sind. Die freie Presse als öffentliche Meinung formiert Gauck als Präsidenten aller Deutschen . Aber eigentlich ist es ganz einfach: es gibt nichts grenzenloses. Keine grenzenlose Freiheit ,Märkte, Zinsen, Wachstum . Die Freiheit des Einen ist die Unfreiheit des Anderen. Gauck ist kein Bundespräsident aller Deutschen, weil es ihn nicht interessiert, dass seine Freiheit andere bezahlen und vielfältige Opfer bringen müssen.

Sonntag, April 25, 2010

DasErste.de - Monitor - Eskalation am Hindukusch: Wie sich Deutschland immer stärker in den Krieg verstrickt

http://www.wdr.de/tv/monitor/sendungen/2010/0422/krieg.php5
Angela Merkel: "Dieses Mandat ist über jeden vernünftigen
völkerrechtlichen oder verfassungsrechtlichen Zweifel erhaben."

24.04.2010: Geheimnisverrat ist Bürgerpflicht (Tageszeitung junge Welt)

http://www.jungewelt.de/2010/04-24/013.php
Hintergrund. Bankenrettung, Börsenfahrplan der Bahn, Privatisierung,
Public Private Partnership, Cross Border Leasing: Die Verträge sind
geheim. Das zerstört die Demokratie und kommt die Bürger teuer zu stehen
Von Werner Rügemer

Afghanistan- Krieg oder Frieden

Mit dem Grundgesetz ist es wie mit der Bibel, man kennt es sinngemäß in Auszügen, hauptsächlich die Stellen, die einem nützen. Der Unterschied ist, die Bibel ist kein Gesetz, was auch der Grund dafür sein dürfte, dass man die zehn Gebote nicht ständig ändert. Die juristische Haarspalterei, die bei Gesetzen betrieben wird, liegt darin, dass Verstöße geahndet werden. Die Justiz hat mit besagter Haarspalterei dazu beigetragen, dass der Bürger vor dem Rechtsstaat kapituliert. „Vor Gericht und auf hoher See ist alles in Gottes Hand.“ Dieser Zustand ist schon sprichwörtlich, was so viel bedeutet wie nicht veränderbar. Viele, die ihr Recht vor Gericht suchten, werden über die Auslegungsvielfalt enttäuscht sein. Ich kann im Grundgesetz keine Legitimation des Krieges in Afghanistan erkennen.Wenn es ein Krieg ist, würde dies bedeuten, dass wir von verfassungswidrigen Parteien regiert werden. Wenn man den Bogen noch weiter spannt, haben wir eine Regierung, die nicht rechtskräftig im Amt ist, denn es hätte im Kriegsfall keine Wahlen gegeben. Wenn es aber ein Friedenseinsatz ist, hätte Oberst Klein sich wegen der Tötung einer nicht feststellbaren Menge Menschen verantworten müssen. Ganz offensichtlich reicht die juristische Haarspalterei noch zur Bereinigung der Situation aus, denn das Grundgesetz wurde ja noch nicht geändert. Ich kann verstehen, dass man aufgegeben hat, sich zu wehren, wenn das Rechtsempfinden verletzt wird. Aber diesmal sterben Menschen!! Das einzige Gefühl, was man in diesem Zusammenhang hat, ist Trauer, Verzweiflung und möglicherweise Wut. Stolz kann nur ein Politiker sein. Zum Beispiel darüber, wie man sich durch die Gesetzen windet. Was haben wir gleich noch einmal in Afghanistan? Einen bewaffneten Friedenseinsatz mit nicht auszuschließender Todesfolge ????? Frau Merkel kann dies als Pfarrerstochter sicher als Glaubensprüfung verkaufen. Ein Richter sollte allerdings nach dem Grundgesetz entscheiden. Es geht hier um mehr als politisch korrekten Sprachgebrauch.







Donnerstag, April 22, 2010

"Ich war jemand, der ich nicht sein wollte" - jetzt.de - Job - jetzt.de

http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/502084
Ein lesenswerter Artikel, der zwar keine Auskunft gibt, warum man Soldat wird, aber zeigt wie es den Menschen verändert. Das verinnerlichen der Befehlsstruktur macht aus Menschen Maschinen. Ich denke, es gibt im wesentlichen zwei Kategorien von Soldaten. Die einen machen es wegen sozialer Sicherheit, wegen des Geldes, die anderen wegen guten Studienbedingungen, den Ausbildungschancen. Leider bereitet intelligenten Menschen, die auf Bildung aus sind, die Befehlsstruktur Probleme. Das, was übrig bleibt, sind finanziell orientierte Machtmenschen. Ein Mensch mit Idealen wird in solchen Strukturen krank. Das ist in der Politik nicht anders. Voran kommt wer funktioniert. Am besten funktionieren die, die auf eigene Vorteile fixiert sind und kein Gewissen haben. Die Armee ist keine Demokratie, auch wenn mit dem Staatsbürger in Uniform versucht wurde, den Soldaten nicht zum alleinigen Befehlsempfänger zu machen. Dass dies nicht funktioniert, sieht man an den zahlreichen Übergriffen während der Ausbildung. Mit der Rechtmäßigkeit von Befehlen ist es auch nicht immer so einfach. Wie will man also entscheiden, ob man einen Tanklaster bombardiert oder den Befehl verweigert? Kann man Soldat in einer Friedens- Verteidigungsarmee werden? Wenn man zu DDR-Zeiten aus Glaubensgründen den Dienst an der Waffe verweigerte, wurde einem vorgehalten, dass man beim Führen von Fahrzeugen die Tötung von Menschen billigend in kauf nimmt. Eine Armee ist und bleibt etwas mit einer eigenen Logik, in der ein Mensch mit Idealen und gesundem Verstand eingehen wird.

Mittwoch, April 21, 2010

DasErste.de - [Anne Will] - Gefallen in Afghanistan – gestorben für Deutschland?

http://daserste.ndr.de/annewill/videos/annewill1838.html
Es ist immer wieder das gleiche, diese Diskussionen werden immer wieder mit der Logik einer von Gewinn orientierten Politik betrieben. Es geht nicht darum was die Bevölkerung will. Es wurde zwar gesagt, dass 70% gegen den Afghanistaneinsatz sind, aber man hat ja die Parteien gewählt, obwohl ihre Haltung zum Afghanistaneinsatz bekannt war und hat sie somit legitimiert. Es ist mir völlig egal, ob sich ein Politiker seine Entscheidung zur Zustimmung einfach macht oder nicht, das macht es nicht besser. Da kann man noch so sorgfältig bei der Wortwal sein. Ein Grundgesetzverstoß schafft man nicht aus der Welt, wenn man das Wort Krieg nicht benutzt. Es ist auch ein Skandal, dass Michael Wolffsohn im deutschen Fernsehen seine Haltung, Taliban notfalls gezielt zu töten, äußern kann und von Anne Will sogar gezielt danach gefragt wird. Wenn man vor etwas Respekt haben sollte, dann vor dem Leben. Ich weiß nicht, warum wir stolz auf Soldaten sein sollen, die nach Afghanistan gehen. Sollte man nicht eher auf jene stolz sein, die ihren Fahneneid ernst nehmen, sich weigern und sich nicht missbrauchen lassen? Warum geht ein Mensch mit gesundem Verstand überhaupt zur Armee, selbst Christen? Die menschlichen Ideale sehen anders aus. Nach dem zweiten Weltkrieg hat man geschworen, nie wieder eine Waffe anzufassen. Mit „Gottes Hilfe" haben wir unsere Vergangenheit bewältigt und können jetzt in einer Fernsehdiskussion, gemeinsam mit Juden, die Tötung von Menschen diskutieren. „Um zack mal in der Logik dieser Sendung zu bleiben", es gibt viele böse Menschen, die haben es verdient. Da wir eine Demokratie haben, dürfen wir auch diskutieren, aber dann müssen wir mit „Respekt innehalten". Wir müssen Krieg nicht verstehen, wir müssen es nur glauben. Bei großen Verlusten und ausweglosen Situationen wird gerne der Glaube bemüht. Leider funktioniert das auch heute in der Wissensgesellschaft. Wenn man aus Fehlern lernen würde, hätten wir Krieg und keiner geht hin. Man kann den Tod nicht ungeschehen machen. Wenn man nach dem Tod eines Menschen nur innehält und dann weiter macht wie bisher, stirbt ein weiterer. Da unsere Demokratie das Erfolgsmodell ist,sollten wir Politiker schicken und keine Soldaten.

Fliegen um jeden Preis

Besteht ein Sicherheitsrisiko oder nicht? Das ist jetzt die Frage. Während man bei der globalen Erwärmung auf ein paar in die Landschaft geworfene Messstationen, Schätzungen und Computersimulationen vertraut, bedarf es bei der Vulkanasche-Wolke exakter Messungen, die flächendeckend gar nicht möglich sind. Nun sollte man denken, dass eine Aschewolke mit einer Flut von Satelliten bestimmbar sein sollte, aber möglicherweise kann man ja doch fliegen. Notfalls im Tiefflug auf Sicht und das auch nachts. Hier geht es nicht mehr um Sicherheit, sondern ausschließlich um Geld. Was soll das Gejammer um wirtschaftliche Verluste? Das umweltschädlichste Verkehrsmittel hat die größten Zuwächse, um Blumen aus Afrika nach Europa zu fliegen? Mit der Globalisierung hat man sich bewusst in eine Abhängigkeit begeben. Dass dafür Menschen bezahlen müssen, die in Einflugschneisen wohnen, interessiert die breite Masse nicht. Hauptsache man bekommt alles recht billig. Wenn jetzt allerdings die Fluggesellschaften Verluste erleiden und Urlaubsreisen platzen oder Mehrkosten entstehen, dann wird nach dem Staat gerufen. Die Messdaten des Forschungsfluges sind noch nicht ausgewertet, aber die Flugzeuge sind schon wieder in der Luft. Die Politik ist wieder einmal eingeknickt. Der Mensch zählt nicht, es geht um Geld. Seien wir stolz auf jeden der abstürzt, er starb für eine freie Wirtschaft und bekommt günstige Blumen auf's Grab. Liebe Urlauber, ihr werdet nicht als Verteidiger der freien Marktwirtschaft gefeiert, wenn ihr euer Leben verliert, sondern die Piloten werden die Schuldigen sein. Könnte man mit der Luftraumsperrung Geld verdienen, würde man auf Gefahren hinweisen, bis zur Möglichkeit, dass ein Flugzeug auf ein Atomkraftwerk stürzt. Für 250 Millionen pro Tag probiert man es einfach aus, wider jeder Vernunft. „Mit dem Aufstellen eines Tempo 30 Schildes sind Schlaglöcher nicht verschwunden“. Die Verantwortung bekommt der Pilot. Deshalb hat man auch das Nachtflugverbot aufgehoben. Erfahrene Piloten sehen „Schlaglöcher“ auch im Dunkeln und fliegen besonders leise wegen der Anwohner.

Donnerstag, April 15, 2010

minipreneure | Chancen für arbeitlose Menschen, die Ihr Leben neu gestalten wollen

 http://www.minipreneure.de/ 
Sehr verachteter Herr Hartz,
anscheinend wissen Sie sehr gut, was Arbeitslosen angetan wird. Allerdings haben Sie vergessen, dass Sie mitverantwortlich sind und ausgerechnet Sie wollen die Lösung der Probleme haben? Dass Sie die Unverfrorenheit besitzen, sich als Helfer der Arbeitslosen aufzuspielen! Anscheinend sind Sie jetzt selbst arbeitslos und suchen ein neues Beschäftigungsfeld für Ihr Ego. Wenn sich das Gehirn sonst der Situation der Arbeitslosigkeit anpasst, hat es bei Ihnen die Gier aufgefressen. Wie sonst soll man es erklären, dass Sie ausgerechnet an den Menschen verdienen wollen, die Sie in die Perspektivlosigkeit gestürzt haben. Suchen Sie doch mit Ihrem Beschäftigungsradar Stellen für Leute, die Ihnen und ihresgleichen die Bügelfalten aus dem Anzug treten. Das könnte viele Menschen sogar ohne Bezahlung glücklich machen. Da Sie anscheinend etwas begriffsstutzig sind, werde ich Ihnen mal die Lage erklären. Sie sind die meist gehasste Person bei den Arbeitslosen und wer würde Ihre Hilfe annehmen, selbst wenn sie echt wäre. Ein Arbeitsloser, der Ihnen hilft Steuergelder abzufassen, muss völlig bekloppt sein, oder genauso korrupt wie Sie. Ich hoffe, dass sich schon bald die Staatsanwaltschaft mit Ihrer eigennützigen Hilfe beschäftigt. Vielleicht haben wir Glück, dass man Sie dann richtig schlachtet. In einer Krise werden Sündenböcke gebraucht. Ich persönlich würde Sie der Kirche vorziehen und so Gott will, klappt es auch.


Andreas Teichmann


„Minipreneure“ ist nichts anderes als die „Ich AG“. Wenn man geistigen Abfall in Fremdwörter packt, bleibt es geistiger Abfall, auch wenn man es nicht versteht. Der Mann gehört von der Presse zerrissen, statt dessen bietet man ihm eine Werbeplattform. Den Verlagen wird es recht sein, wenn freie Journalisten als „Minipreneure“ für sie arbeiten. Viel Spaß dabei.

YouTube - Aufgemerkt! Pelzig unterhält sich Freitag, 16. April, 22.30 Uhr Uwe Dolata Teil 1

http://www.youtube.com/watch?v=Yrpg6EVlbLk
Ein schöner Beitrag zu Korruption und Anlügeberatern.

Sonntag, April 11, 2010

Die öffentliche Wahrnehmung von Cross-Border-Leasing und Wirtschaftskrise

Nicht nur wenn es um die Cross-Border-Leasing Verträge geht zeigt sich, dass die Presse ihrer eigentlichen Aufgabe nicht mehr gerecht wird. Es gibt eine sehr lesenswerte Studie der Otto Brenner Stiftung über Wirtschaftsjournalismus in der Krise. http://www.otto-brenner-shop.de/publikationen/obs-arbeitshefte/shop/wirtschaftsjournalismus-in-der-krise-ah63.html Hier werden die Defizite des Journalismus deutlich gezeigt. Die Presse kann ihre Aufgabe als vierte regulative Macht nicht mehr erfüllen ( das Bertelsmann Problem ). Darauf will ich jetzt nicht wieder eingehen. In der Studie ist sehr anschaulich dargestellt, wie sich die einzelnen Stufen der Krise in der Presse wiederspiegeln. Sehr interessant ist auch die Analyse der verwendeten Schlagworte . Ich habe darüber schon einmal geschrieben, wie man die Meinung beeinflusst und eine Erwartungshaltung schafft. Auch bei den CBL zeigt sich dies alles wieder sehr deutlich. Hinter all dem steckt System. Wird ein einzelner verantwortlich gemacht, ist es der falsche. Werden alle verantwortlich gemacht, ist es keiner gewesen. Bei den CBL verfolgt man das Prinzip des Einzeltäters, bei der Krise das Prinzip der gemeinschaftlichen Verantwortung. So wie ich das sehe, kann man aber beides gar nicht von einander trennen. CBL ist Krise!!! Durch die Geheimhaltung der Verträge ist es für den Privatmann nicht möglich, genaues zu recherchieren. Aber eines wissen wir. Bei den CBL ging es nicht nur um Steuerersparnis, sondern um komplizierte Finanzwetten. An diesen Geschäften waren zahlreiche Banken und Versicherungen beteiligt, darunter Deutsche Bank und Landesbanken. Alle haben dabei mit verdient. Das Problem bei der Sache ist, dass sowohl bei CBL wie bei der Krise die Verursacher maßgeblich an der Lösung der Probleme beteiligt sind. Deshalb denke ich, sollte man genauer hinsehen. Allein bei den CBL der Stadt Leipzig lag das Gesamtvolumen der Verträge wahrscheinlich über 4 Milliarden € . Das wäre der größtmögliche Schaden, wenn die beteiligten Banken, Versicherungen und Trust pleite gehen. In der Presse redet man aber nur von 290 Millionen € von den CDO, welche als Versicherung für die CBL dienen. Wir wissen bis heute nicht, in welcher Höhe Nachschusspflichten durch gesunkenes Rating entstanden sind. Nach gesundem Menschenverstand ist dies aber der Fall. Wo sind diese Forderungen aber geblieben. Die KfW war als Hilfe für die Kommunen im Gespräch, oder sind diese Forderungen in den Milliarden Rettungspaketen für den Bankensektor untergegangen? Eigentlich ist es ja auch egal, wir bezahlen dafür, dass die Finanzbranche mit anderer Leute Geld gassi geht. Eine Wertschöpfung entsteht daraus nicht. Die erarbeiten Menschen in produktiven Bereichen. Solche einfachen Wahrheiten spiegeln sich in der Presse nicht mehr wieder. Da gibt es nur dümmliche Mindestlohndebatten und Gesellschaftsspaltungen. Dabei gibt es doch viele Fragen, die ohne große Recherchen gestellt werden müssten. Warum wurde das Verfahren wegen Bestechung gegen die beiden Manager von Value Partners erst eingestellt, wenn man sie jetzt wieder verhaftet????? Gibt es eine Doppelbestrafung????? Meiner Meinung nach ist Leipzigs Größenwahn, die Olympiade auszutragen, die Hauptursache für die heutigen Probleme der Stadt. Um das Problem der strukturellen Fehlbeträge ausreichend verstehen zu können, müsste man sich mehr auskennen und Zeit aufwenden. Ich verstehe die finanziellen Verstrickungen der „Leipzig AG“ nicht mehr, und die Stadträte ?? Sind versteckte Fehlbeträge der Grund für die CBL und Privatisierungsversuche? Wie die CBL rechtlich zu bewerten sind, gilt meiner Meinung nach nicht als gesichert. Sachsen erließ zwar als einziges Bundesland im August 2003 eine Verwaltungsvorschrift, da war der größte Teil der CBL aber bereits abgeschlossen. Zu diesem Zeitpunkt deutete sich eine Änderung des amerikanischen Steuerrechts schon an. Das Ende dieser Geschäfte war abzusehen. Sind die Verträge, die vor der Verwaltungsvorschrift abgeschlossen wurden, damit legalisiert? Von einer Aufklärung der Vorgänge sollte man nicht viel erwarten. Vielleicht erinnern sie sich noch an die kleinen Skandale der Leipziger Olympiabewerbung. Es gab auch damals eine Untersuchung und was ist dabei heraus gekommen? Herrn Tiefensee traf keine Schuld sondern Dritte, die ohne sein Wissen usw...... Burkhard Jung, damals Olympiabeauftragter, wurde suspendiert. Geschäftsführer der Leipzig 2012 GmbH kamen und gingen. Value Partners war Großsponsor der Olympiabewerbung und KPMG Vorstandsmitglied Peter Wesner war im Aufsichtsrat der Leipzig 2012 GmbH. KPMG hielt übrigens auch beim Flotex Skandal die Fäden in der Hand, ohne Folgen für das Unternehmen. Es sind immer die gleichen Namen. Der Fehler liegt aber nicht in der Bestechlichkeit einzelner. Das ganze Finanzsystem ist der Fehler und wenn es alle waren, ist es keiner gewesen.Deshalb kann es in diesen Fällen auch nur eine Kollektivhaftung geben: den Steuerzahler. Dass der nicht zu viel nachdenkt und am Ende noch Fragen stellt, wird er mit kleinen Skandalen eingenebelt, die in guten Zeiten auf Vorrat gelegt worden. So hat es die Kirche mit Missbrauchsfällen erwischt, die schon verjährt sind. Um die Sache abzurunden, hat man das gleiche in DDR Kinderheimen und Jugendwerkhöfen entdeckt. Dann hätten wir da noch neue Enthüllungen im Atomzwischenlager Asse und hin und wieder eine Priese Kundus-Affäre. Dazwischen hacken wir auf Hartz IV Empfängern herum und wollen die Griechen als unverschämte Schuldenmacher am liebsten aus der EU ausschließen. Darüber mögen sich auch viele deutsche Wähler freuen, weil sie den Eindruck bekommen, nicht für alles aufkommen zu müssen. Die Banken-Abgabe ist auch nur eine Beruhigung der Bevölkerung. Bei den „großen“ Beträgen, die man den Banken abverlangt, sollte die nächste Krise erst in 170 Jahren kommen, sonnst zahlt eben doch nur der Steuerzahler. Aber warum sollte es zu einer neuen Krise kommen, wir haben ja jetzt einen freiwilligen Verhaltenskodex. Die Verfilzungen zwischen Politik, Industrie und Finanzwirtschaft sind so groß, dass ein Wandel kaum mehr möglich ist. Dass der freie Markt nicht funktioniert, hat ja selbst Joseph Ackermann zugegeben und in der Krise nach dem Staat gerufen. Dieser Weg könnte funktionieren, wenn es die Verfilzungen zwischen Politik und Wirtschaft nicht gebe, denn sonnst macht man den Bock zum Gärtner. Ein einzelner Pfennig im Jahr 0 zu 5% Zinsen angelegt, hätte heute einen Wert von 200 Mrd. Erdkugeln in Gold. Da kann man sich ausrechnen, dass eine Rendite von mindestens 25%, wie sie Herr Ackermann anstrebt, an Grenzen stoßen muss. Geld wird zwangsläufig von Zeit zu Zeit entwertet werden müssen. Eine Absicherung durch beitragsfinanzierte, kommunale Infrastruktur garantiert den Erhalt von Spekulationskapital. Betrachtet man die CBL Verträge unter diesem Gesichtspunkt, erscheinen sie als genialer Schachzug. Die innovativen Finanzierungen sind keine Wohltätigkeiten, sondern steuer- und beitragsfinanzierte Absicherungen von Privatvermögen. Der Zeitpunkt eines Zusammenbruchs des Finanzsystems ist ungewiss aber absehbar. Wo wollen sie ihr Geld zu diesem Zeitpunkt haben ? Geld selber hat keinen Wert, sondern das Vertrauen. Wenn dieses Vertrauen zerstört ist, hat Geld keinen Wert mehr und Sachwerte werden wieder zum Tauschobjekt.




Montag, März 29, 2010

CBL- Korrupt? Wer? Wir?

Angesichts der vielen Ungereimtheiten im Zusammenhang mit den Geschäften der KWL möchte ich einmal etwas zusammenfassen. Es ist in keiner Art und Weise mehr möglich, sich ein klares Bild zu machen, da sich die Presseberichte permanent widersprechen. Es ist aber auch nicht wichtig, genau zu wissen, wer wann wie viel wusste oder welche Summe zu welchem Zeitpunkt fällig wurde oder wer wen wann zuerst verklagte. Es ist auch ohne Belang, dass sich die Forderungssummen permanent ändern. Das interessante ist das System des Einzeltäters, mit einem undurchschaubaren Gestrüpp von Widersprüchen. Meiner Meinung nach zeigt es deutlich, dass es hier nicht um kriminelle Manager geht, sondern um Politik. Leider sind viele Bürger schon zufrieden, wenn es Verhaftungen gibt, ohne darüber nachzudenken und zu verfolgen, was am Ende dabei heraus kommt. Auch bei der Verhaftung der Manager Blatz und Senf stellt sich mir die Frage: warum? Wurde nicht vor vier Monaten das Verfahren wegen Bestechung gegen die beiden Herren gegen eine Geldstrafe von 150.000€ eingestellt? Da es keine doppelte Bestrafung gibt, werden die Herren sicher sehr entspannt sein. In der freien Marktwirtschaft ist es auch nicht strafbar, 28 Mio € zu verdienen. Allerdings gibt es bis heute keine plausible Erklärung, warum die KWL die CDO überhaupt abgeschlossen hatte, da sie zur Absicherung der CBL schon wegen der kürzeren Laufzeit ungeeignet waren. In der LVZ ist zu lesen, dass im Gutachten der Rebelgroup vom Okt. 2008 von einem Haftungsrisiko von 1,4 Milliarden Dollar allein bei den CBL der LVB die Rede ist. Eine Nachforderung aus den CBL Verträgen, auf Grund gesunkenen Ratings, wurde bis jetzt in Leipzig bestritten. Vieles von dem, was wir lesen, kann so nicht sein. Wir haben von möglichen Zahlungsforderungen im März gelesen, die jetzt von 60 Mio. € auf 84 Mio. € angewachsen sind. Der Stadtrat beschloss mit 57 zu 2 Stimmen, keine Zahlung zu leisten, wozu er nach LVZ eine halbe Stunde brauchte und das einen Tag vor der angeblichen Fälligkeit. Allerdings hat die UBS schon am 18.2. Klage eingereicht, in der es wahrscheinlich um 290 Mio € geht. Erstens ist es mir neu, dass Klagen ohne Fälligkeit eingereicht werden und zweitens ist mir völlig unklar, wie man eine Entscheidung, nicht zu zahlen, in einer halben Stunde treffen kann. Ein Prozessrisiko abzuwägen, ist so nicht annähernd möglich. Darum wird es aber auch nicht gehen. Man will Zeit gewinnen. Meiner Meinung nach, waren auch die CDO nur zum Zeit gewinnen da. Wir schieben die Probleme vor uns her und machen sie immer größer. Das eigentliche Problem sind und bleiben die CBL Verträge, deren Verantwortung bei der Stadt, dem Regierungspräsidium und dem sächsischen Innenministerium liegen. Das sollen wir vergessen. Eine 20 jährige Versicherung für Verträge mit 30 jähriger Laufzeit, von einem Unternehmen mit 220 Mio. € Eigenkapital für 290 Mio. € übernommen, das macht alles keinen Sinn. Dummheit und Schlamperei lassen sich aufdecken, wenn es aber um Geld und Politik geht, verschwindet alles im Nebel. Vor kurzem gab es im Fall des Sportbürgermeisters Tschense einen Freispruch, das ein Leipziger Problem aktenkundig macht. „ Die Beweisaufnahme hat zweifelsfrei bestätigt, dass Herr Tschense sich an das damals übliche Verfahren im Rathaus hielt und sich keiner Schuld bewusst sein konnte". Das übliche Verfahren, bei dem man es nicht so genau nimmt, gibt es immer noch. Wenn sich Stadträte unter Zeitnot setzen lassen und nach einer halben Stunde artig die Hände heben, kann es auch so weiter gehen. Ich möchte noch einmal daran erinnern, dass wir kein Problem damit hatten, den amerikanischen Steuerzahler zu betrügen. Jetzt kriegen wir von unseren Freunden mit einem Lächeln das Messer in den Rücken. Bevor wir zugeben, dass es politische Fehler waren, schieben wir es lieber Bauernopfern in die Schuhe. Beim WDR 2 Kabarett am Dienstag bezeichnet Volker Pispers den Sozialismus als Sieger der Herzen. Noch eine Krise und er gewinnt auch die Wahlen. Durch die Globalisierung haben wir den Zerfall vorangetrieben und sind an einem Punkt angekommen, an dem wir nicht mehr umkehren können. Das Unvermeidliche wird nur hinausgeschobenen. Alles zerfällt Stück für Stück. Die Handlungsfähigkeit der Kommunen, die Sozialsysteme und die Demokratie. Langjährige Freundschaften zwischen Staaten wechseln in Kongruenz und dann in Feindschaft. Da wird der Sozialismus zum kleineren Übel. Wenn 80 % der Bevölkerung für einen Mindestlohn ist, er aber nicht durchgesetzt werden kann, ist das keine Demokratie mehr. Die Bundesregierung sah CBL als normales Mittel zur Finanzierung in der Kommunalwirtschaft. Normal sind derartige Finanzprodukte aber bei weitem nicht, sondern eine Kapitulation vor der Diktatur des Geldes. Statt dem Kapitalmarkt Einhalt zu gebieten, versucht jeder auf Kosten der anderen zu profitieren. Der Film „die Grenze" ist keine Fiktion sondern Realität. Alles, wie wir es kennen, ist einer Zerreißprobe ausgesetzt. Die Gier kennt keine Grenzen mehr, wir halten nicht mehr zusammen, sondern wetten auf den Untergang. Die Globalisierung, die heute noch als Segen gilt, wird zum Fluch. Das Wirtschaftswachstum nützt schon bald nur noch Chinesen und Indern. Wir verlieren täglich an Einfluss und werden zu Zaungästen der Weltwirtschaft . Mit den zahlreichen innovativen Finanzprodukten, wie den CBL, wird sich daran nichts ändern. Der einzige Unterschied ist, dass wir aus einem langsamen, stetigen Abbau einen plötzlichen Absturz machen. Leider werden sie keinen Politiker finden, der das kommen sieht. Die haben Dollar auf den Augen. Abschließend möchte ich noch einen Artikel der „Welt" empfehlen.

Bundestag scheut härtere Korruptionsregeln - Nachrichten Wirtschaft - WELT ONLINE
http://www.welt.de/wirtschaft/article6951734/Bundestag-scheut-haertere-Korruptionsregeln.html